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FIT & GESUND 2018 Allergien gegen Nahrungsmittel
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06:00 21.03.2017
Milch kann bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Quelle: FOTO: Fotolia
Potsdam

Kurz nach der Mahlzeit beginnt es im Bauch zu grummeln, dann folgen schwere Blähungen, manchmal auch Übelkeit und Durchfall. Solche Symptome können ein Anzeichen für eine Nahrungsmittel-Allergie sein. Rund sieben Prozent der deutschen Bevölkerung leiden darunter, mit steigender Tendenz, so die Zahlen des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB). Meist sind es natürliche Nahrungsmittel, bei denen das Immunsystem verrücktspielt. Kuhmilch, Soja, Hühnerei, Weizen, rohes Gemüse, Obst, Nüsse und Fisch stehen ganz oben auf der Liste der Allergieauslöser. Das heißt aber nicht, dass gesunde Menschen diese Lebensmittel vorsorglich meiden sollten, betont Heidrun Franke, Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB). „Ein genereller Verzicht auf natürliche Lebensmittel wie Fisch oder Nüsse wäre nicht sinnvoll“, erklärt sie.

Allergien sind ein komplexes Phänomen. Bei Nahrungsmittelallergien sind es bestimmte in den Lebensmitteln enthaltene Eiweißkomponenten, die eine Überreaktion der Körperabwehr auslösen. Die Symptome gehen von einer Haut- oder Schleimhautrötung über Juckreiz und Magen- oder Darmbeschwerden bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock. Nur in Ausnahmefällen sind es wirklich problematische Inhaltsstoffe, gegen die der Körper rebelliert. Das träfe beispielsweise für das sogenannte China-Restaurant-Syndrom zu. Dabei löst der Geschmacksverstärker Natriumglutamat Beschwerden wie Kopfschmerzen und Übelkeit aus. Betroffene müssen bei der Auswahl ihrer Lebensmittel darauf achten, dass der Zusatzstoff nicht enthalten ist. Das ist nicht ganz einfach, denn manchmal verbirgt er sich hinter Bezeichnungen wie Hefeextrakt.

Allergien gegen natürliche Lebensmittel greifen noch sehr viel tiefer in das Leben der Betroffenen ein. Da reicht kein Verzicht auf die Allergieauslöser, vielmehr muss die Ernährung nach einer ausführlichen Beratung umgestellt werden, rät Verbraucherschützerin Franke. Ansonsten sei keine vielfältige und ausgewogene Ernährung mehr möglich, es könnte stattdessen zu Mangelerscheinungen kommen. Wird rohes Obst und Gemüse nicht mehr vertragen, kann ein Kniff helfen: Kompott oder gekochtes Gemüse löst oft keine Probleme aus.

„Für eine exakte Diagnose ist es nützlich, ein Ernährungs-Symptom-Tagebuch zu führen“, rät sie. Darin wird exakt festgehalten, was der Betroffene im Laufe eines Tages zu sich nimmt und welche Krankheitsanzeichen er beobachtet, in Abstimmung mit Arzt oder erfahrenem Ernährungsberater. Voraussetzung für ein Vermeiden der Allergieauslöser ist, dass sie als Nahrungsbestandteil erkannt werden. Die 14 wichtigsten Stoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, müssen deshalb in Zutatenlisten gekennzeichnet werden. Dazu gehören beispielsweise glutenhaltiges Getreide wie Weizen, Erdnüsse, Sojabohnen, Milch und Nüsse. Auch im Restaurant oder in der Kantine müssen solche Informationen bereitgehalten. Manche Allergien sind allerdings besonders tückisch: So reagieren einige Personen empfindlich auf Lebensmittel, die von den Verkäufern im Laden mit Latexhandschuhen angefasst wurden. In einem solchen Fall gehört schon einiges dazu, zur korrekten Diagnose zu kommen.

Von Ulrich Nettelstroth

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