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Meister des Handwerks Dachdeckermeister will weiter lernen
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06:10 01.12.2017
In luftiger Höhe fühlt er sich wohl: Dachdeckermeister Danny Mohnke. Quelle: Friedrich Bungert
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Rheinsberg

Er hat es geschafft. Dachdeckermeister mit 25 Jahren. Bester Abschluss seines Jahrgangs. Die Dauer der Meisterausbildung sogar um mehrere Monate verkürzt. Und – was Danny Mohnke aus Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) besonders wichtig ist: „Mein Vater hat zu mir gesagt, dass er stolz auf mich ist.“

Mit seinem Vater hat er schon als Schüler am elterlichen Wohnhaus gewerkelt. Das hat schon viele Jahrzehnte auf dem Buckel. Da gab es immer was zu tun. So ist es auch kein Wunder, dass Danny Mohnke nach seinem Schulabschluss auf jeden Fall einen Handwerksberuf erlernen wollte. Er hatte sich auf eine Handvoll Lehrstellen beworben: Zimmermann, Lackierer, Bauberufe. „Dachdecker hat sich für mich am besten angehört“, sagt er rückblickend. Das ist er dann auch geworden. An seine ersten Arbeitstage als Azubi auf dem Dach kann sich Mohnke ganz genau erinnern: „Ich war neugierig. Ich fand das alles sehr spannend.“ Er hatte nicht einmal ein mulmiges Gefühl im Magen.

Dachdecker, sagt Mohnke, sind schon besondere Menschen, „die ein bisschen was auf dem Kasten haben“. Schon die Ausbildung sei nicht einfach eine Bauausbildung. Hohe Durchfallquoten bei den Prüfungen würden zeigen, dass hier was verlangt wird. Mohnke hatte sich bereits kurze Zeit nach der Lehre für die Meisterausbildung angemeldet. Das war während einer Zwangspause im Winter – das Wetter war zu schlecht, um auf die Dächer zu gehen. Und warten oder Stillstand – das ist so gar nicht seine Sache. Dabei musste sich der Geselle noch einige Zeit gedulden, bis seine Kurse endlich starteten.

Dachdecker ist ein sehr vielfältiger Beruf

Er hat sich ein Ziel gesetzt für sein Leben: Werte für sich und die eigene Familie schaffen. Und: „Irgendwann will ich sagen können, ich geh heute nicht aufs Dach, sondern mach Büroarbeit oder habe vielleicht sogar etwas mehr Freizeit.“ Bei diesem beruflichen Aufstieg soll der Meisterbrief helfen. Später mal eine eigene Firma aufbauen, eigene Lehrlinge ausbilden – das könnte was für ihn sein. Aber jetzt steht erst mal die Arbeit als angestellter Dachdeckermeister auf dem Programm. „Ich muss meine Kredite von der Meisterausbildung abzahlen“, erklärt Mohnke.

Der Rheinsberger arbeitet bei der Dachdeckerei & Zimmerei Suchland-Pöhl GmbH in Neuruppin. Die Meisterschule hat er neben dem Beruf besucht. Immer freitags und sonnabends. Ohne die Unterstützung seiner Freundin wäre es „ganz schön schwierig gewesen“, diese Zeit zu überstehen. „Sie passt auf mich auf“, sagt der 25-Jährige. „Sie passt auf, dass ich lerne.“

Das könnte demnächst wohl wieder so weit sein. Denn wenn es nach Danny Mohnke geht, möchte er einen zweiten Meisterbrief machen. Dieses Mal bei den Zimmerleuten. Er könnte dann noch mehr Arbeiten selbst übernehmen, erklärt er. Nicht, dass die Dachdecker in ihren Arbeiten sehr eingeschränkt sind. Mohnke beschreibt die Aufgaben der Dachdecker: Sie sichern Keller gegen Wasser ab, das von außen eindringen kann. Sie können Außenfassaden abdichten. Schornsteine mauern. Sie übernehmen Klempnerarbeiten. „Wir arbeiten mit so vielen unterschiedlichen Materialien“, schwärmt der Dachdeckermeister. Aber als Zimmerermeister könnte er mehr Spezialausführungen erledigen. Mohnkes Credo: „Man kann sich immer noch verbessern.“ Bloß nicht stehen bleiben.

Das gilt auch für seine Freizeit. Danny Mohnke ist gern mit dem Motorrad oder Auto unterwegs und schaut sich in immer neuen Orten um. Vielleicht kommt er auch mal wieder an seinem Lieblingsdach in Berlin-Frohnau vorbei. Das ist ein saniertes Biberdach mit mehreren eingebundenen Kehlen, mit Fledermaus- und Hechtgauben. Das sind kleine Aufbauten auf dem Dach, meist mit Fenstern. „Solche Dachformen sieht man ganz selten“, erklärt der Meister.

Von Ute Sommer

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