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Meister des Handwerks Konditormeisterin Sabrina Zielke ist die Beste
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04:25 01.12.2017
Die Konditormeisterin Sabrina Zielke. Quelle: Friedrich Bungert
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Werder (Havel)

Zugegeben, so manches Mal hat sich Sabrina Zielke während ihrer Meisterausbildung gefragt: „Was machst du hier eigentlich?“. Die junge Frau aus Werder an der Havel (Potsdam-Mittelmark) ist Konditorin. Arbeitsbeginn in der Backstube: nachts um drei Uhr. Wenn sie freitags um die Mittagszeit zu den Meisterkursen fuhr, hatte sie schon ihre erste Schicht in den Knochen. Die zweite Schicht in der Meisterschule ging dann noch bis 20 Uhr. Keine leichte Zeit. „Aber im Endeffekt hat es sich gelohnt“, meint die 23-Jährige. Und wie! Sabrina Zielke hat den besten Abschluss aller diesjährigen Meister der Handwerkskammer Potsdam gemacht.

Der Meisterbrief kommt für sie gerade recht, um im Januar eine neue Fortbildung anzufangen: Die Konditormeisterin möchte Lebensmittelkontrolleurin werden. Dieser Beruf ist für sie die „perfekte Mischung von Theorie und Praxis“, wie die 23-Jährige sagt. Den perfekten beruflichen Weg hat sie nicht auf Anhieb gefunden.

Was sie allerdings schon ab der 8. Klasse wusste, war, dass sie Konditorin werden wollte. Das Besondere an diesem Beruf für sie: „Wenn man an den richtigen Betrieb gerät, kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen.“ Spaß am Backen hatte sie. Ihre Praktika in verschiedenen Backstuben liefen super. Die Berufswahl war klar. Zielke lernte bei der Bäckerei & Konditorei Lenz in Werder. „Der Chef hat mich auch auf Seminare mit anderen Lehrlingen geschickt – da habe ich gemerkt, dass der Ausbildungsbetrieb super ist“, meint sie heute.

Süßes Meisterwerk

Meisterkurse für Konditoren und Bäcker bietet die IGV Institut für Getreideverarbeitung GmbH in Nuthetal schon in langer Tradition an. Sie arbeitet dabei eng mit der Handwerkskammer Potsdam zusammen.

Seit 1991 haben 577 Bäckermeister und 305 Konditormeister ihr Handwerk in Nuthetal perfektioniert.

Hinzu kommen noch 10 610 überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen in den beiden Gewerken Bäcker (mit 9935 Lehrlingsunterweisungen) und Konditoren (675).

Nach der Ausbildung hat sich die Konditorin gesagt: „Das ist noch nicht alles.“ Sie wollte mehr wissen – zum Beispiel über die wissenschaftlichen Hintergründe der Ernährung. Für ein Studium der Biowissenschaften hat sie die Fachhochschulreife nachgeholt, sich an der Uni Potsdam eingeschrieben – und dann festgestellt: „Das ist mir zu viel Theorie. Ich brauch was Praktisches.“ Und genauso konsequent wie die Vorbereitung war auch das Ende: Zielke hat das Studium geschmissen.

Plan B: der Berufswunsch Lebensmittelkontrolleurin und ein Brief der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung. Die Stiftung hatte dem beruflichen Talent Sabrina Zielke finanzielle Unterstützung angeboten, wenn sie sich weiterbilden will. Sie wollte. Denn Voraussetzung für die Karriere als Lebensmittelkontrolleur ist entweder ein abgeschlossenes Studium oder der Meisterbrief. Die Konditorin ging in ihren gelernten Beruf zurück und setzte auf den Meister. Diese Qualifikation ist ein Zwischenschritt in ihrer beruflichen Karriere. Aber ein Zwischenschritt, der eine extrem hohe Wertigkeit habe, wie die Konditormeisterin sagt. Die Kurse hätten viel Spaß gemacht. Sie habe viele neue Leute kennengelernt. Und dann noch der richtig gute Abschluss. „Passt schon“, sagt die junge Frau – und zwar so, dass sich ein kleiner Akzent bemerkbar macht. Sabrina Zielke stammt aus Mittelfranken. Mit 16 Jahren ist sie gemeinsam mit ihrer Familie nach Werder an der Havel gezogen. Und jetzt – mit 23 Jahren – geht es für sie wieder zurück in den Süden.

Fortbildung zum Lebensmittelkontrolleur

Ihre Ausbildung zum Lebensmittelkontrolleur macht sie in Baden-Württemberg. Offenburg ist ihr künftiges Zuhause. 750 Kilometer von Werder entfernt. Eine große Umstellung. Sicher. Aber sie kann es kaum erwarten, anzufangen: „Ich freue mich extrem.“ Für Zielke ist der Lebensmittelkontrolleur ein „verdammt wichtiger Beruf“. Immer wieder gebe es Lebensmittelskandale, bei denen man sich frage, wie das in Deutschland überhaupt passieren könne. Die 23-Jährige will dafür sorgen, dass den Verbrauchern nicht der Spaß am Essen vergeht. Gutes Essen weiß auch sie zu schätzen. Das muss nicht unbedingt was Süßes sein. Ganz im Gegenteil. Nach dem Abschmecken und Probieren in der Backstube greift die Konditorin gern bei etwas Deftigem und frischem Gemüse zu. Allerdings kann sie auch bei einer richtig guten Panna cotta schwach werden.

In ihrer künftigen Tätigkeit als Lebensmittelkontrolleurin sieht sie es als Vorteil an, dass sie aus der Praxis kommt. Sie weiß, wie es in Betrieben zugeht. Dass der Kontrolleur nicht in jedem Fall ein gern gesehener Gast sein wird, ist ihr klar. „Man muss mich nicht mögen“, meint Sabrina Zielke lächelnd und ergänzt selbstbewusst: „Aber man kann sich wertschätzen.“

Von Ute Sommer

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