Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Meister des Handwerks Meisterfeier am Geburtstag
Anzeigen & Märkte Mediadaten Meister des Handwerks Meisterfeier am Geburtstag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:53 25.11.2017
Metallbaumeister Dirk Strohscheer mit Schweißgerät in der Ausbildungswerkstatt in Berlin Steglitz. Quelle: Friedrich Bungert
Anzeige
Potsdam

Einen ganz besonderen Grund zum Feiern hatte Metallbaumeister Dirk Strohscheer am 18. November, dem Tag der Meisterfeier in Potsdam. Denn er konnte nicht nur seinen Meisterbrief feierlich in Empfang nehmen, sondern auch noch seinen 48. Geburtstag feiern. Da war es natürlich klar, dass nach dem offiziellen Teil mit einem Meister-Büfett im privaten Rahmen weiter gefeiert wurde. „Meine gesamte Familie ist da und ein paar ausgewählte Freunde“, erzählte im Vorfeld der Berliner, der sich in einem Ausbildungszentrum in Berlin-Steglitz um benachteiligte Jugendliche kümmert.

Bei der Feier mit dabei sind natürlich Tochter und Sohn. Sie hat im vergangenen Jahr ihre Ausbildung zur fachmedizinischen Angestellten beendet, er wird im kommenden Jahr seinen Abschluss als Mechatroniker machen. Dass die Kinder jetzt auf eigenen Füßen stehen, war für Dirk Strohscheer die Voraussetzung, um sich mit der Meisterausbildung einen langgehegten Wunsch zu erfüllen. „Ich hatte den Meister als Metallbauer schon immer machen wollen, aber es ist mir immer etwas dazwischen gekommen“, berichtet Strohscheer. Schon 1990 hatte er seine Ausbildung zum Metallbauer abgeschlossen, danach neun Jahre lang zunächst als Maschinist im Kraftwerk Reuter in Berlin-Spandau gearbeitet. Eine gute Arbeit, wie er sich erinnert. „Wir haben dafür gesorgt, dass der Strom nie ausgeht“, sagt er. In der Folge kam er in die Situation, sich als Alleinerziehender um seine kleinen Kinder kümmern zu müssen. Der junge Vater pausierte für ein paar Jahre und auch der Wiedereinstieg, als der Nachwuchs im Kindergarten- und Grundschulalter war, gestaltete sich nicht ganz einfach. Strohscheer nutzte die Durststrecke, um sich fortzubilden. Er machte einen Abschluss als Assistent für Sonderpädagogik, besuchte einen Schweißerlehrgang und eine Fortbildung zum Mechatroniker für Sondermaschinenbau und Metallbau. Anschließend arbeitete er ein Jahr lang als Trockenbauer in den Niederlanden und Österreich, bevor er über eine Zeitarbeitsfirma beim BMW-Motoradwerk in Berlin-Spandau landete.

Dann schließlich waren die Kinder alt genug, um mit der Meisterausbildung beruflich noch einmal ganz neu zu starten. Die Ausbildung hat er über anderthalb Jahre in der Bildungsstätte der Handwerkskammer Potsdam in Götz (Potsdam-Mittelmark) absolviert und parallel noch einen Abschluss als Schweißfachmann gemacht.

Die Arbeit im Ausbildungszentrum der gemeinnützigen Helmut Ziegner Berufsbildung in direkter Nachbarschaft zum Botanischen Garten Berlin macht Dirk Strohscheer Freude. Bei den Jugendlichen in der Berufsvorbereitung komme es erst einmal darauf an, Spaß an den Materialien zu entwickeln und in die Arbeit mit Metall einzuführen. Alle Techniken der Metallbearbeitung werden eingeübt, das Sägen, Feilen und Bohren, das Drehen und Fräsen und das Schweißen. Gearbeitet wird mit Stahl genauso wie mit Aluminium, Kupfer und anderen Metallen. Im Rahmen von Praktika lernen die Jugendlichen in der Berufsvorbereitung verschiedene Ausbildungsbetriebe kennen, erklärt Strohscheer. In vielen Fällen hilft ihnen das auf ihrem Weg ins Berufsleben.

Der Metallbaumeister selbst freut sich, dass er selbst nach seinen vielen Aus- und Weiterbildungen jetzt erst einmal keine weiteren Prüfungen absolvieren muss. „Fachlich weiterbilden werde ich mich aber auf jeden Fall“, betont er. Man lernt schließlich sein Leben lang.

Von Ulrich Nettelstroth

Eric Schelle aus Spiegelhagen bei Perleberg hat sich schon in seiner Ausbildung durch außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet. So ist er in seinem Metallbaubetrieb schnell mit Führungsaufgaben betraut worden. Jetzt hat er seinen Meisterbrief erhalten – als Bester seines Gewerks.

25.11.2017

Gestaltungsfragen spielen mit den durch die Medien wachsenden Vergleichsmöglichkeiten der Kunden im Malerhandwerk eine immer wichtigere Rolle. Patrick Siepert glaubt mit dem Anreiz, Designideen im Job umsetzen zu können, die durch zunehmenden Nachwuchsmangel betroffene Sparte für junge Menschen attraktiver machen zu können. Jetzt hat er seinen Meisterbrief erhalten.

25.11.2017

Auf dem Weg in die Selbstständigkeit ist die Meistergründungsprämie hilfreich, wie  Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, und der Hauptgeschäftsführer Ralph Bührig im Interview erklären.

24.11.2017
Anzeige