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Tabletten für den Weltmarkt

Clusterwoche in Brandenburg Tabletten für den Weltmarkt

Mehr als 21 000 Unternehmen gehören zur Gesundheitswirtschaft in der Hauptstadtregion. „Hier ist eine Dynamik drin, die sich immer wieder selbst verstärkt“, sagt der stellvertretende Clustermanager Florian Schlehofer. So investiert der Pharmariese Takeda in Oranienburg gerade 100 Millionen Euro.

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Takeda produziert in Oranienburg Tabletten und Kapseln.

Quelle: Takeda

Oranienburg. Auf die inneren Werte kommt es an. 100 Millionen Euro investiert das japanische Pharmaunternehmen Takeda in einen Neubau an seinem Oranienburger Standort. Das Gebäude selbst kostet gerade mal 20 Millionen Euro. Der große Rest wird für Spezialtechnik und neue Produktionsanlagen ausgegeben. „Im zweiten Halbjahr werden wir hier die Produktion aufnehmen“, sagt Takeda-Geschäftsführer Hans-Joachim Kaatz.

In Oranienburg (Oberhavel) produziert Takeda jährlich rund sieben Milliarden Tabletten und Kapseln für Abnehmer in mehr als 100 Staaten. Im Neubau sollen Kaatz zufolge Medikamente hergestellt werden, die auf die individuellen Bedürfnisse von Patienten besser zugeschnitten sind. Kleine Mengen in hoher Qualität für den internationalen Markt. Die neuen Kapazitäten werden zunächst etwa nur zur Hälfte ausgenutzt. Takeda lässt sich Luft nach oben – für mehr Wachstum.

Das Pharmaunternehmen ist ein Beispiel für die Entwicklung der industriellen Gesundheitswirtschaft in der Hauptstadtregion. Takeda zählt zum Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin Brandenburg. Ein Cluster umfasst die gesamte Branche sowie Wissenschaft, Forschung und weitere Partner – im Fall der Gesundheitswirtschaft beispielsweise auch die klinische Anwendung. Ziel der Clusterpolitik des Landes ist eine intensive Vernetzung im Cluster und darüber hinaus. „Das stärkt die Innovationskraft, fördert Wachstum und erhöht die Standortattraktivität. Hier ist eine Dynamik drin, die sich immer wieder selbst verstärkt“, sagt der stellvertretende Clustermanager Florian Schlehofer. Das Clustermanagement ist bei der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) angesiedelt. Die Branche erzielt ein kontinuierliches Wachstum. Diese Entwicklung wäre laut Expertenmeinung nicht möglich gewesen, wenn das Clustermanagement nicht länderübergreifend zwischen Brandenburg und Berlin arbeiten würde. Die Gesundheitswirtschaft ist eines von fünf Clustern, die gemeinsam von Brandenburg und Berlin unterstützt werden.

Wirtschaftsförderung (WFBB) – Partner der Cluster

„Stärken stärken“ – das ist die Leitidee der Brandenburger Wirtschaftsförderpolitik. Das Land konzentriert sich auf neun starke Wachstumscluster, fünf davon gemeinsam mit Berlin. Ziel ist es, Wirtschaft und Wissenschaft zu vernetzen, Wachstum und Innovation zu fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken. Unterstützt werden diese durch Clustermanagements. Die Managements von acht Clustern sind in der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) angesiedelt. Die WFBB unterstützt die Akteure in den Clustern von der Entwicklung der Masterpläne bis zur konkreten Vernetzung und Initiierung von Verbundprojekten.

Das Clustermanagement ist in der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) angesiedelt. www.wfbb.de


Florian Schlehofer ist stellvertretender Clustermanager für das Cluster Gesundheitswirtschaft
Telefon: 0331 73061-253
E-Mail: florian.schlehofer@wfbb.de

Die Wirtschaft lebt diese Zusammenarbeit: Für Firmen spielt die Landesgrenze auf der Suche nach passenden Partnern längst keine Rolle mehr. Erfahrungsaustausch und Kooperation sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Belegschaft von Takeda stammt im Wesentlichen aus der Hauptstadtregion, wie Geschäftsführer Kaatz erklärt. „Als innovatives und tarifgebundenes Unternehmen fällt es uns glücklicherweise auch nicht so schwer, geeigneten Fachkräfte-Nachwuchs zu finden“, so Kaatz. Mehr als 760 Beschäftigte hat das Werk, darunter 66 Auszubildende.

In Hennigsdorf, einem starken Standort der Biotechnologie im Landkreis Oberhavel, finden viele Ausgründungen aus Hochschulen – auch aus Berliner Hochschulen – Flächen für das Wachstum ihrer Firma. Mittlerweile haben sich hier rund 50 Firmen mit insgesamt 850 Beschäftigten in den Bereichen Biotechnologie sowie Medizin, Medizintechnik und Pharmazie angesiedelt. Darunter auch das Diagnostik-Unternehmen Thermo Fisher – Brahms, das eine feste Größe auf dem internationalen Markt ist. Im Dezember wurden in Hennigsdorf die Weichen für mehr Wachstum des Life-Science-Standortes gestellt. Ein Erweiterungsbau ist geplant.

Zusätzliche Aufwertung erfährt die Gesundheitsregion Westbrandenburg durch die Medizinische Hochschule Brandenburg „Theodor Fontane“. Vor zwei Jahren begann der Lehrbetrieb in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin). Jetzt nahm die MHB ihren Campus in Brandenburg/Havel in Betrieb. Das dürfte neue Möglichkeiten für Projekte mit der Technischen Hochschule Brandenburg in der Havelstadt eröffnen.

„Hennigsdorf und Oranienburg sorgen für rund 85 Prozent der Beschäftigten in der pharmazeutischen Industrie Brandenburgs“, resümiert Kaatz von Takeda. In seinen Augen sind Cluster „notwendig, um Aktivitäten zu bündeln und gezielt zu unterstützen“. So könnten die richtigen Rahmenbedingungen für das Wachstum der Firmen geschaffen werden. Beispiel: Ausbildungsverbünde. „Davon profitieren alle“, betont Hans-Joachim Kaatz.

Der japanische Konzern Takeda hat Standorte in 70 Ländern. Der Oranienburger ist der mit der größten Baustelle. Und er ist ein Betrieb mit einer ganz eigenen Berlin-Brandenburger Geschichte. 1873 wurde von Heinrich Byk eine chemische Fabrik in Berlin gegründet. Zu den ersten Produkten zählte ein Mittel zur Behandlung von Bronchialerkrankungen. 1885 kaufte Byk etwas Land in Oranienburg und verlagerte den Betrieb. Heute werden am Brandenburger Standort vor allem Medikamente gegen Magen- und Lungenkrankheiten produziert.

Von Ute Sommer

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