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"Wir brauchen technische Innovationen"

Clusterwoche in Brandenburg: Wirtschaftsminister Gerber (SPD) über die Potenziale ausgewählter Branchen "Wir brauchen technische Innovationen"

Die Wirtschaft 4.0 eröffnet auch der Babelsberger Filmwirtschaft neue Geschäftsfelder. Über Allianzen der besonderen Art berichtet Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD). Zum Start der bundesweiten Clusterwoche spricht er über Potenziale von Wissenschaft und Wirtschaft in neun wachstumsstarken Netzwerken.

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Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD)

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Brandenburg konzentriert seine Wirtschaftsförderung auf die Branchen in neun wachstumsstarken Netzwerken – den Clustern. Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) will künftig mehr Akteure auch aus unterschiedlichen Clustern zusammenbringen.

Die bundesweite Clusterwoche startet. Was hat Brandenburg davon?

Das ist kein Wettbewerb der Bundesländer. Die Clusterwoche ist ein Dach für länderspezifische Aktionen, die die Möglichkeiten der Cluster darstellen. Wir haben 34 Workshops, Seminare und Foren auf der Clusterplattform im Internet eingestellt. Ich weiß, der Clusterbegriff ist etwas sperrig. Das ändert aber nichts daran, dass das Tun dahinter wichtig für die Wirtschaft ist.

Wie oft müssen Sie eigentlich den Begriff des Clusters erklären?

Auf Fachveranstaltungen ist das nicht nötig. Und im Alltagsgeschäft geht es nicht um die Begrifflichkeit, sondern zum Beispiel um die Ergebnisse der Arbeit dieser Cluster.

Wie muss man sich deren Arbeit vorstellen?

Gemeinsam mit Berlin haben wir fünf länderübergreifende Cluster. Diese decken die Branchen Energietechnik, Gesundheitswirtschaft, Optik, Informations- und Kommunikationstechnologie, Medien und Kreativwirtschaft sowie Verkehr, Mobilität und Logistik ab. Hinzu kommen die vier brandenburgspezifischen Cluster für Ernährung, für Metall, für Kunststoffe und Chemie sowie für Tourismus. Sie sind darauf konzentriert, Akteure aus Unternehmen, Wissenschaft und Organisationen über die gesamte Wertschöpfungskette einer Branche zu verzahnen. Künftig wollen wir auch branchen- und technologieübergreifende Kontakte herstellen. Das erfordert die heutige Innovationsdynamik.

Das heißt konkret?

Wir haben mehrere Veranstaltungen zum Thema „Wirtschaft 4.0“ gemacht, auf denen wir Akteure von Informations- und Kommunikationstechnologie, Medien und Kreativwirtschaft mit Vertretern der Metallverarbeitung zusammengebracht haben. Es geht darum, Elemente der Wirtschaft 4.0 in Produktionsprozessen und Verfahrensabläufen in der Industrie einzusetzen. Eine große Rolle spielt dabei die Medienwirtschaft in Babelsberg. Dort hat sich ein Verein für Virtual Reality gebildet, der Potenziale etwa von künstlicher Bildgebung auslotet. Das eröffnet der Filmwirtschaft neue Geschäftsfelder und für Produktionsbetriebe ergeben sich Innovationen. Beispiele wie diese zeigen, dass es sich lohnt, über die Clustergrenzen hinauszuschauen.

Welche Wirtschaftskraft steckt in den Clustern?

Sie haben eine erhebliche arbeitsmarktpolitische Bedeutung und einen überproportionalen Anteil am Umsatz in der Wirtschaft. Die 16 377 Unternehmen, die zu den vier Landesclustern zählen, erwirtschafteten 2014 einen Umsatz von 23,4 Milliarden Euro. Das ist mehr als ein Viertel des gesamten Umsatzes im Land. Nimmt man noch den brandenburgischen Anteil an den gemeinsamen Clustern mit Berlin hinzu, ergibt sich ein Umsatzanteil von 61,6 Prozent.

Wie erfolgreich die Arbeit in diesen Branchenfeldern ist, zeigt auch die Entwicklung der Beschäftigung. Die legte in den Berlin-Brandenburger Clustern von 2008 bis 2015 um rund 20 Prozent zu. In der gesamten Regionalwirtschaft lag das Plus bei 15 Prozent. Ähnlich ist es bei der Umsatzentwicklung.

Welche Rolle spielt dabei die Wirtschaftsförderung Brandenburg?

Das macht schon der Untertitel unter dem WFBB-Logo deutlich: Standort. Unternehmen. Menschen. Diese drei Begriffe bringen auf den Punkt, dass wir durch die Wirtschaftsförderung in den letzten Jahren sehr erfolgreich für Ansiedlungen, Gründungen und Bestandserweiterungen von Unternehmen gesorgt haben.  Die Wirtschaftsförderung ist für attraktive Standortbedingungen, guten und schnellen Service zuständig. Außerdem hat sie den Bereich der Arbeitsmarktqualifizierung unter ihrem Dach. Das ist bundesweit einmalig.

Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf?

Wir sind dringend darauf angewiesen, dass die Unternehmen innovativer werden. Trotz des aktuellen Babybooms wird es in 20 Jahren erheblich weniger Menschen im arbeitsfähigen Alter geben. Wir brauchen technische Innovationen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. In der Hauptstadtregion haben wir die bundesweit höchste Dichte an universitären und außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen. Das Beste aus beiden Welten, aus Wirtschaft und Wissenschaft, wollen wir zusammenbringen – etwa mit unserer Förderung über den Innovationsgutschein.

Dessen Förderbedingungen sind vor Kurzem geändert worden. Warum?

Wir haben auf Bitten der Wirtschaft die Fördersummen aufgestockt. Und wir haben einen neuen Förderbereich hinzugefügt: den Digitalisierungsprozess. Das Land unterstützt die Beratung und Schulung von Beschäftigten sowie die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen. Für Letzteres bieten wir eine Landesunterstützung von bis zu einer halben Million Euro. Hier müssen wir aktiv werden.

Interview: Ute Sommer

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