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100 Prozent der Stimmen für Kirsten Tackmann

Parteitag Die Linke Brandenburg 100 Prozent der Stimmen für Kirsten Tackmann

Brandenburgs Linke ziehen mit der Agrarexpertin Kirsten Tackmann auf Platz 1 der Landesliste in den Bundestagswahlkampf. Auf Platz 3 der Liste setzt sich die prominente Ex-Piratin Anke Domscheit-Berg durch. Zuvor hatte Linke-Chef Christian Görke seine Genossen angesichts etlicher Skandale aufgefordert, nicht die Bodenhaftung zu verlieren.

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Kirsten Tackmann kann das Ergebnis nicht fassen.
 

Quelle: Peter Degener

Falkensee.  Die Linkspartei in Brandenburg zieht mit der Agrarexpertin Kirsten Tackmann auf Platz 1 der Landesliste in den Bundestagswahlkampf. Eine Delegiertenversammlung der Partei wählte die 56-Jährige am Samstag in Falkensee einstimmig. „Du hast 100 Prozent bekommen“, hieß es nach der geheimen Abstimmung. 

In ihrer Bewerbungsrede sagte die aus Tornow (Ostprignitz-Ruppin) stammende Tackmann, der Boden sei ein gesellschaftlicher Reichtum, den man nicht dem Finanzkapital überlassen dürfe. Tackmann war erstmals 2005 für die damalige Linke/PDS in den Bundestag gewählt worden. Sie ist auch Vize-Landeschefin.

Thomas Nord ungefochten auf Platz 2

Unangefochten auf Platz zwei der Liste kandidiert der derzeitige Bundestagsabgeordnete und frühere Landesvorsitzende Thomas Nord, einst Architekt der Regierungsbeteiligung der Linken in Brandenburg.

Anke Domscheit-Berg auf Listenplatz 3

Ziemlich gute Aussichten auf ein Bundestagsmandat hat die parteilose Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg, die auf Platz drei der Brandenburger Landesliste für die Bundestagswahl im September 2017 gewählt wurde. Sie erhielt 67,3 Prozent der Delegiertenstimmen. Ausgerechnet Sozialministerin Diana Golze, die durch eine Affäre um die Bestellung teurer Montblanc-Füller belastet ist, forderte zur Wahl Domscheit-Bergs auf. Mitbewerberin Diana Tietze aus Calau (Oberspreewald-Lausitz) erhielt 31,6 Prozent. Tietze will nach der Niederlage nicht mehr antreten für einen Listenplatz.

Norbert Müller gewinnt Stichwahl um Listenplatz 4

Der durch seine exzessive Nutzung des Fahrdienstes der Bundestagsfraktion in die Kritik geratene Norbert Müller (30) hat den Dreikampf um den vierten und damit voraussichtlich letzten sicheren Listenplatz zur Bundestagswahl für sich entschieden. Müller hatte sich für seine Extratouren entschuldigt und erwähnt, er habe gezweifelt, ob er noch einmal antreten solle. Allerdings betonte er auch, die Fahrten seien alle genehmigt worden.

Mit einem starken Gegenkandidaten, dem aktuellen Bundestagsabgeordneten Harald Petzold (54) aus Falkensee, der in der Geschlechter- und Medienpolitik seinen Schwerpunkt hat, wurde die Entscheidung knapp. Den Einsatz für den Erhalt der öffentlich-rechtlichen Medien und den Kampf hatte Petzold zu einem seiner Hauptthemen gemacht. Müller dürfte nicht zuletzt genutzt haben, dass ein führender Genosse aus Potsdam die Rolle Müllers in der Auseinandersetzung mit der Pogida-Bewegung würdigte. Müller habe den Schulterschluss von Antifa und bürgerlicher Mitte mit hergestellt und damit ein Fußfassen der Rechten in der Landeshauptstadt verhindert.

Müller erhielt  in der Stichwahl 52,48 Prozent, Petzold 46,53 Prozent. Der dritte Mitbewerber Carsten Preuß aus Zossen, Vorsitzender des BUND im Land, der eine Petition gegen die Privatisierung von Seen eingebracht hatte, schied im ersten Wahlgang aus.

 

Linke-Vorsitzender Christian Görke

Linke-Vorsitzender Christian Görke.

Quelle: Nestor Bachmann, dpa

Görke: Bodenhaftung nicht verlieren

Zum Auftakt des Parteitages in Falkensee (Havelland) hatte Linken-Chef Christian Görke seine Genossen zu einer Politik „Mit dem Gesicht zum Volke, nicht mit den Füßen in der Wolke“ aufgerufen.

Mit Hinblick auf zahlreiche Affären - zuletzt jener um Justizminister Stefan Ludwig, der seine Ex-Mitarbeiter nach dem Wechsel ins Ministeramt nicht weiter bezahlt hatte, sagte der Parteivorsitzende: „Wir dürfen niemals die Bodenhaftung verlieren. Ich hatte den Eindruck, dass dies in letzter Zeit passiert ist.“ Der Saal applaudierte. Görke fuhr fort mit der Mahnung: „Nicht alles, was juristisch nicht anfechtbar ist, ist moralisch vertretbar.“

Der indirekt angesprochene Minister Ludwig war nicht zur Delegiertenversammlung gekommen. Ein Todesfall in seiner Familie habe ihn daran gehindert, hieß es.

Brandenburgs Grüne setzen auf Annalena Baerbock

Die Grünen in Brandenburg ziehen erneut mit der Bundestagsabgeordneten Annalena Baerbock als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf. Eine Delegiertenkonferenz in Potsdam wählte Baerbock am Samstag mit 102 von 103 Stimmen, wie Grünen-Landeschef Clemens Rostock per Twitter mitteilte. Baerbock war die einzige Kandidatin für den ersten Platz auf der Landesliste. Für den zweiten Listenplatz hatten sich sieben Kandidaten gemeldet.

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Von Ulrich Wangemann

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