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Brandenburg 100 Tage im Amt – das will die Bildungsministerin
Brandenburg 100 Tage im Amt – das will die Bildungsministerin
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00:16 23.01.2018
Brandenburgs neue Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Quelle: dpa
Potsdam

Mit einigen Vorschusslorbeeren wurde Britta Ernst (SPD) in Brandenburg empfangen, als sie im vergangenen September aus Schleswig-Holstein nach Brandenburg kam, um die Geschäfte des etwas amtsmüde gewordenen Günter Baaske (SPD) zu übernehmen. In Kiel war sie zuvor Bildungsministerin, hatte sich einen Ruf als zurückhaltend, aber sachlich versiert und kämpferisch erarbeitet. In den ersten 100 märkischen Tagen war es weitgehend still um Ernst. Sie hielt sich mit politischen Bewertungen zurück, äußerte sich inhaltlich nur vage. Nun aber ist die Schonfrist vorbei. Und Ernst skizzierte erstmals ihr Bildungsprogramm.

Mehr Lehrer

Eines der größten Probleme ist die Lehrergewinnung. Rund 1000 neue Pädagogen braucht Brandenburg in den kommenden Jahren. Wo sollen sie herkommen? Britta Ernst will die Zahl der Lehramtsstudenten an der Universität Potsdam deutlich erhöhen. Derzeit gibt es dort rund 450 bis 500 Absolventen pro Jahr. Um wie viel die Kapazitäten aufgestockt werden, ist aber noch unklar. In den nächsten zwölf Jahren müssten auch weiter Seiteneinsteiger eingestellt werden, die künftig besser vorbereitet werden sollen. Außerdem soll Studenten mit Bachelor-Abschluss der Masterabschluss für das Lehramt ermöglicht werden.

Kostenfreie Kita

Ernst will erreichen, dass die Kita-Betreuung künftig komplett ohne Elternbeiträge auskommt. „Dies benötigt allerdings Zeit, denn für die Erreichung aller Ziele bei der Kita-Betreuung sind nicht 200 Millionen Euro, sondern 1 Milliarde Euro notwendig“, erläuterte sie. Auch die Betreuung in den Kitas soll schrittweise weiter verbessert werden. Ziel sei es, in 10 Jahren in den Krippen rein rechnerisch eine Fachkraft für 3 Kinder und in den Kitas eine Erzieherin für 8 Kinder zu haben. Derzeit laufen Einstellungen, um den so genannten Betreuungsschlüssel auf 1:5 beziehungsweise 1:11 zu verbessern. Zudem müssen die Eltern vom 1. August an für das letzte Kitajahr keine Beiträge mehr zahlen.

Lesen, Schreiben, Rechnen

Ernst beugte sich in den ersten Wochen im Amt über allerlei Studien und Ländervergleiche, um herauszufinden, wo Brandenburgs Schüler stehen. „Wir haben gute Schulen“, konstatiert die Ministerin. Aber die Ergebnisse seien kein Grund, sich auszuruhen. „Bei Mathematik und Rechtschreibung ist noch Luft nach oben“, sagt sie. „Das merken auch viele Eltern.“ Im März soll es einen Fachtag mit Experten zu Deutsch und Mathe geben, außerdem lobt Ernst einen Schulpreis aus, der Einrichtungen auszeichnet, die beispielhaft sind in Sachen Unterrichtsqualität.

Unterrichtsausfall

Der Stundenausfall in Brandenburg erreichte mit 2,1 Prozent im vergangenen Jahr einen Höchststand. Doch im Vergleich mit anderen Bundesländern sei das kein schlechter Wert, sagt Britta Ernst. Man könne es akzeptieren. Bei den Halbjahreszeugnissen werde es in jedem Fall in allen Fächern Noten geben. Das war in Brandenburg nicht immer so.

Elternabende

Ernst betont, es sei ihr wichtig, mit den Eltern im Gespräch zu bleiben. So sollen die Kreiselternbeiräte in allen Schulamtsbezirken zum Gespräch eingeladen werden. Ihr Ziel sei es auch, dass es landesweit überall örtliche Elternbeiräte gibt. Notfalls – sollte es bei der Bildung der Gremien Probleme geben – wolle sie dafür das Gesetz ändern.

Digitale Schulen

Schulen sollen digitaler werden, sagt Ernst. Das ist dringend nötig, wie eine aktuelle Untersuchung im Auftrag des Ministeriums zeigt. Demnach sehen Lehrer noch erheblichen Bedarf an einer besseren IT-Ausstattung. Außerdem fehlt es an qualifiziertem Personal. Dazu sollen im Nachtragshaushalt für das kommende Jahr zwei Millionen Euro eingesetzt werden. Schulen können sich um Investitionen in Computertechnik und W-LAN in Höhe von mindestens 20.000 Euro bewerben. Lern- wie Lehrmaterialien sollen in der „Schulcloud“ digital verfügbar gemacht werden, die vom Hasso-Plattner-Institut entwickelt wurde. Das Problem: Die Länder setzen auf unterschiedliche Systeme. Ernst sprach sich für ein einheitliches, länderübergreifendes Vorgehen aus, um Kosten zu sparen.

Bessere Sportplätze

Positiv überrascht ist Britta Ernst, die auch Sportministerin ist, von der Sportförderung in Brandenburg. Dabei sieht sie das Land mit den drei Sport-Spezialschulen und weiteren Einrichtungen mit Sport-Schwerpunkt gut aufgestellt. 33 Millionen Euro investiert das Land in bessere Sportstätten im Breitensport. Davon fließen allein vier Millionen Euro in Baumaßnahmen an der Spezialschule Sport in Frankfurt (Oder).

Jugendklubs

Mit einer halbe Million Euro sollen Jugendeinrichtungen in kleineren Kommunen unterstützt werden, kündigte die Ministerin an. Hinzu kommen 750.000 Euro aus einem IT-Programm, um Jugendklubs mit W-LAN auszustatten.

Von Torsten Gellner

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