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Brandenburg 100 hungrige Katzen von Bauernhof gerettet
Brandenburg 100 hungrige Katzen von Bauernhof gerettet
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17:10 19.08.2015
Verwahrloste Katzenjunge mit verklebten Augen.  Quelle: Aktion Tier, Ursula Bauer
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Niedergörsdorf

 Das Veterinäramt Teltow-Fläming hat am Dienstag auf einem ehemaligen Bauernhof in Wölmsdorf, einem Ortsteil von Niedergörsdorf (Teltow-Fläming) rund 100 Katzen beschlagnahmt. Der Halter der Tiere musste in der Vorwoche eine Haftstrafe antreten. Die Katzen waren seitdem ohne Versorgung.

Unterernährt und krank

Um die Katzen einfangen und versorgen zu können, hat das Veterinäramt die Tierschutzorganisation Aktion Tier hinzugezogen. Gemeinsam wurden die Katzen mehrere Stunden lang eingefangen. Es handelt sich um 70 ausgewachsene Tiere und 30 Junge. Mindestens die Hälfte der Tiere ist krank. Besonders betroffen sind die Jungen, die tierärztlich behandelt werden müssen. Die Katzen leiden an dem sogenannten Katzenschnupfen, sie haben verklebte und vereiterte Augen und Nasenausfluss. „Ohne unsere Hilfe hätten die kranken Kätzchen keine Überlebenschance gehabt“, sagt Aktion-Tier-Mitarbeiterin Ursula Bauer.

Katzen suchen neues Zuhause

Die Aktion Tier hat auf Bitte des Veterinäramtes alle 100 Katzen in Verwahrung genommen und sie auf die Stationen der Tierschutzorganisation verteilt. Nun hofft die Aktion Tier, dass die Katzen ein neues Zuhause finden. Einige der gesunden, erwachsenen Katzen können in Kürze vermittelt werden.

Interessenten wenden sich an Aktion Tier Zossen unter (03377) 20 15 17 oder Aktion Tier Meißen unter (03521) 730167.

Der Katzenhalter sitzt im Gefängnis

Der Bewohner des Bauernhofes war angeblich 2012 mit 15 Katzen von Berlin auf das alte Gehöft gezogen, wo sich dann seine eigenen sowie zugelaufene Tiere weiter unkontrolliert vermehrt hatten. Als der Mann vergangene Woche eine Haftstrafe antreten musste, wurde das Veterinäramt Teltow-Fläming aufmerksam auf den enormen, nun unversorgten Katzenbestand. Wolfgang K. wird laut Aktion Tier ein Tierhalte- und Betreuungsverbot auferlegt, so dass er auch nach seiner Haft keine Katzen mehr halten darf.

Wenn Tierliebe für die Vierbeiner zur Hölle wird

 
2006: Mitarbeiter des Veterinäramtes, der Polizei, Feuerwehr und viele Helfer bergen auf dem Hof von Gisela Voß in Liebenwalde (Oberhavel) über Stunden hinweg 231 verwahrloste Hunde aus Zwingern und Verschlägen. Die Tiere sind teilweise krank und unterernährt. Die Helfer finden mehr als 30 Hundewelpen in Erdtunneln. Zwei Tiere müssen sofort eingeschläfert werden, auf dem Hof werden etliche Tierkadaver entdeckt.

2012: Die Behörden retten 17 Pferde von einem Gehöft in Groß Kreutz (Potsdam-Mittelmark). Die Tiere sind in einem furchtbaren Zustand, müssen über Monate gepflegt und wieder aufgepäppelt werden.

2012: Im Dezember entdecken Polizisten, die zu einem Einbruch in ein Wohnhaus in Eichstädt (Oberhavel) gerufen werden, 30 völlig verwahrloste Perserkatzen. Die Tiere haben weder Futter noch Wasser, die Wohnung ist stark verdreckt. Das Veterinäramt holt die Katzen aus der Wohnung und päppelt die Vierbeiner wieder auf.

2013: Wieder überprüft die Polizei den Hof von Gisela Voß in Liebenwalde. Trotz Verbotes finden die Beamten bei der Frau 7 Hunde, 5 Katzen und 8 Hühner. Als die Polizisten die Tiere beschlagnahmen wollen, droht Gisela Voß damit, sich umzubringen.

2013: Im März beschlagnahmt die Polizei auf einem Hof in Linow (Ostprignitz-Ruppin) 129 Pferde, ein Teil der Pferde ist zu diesem Zeitpunkt krank und in einem überaus schlechten gesundheitlichen Zustand. Ein Tier wird nur noch tot geborgen, zwei Pferde müssen eingeschläfert werden. Die Halterin wird zu einer Geldstrafe verurteilt.

2015: Im Januar wollen Behörden dem Landwirt Wilfried Z. aus Klein Behnitz (Havelland) 30 Rinder entziehen, da diese zum großen Teil verwahrlost und krank sind. Als ein Veterinär auf seinen Hof kommt, um die Tiere mitzunehmen, erschießt der 72-Jährige den Mann. Er steht derzeit vor Gereicht.

2015: In Berlin-Spandau wird die Polizei im Januar aufgrund von Lärm- und Geruchsbelästigung zu einer 3-Zimmer-Wohnung gerufen. In dieser stellen die Beamten 1700 Wellensittiche fest. Die Tiere werden dem Tierschutz übergeben, der Halter erhält eine hohe Geldstrafe.

2015: Im August wird Gisela Voß tot auf ihrem Liebenwalder Hof aufgefunden. Die Polizei finden auf dem Gelände 2 Ponys, 1 Schwein, 4 Schafe, 7 Ziegen, 2 Hunde sowie Katzen, Gänse und Hühner. Ein Hund wird tot aufgefunden.

Von MAZonline

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