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1000 neue Lehrer gesucht

Brandenburg plant bundesweite Werbekampagne 1000 neue Lehrer gesucht

Offensive gegen den Lehrermangel: Mit einer bundesweiten Werbekampagne will Brandenburg Pädagogen anlocken - und hofft auf Junglehrer aus Bayern. Kritiker sehen keinen Sinn in der Kampagne. Sie fordern stattdessen, die Arbeitsbedinungen der märkischen Lehrer zu verbessern und ihnen mehr zu zahlen.

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Für 2015 werden fast 1000 neue Lehrer gesucht.

Quelle: dpa

Potsdam. Das Bildungsministerium kündigte die Werbekampagne am Mittwoch an. 900 bis 1000 Lehrer würden für das kommende Schuljahr gebraucht – so viele wie nie zuvor, sagte Sprecher Stephan Breiding.

Allein 400 bis 500 Lehrer scheiden altersbedingt aus dem Dienst aus. 100 Lehrer sollen für dauererkrankte Kollegen einspringen. Weitere 400 Pädagogen werden benötigt, um einen Tarifbeschluss vom vergangenen Sommer aufzufangen. Dieser sieht vor, dass Grund- und Oberschullehrer ab 2014/2015 eine Wochenstunde weniger unterrichten müssen.

Die Lehrkräfte sollen durch Zeitungsanzeigen auf die offenen Stellen aufmerksam gemacht werden, so Breiding. Aggressivere Werbemaßnahmen, etwa mit großflächigen Plakaten, seien nach einem Beschluss der Kultusministerkonferenz nicht erlaubt. Erfolgschancen rechnet sich das Ministerium beispielsweise in Süddeutschland aus. „Bayern hat Probleme, seine Gymnasialreferendare einzustellen“, so Breiding. Punkten könne Brandenburg zum Beispiel mit der Verbeamtung und der Nähe zu Berlin.

Dass diese Argumente den Pädagogen-Nachwuchs überzeugen, wird indes von vielen Seiten bezweifelt. „Die Arbeitsbedingungen hier sind nicht einladend“, sagte Günter Fuchs, Vorsitzender des Landesverbands der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). So zahle Brandenburg im Vergleich zu westdeutschen Bundesländern teils deutlich schlechter, während die Klassen hierzulande oft größer seien als anderswo. Um Lehrer an die Mark zu binden, brauche es weitere Anreize – etwa Stipendienprogramme wie sie für Mediziner angeboten werden, die sich im Gegenzug verpflichten, einige Jahre im Land zu arbeiten. Wolfgang Seelbach, Sprecher des Landeselternrats, ruft außerdem die Kommunen dazu auf, „sich Gedanken zu machen, wie sie attraktiver werden können“. So könnten zugezogene Lehrer bei der Wohnungssuche unterstützt werden.

Als „Strohfeuer“ bezeichnete Marie Luise von Halem, bildungspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, den Vorstoß. Statt in anderen Ländern zu werben, sollte das Land lieber ein Konzept er arbeiten, um junge Menschen hierzulande für den Lehrerberuf zu begeistern.
Kritik kam auch von der CDU. „Eine Werbekampagne sieht auf dem Papier schön aus, ändert aber nichts an den schlechten Arbeitsbedingungen“, sagte Bildungsexperte Gordon Hoffmann.

Von Angelika Pentsi

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