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1500 Flüchtlingskinder kommen ohne Eltern

Mammutaufgabe für Brandenburgs Jugendämter 1500 Flüchtlingskinder kommen ohne Eltern

Mutterseelenallein in einem fremden Land: Bislang kamen pro Jahr rund 150 alleinreisende minderjährige Flüchtlinge nach Brandenburg, im kommenden Jahr könnten es 1500 Kinder sein. Für die Jugendämter ist das eine große Herausforderung.

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Minderjährige Flüchtlinge in Brandenburg.
 

Quelle: dpa

Potsdam.  Mutterseelenallein in einem fremden Land: Brandenburgs Jugendämter müssen sich um immer mehr minderjährige Asylbewerber kümmern, die ohne Eltern auf der Flucht waren. „Damit stehen wir vor einer weiteren Mammutaufgabe“, heißt es in einem Schreiben von Teltow-Fläming-Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) an die Bürgermeister. Bislang musste das Land nur junge Flüchtlinge betreuen, die direkt nach Brandenburg eingereist sind. Ab 1. November soll eine neue Bundesregelung greifen, wonach alleinreisende, minderjährige Flüchtlinge wie Erwachsene gemäß dem Königsteiner Schlüssel auf die Länder verteilt werden.

Im kommenden Jahr muss Brandenburg nach derzeitigen Prognosen rund 1500 geflüchtete Jugendliche aufnehmen. „In den Landkreisen müssen innerhalb kürzester Zeit entsprechende Strukturen aufgebaut und Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden“, sagt der Sprecher des Jugendministeriums, Florian Engels. Das Personal müsse fortgebildet werden, zum Teil würden zusätzliche Mitarbeiter benötigt. Bislang hat sich in Brandenburg hauptsächlich das Diakonische Werk mit dem Projekt Alreju in Fürstenwalde (Oder-Spree) um minderjährige Migranten gekümmert: In dem Heim wurden seit Mitte der 90er pro Jahr bis zu 150 Jugendliche aufgenommen. Die Kapazität reicht nicht mehr aus. Künftig verbringen die Jugendliche bis zu drei Monate in einer Clearingstelle, einer Art Erstaufnahme für Kinder. Danach werden sie in Heimen oder Wohngruppen untergebracht.

Die CDU plädiert für die Unterbringung in Pflegefamilien

Die CDU-Fraktion fordert für Brandenburg die Übernahme des Trier-Modells: Die Stadt in Rheinland-Pfalz bringt minderjährige Flüchtlinge bevorzugt in Pflegefamilien unter. „Die freien Träger stoßen bei der Heimunterbringung an ihre Grenzen“, sagt die jugendpolitische Sprecherin der CDU, Kristy Augustin. Viele Familien würden gerne helfen, doch bislang stellten sich die Ämter quer. „Leider ist festzustellen, dass es bei vielen Familien eine Bereitschaft zur Aufnahme eines Flüchtlingskindes gibt, die Behörden jedoch diese Angebote nicht aufgreifen“, sagt auch Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks.

 

Von Marion Kaufmann

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