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190 Jungmeister in Potsdam begrüßt

Festakt der Handwerkskammer 190 Jungmeister in Potsdam begrüßt

Die Handwerkskammer Potsdam und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ehrten am Wochenende bei einem Festakt im Potsdamer Dorint-Hotel 190 Jungmeister aus 15 Gewerken. Einer von ihnen ist der Babelsberger Schornsteinfeger Martin Irmscher. Ihn plagt nun vor allem eine Frage: Wohin nur mit dem riesigen Zeugnis?

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Vom Gesellen zum Meister: Schornsteinfeger Martin Irmscher (29) kehrt in Babelsberg. Er gehört zu den 190 Glücklichen, die am Wochenende den Meisterbrief erhielten.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. In einer stimmungsvollen Feier erhielten am Sonnabend 190 Handwerker in Potsdam ihren Meisterbrief. „Der Meisterbrief ist die beste Kapitalanlage für Ihre persönliche Zukunft, für Ihren Betrieb und für unser Land Brandenburg“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) auf der Meisterfeier in der Landeshauptstadt vor mehr als 600 Gästen. Woidke lobte die Leistungen des Handwerks als „die“ Wirtschaftsmacht in Brandenburg. In diesem Jahr sei etwa ein Viertel der betrieblichen Ausbildungsverträge im Handwerk geschlossen worden. Auch in den kommenden Jahren müsse es gelingen, genügend junge Menschen zu werben und freie Ausbildungsplätze zu besetzen.

„Wir brauchen junge qualifizierte Fachkräfte, die den Mut zur Selbstständigkeit aufbringen“, betonte Robert Wüst, Präsident der Handwerkskammer Potsdam, in der Festrede. „Wir brauchen genau Sie!“ Der Metallbauer Wüst, dem sein Meisterbrief vor sieben Jahren überreicht wurde, rief den Jungmeistern zu: „Heute stehen Sie im Mittelpunkt. Lassen Sie uns feiern!“

Die 190 erfolgreichen Prüflinge – darunter 32 Frauen – haben ihre Meisterqualifikation in 15 verschiedenen Gewerken absolviert. Die meisten Absolventen stellte das Elektrotechniker-Handwerk mit 46 Jungmeistern. Es folgen die Kraftfahrzeugtechniker (28) und die Landmaschinenmechaniker (23). Besonders gefeiert wurden die Besten ihrer Gewerke, darunter der Elektrotechniker Ronny Henschke aus Brieselang, Kfz-Techniker Michael Malze aus Potsdam, Fotografin Anna Duchow aus Potsdam, Lackierer Patrick Schmidt aus Werder und Metallbauer Christian Schütte aus Milower Land. Die Beste der Besten ist Dagmar Kühling aus Kremmen.

Carla Kniestedt moderierte die Meisterfeier

Carla Kniestedt moderierte die Meisterfeier.

Quelle: Friedrich Bungert

Die Friseurmeisterin hat über alle Gewerke hinweg das beste Ergebnis erzielt. „Das ist unglaublich. Ich kann’s gar nicht fassen“, freute sich die 36-Jährige. Sie hat sich in Kremmen mit einem mobilen Friseur-Salon selbstständig gemacht. Ob er den Weg in die Selbstständigkeit irgendwann einmal einschlägt, weiß Martin Irmscher (29) indes noch nicht. Er bleibe dem Betrieb von Eyk Waelisch – Spross einer Potsdamer Schornsteinfeger-Dynastie – und seinem Babelsberger Kehrbezirk die nächsten sechs, sieben Jahre auf jeden Fall treu. Die Meisterschule hat Martin Irmscher in Teilzeit besucht, beinahe drei Jahre liegen zwischen der ersten Stunde und dem Abschluss. „In unserem Beruf ist es üblich, dass man den Weg bis zum Ende geht – die wenigsten bleiben Gesellen“, sagt Irmscher, der sich noch mit einer Frage herumschlägt: Woher nur soll er den Rahmen für den Meisterbrief bekommen? „Der ist nämlich riesengroß“, so der Schornsteinfeger. „Ich hätte wohl lieber Rahmenbauer werden sollen!“

26 Jahre nach der Wende sei die Wirtschaftslage im brandenburgischen Handwerk besser als je zuvor, konstatierte Kammerpräsident Robert Wüst. Gute Voraussetzungen also für Firmengründungen. „Das Handwerk bietet alle positiven Zukunftsaussichten für den beruflichen Weg“, sagte Ralph Bührig, Hauptgeschäftsführer der Kammer. Laut Staatskanzlei nutzen derzeit 80 Prozent der Existenzgründer die sogenannte Meistergründungsprämie. Über sie fördert das Land den Schritt in die Selbstständigkeit mit je bis zu 12 000 Euro. Handwerker kritisieren den nicht unerheblichen bürokratischen Aufwand bei den Anträgen auf die Prämie.

Übrigens: Die MAZ stellt alle Jungmeister in einer Sonderbeilage am Samstag vor.

21 Jungmeister kommen aus der Landeshauptstadt

106 der Handwerker, die am Sonnabend ihren Meisterbrief in Empfang nehmen konnten, kommen aus dem Kammerbezirk Potsdam. Er umfasst die Landkreise und kreisfreien Städte in Westbrandenburg.

34 der Jungmeister sind in Potsdam-Mittelmark zu Hause. Damit stellt der Landkreis die meisten erfolgreichen Absolventen des aktuellen Jahrgangs.

Auf Platz zwei rangiert schon die Stadt Potsdam mit 21 neuen Meistern, gefolgt vom Havelland (19), Teltow-Fläming (12) und Oberhavel (12). so

 

Von Ute Sommer

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