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Brandenburg 24-jähriger Täter soll in Psychiatrie
Brandenburg 24-jähriger Täter soll in Psychiatrie
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08:07 02.03.2017
Mit diesem Wagen hat der 24-Jährige am Dienstag zwei Polizisten überrollt. Quelle: dpa
Frankfurt (Oder)

Einen Tag nach dem gewaltsamen Tod einer 79-Jährigen und zweier Polizisten hat der 24-jährige Verdächtige ein Geständnis abgegeben und die Taten eingeräumt. Er habe in der Vernehmung die Tötung seiner Großmutter zugegeben, sagte Staatsanwältin Ricarda Böhme am Mittwoch in Frankfurt (Oder). Er habe erklärt, dass beide zuvor um Geld gestritten hätten. Ihr Enkel habe ihr eine Schnittverletzung am Hals zugefügt. Die Frau verblutete.

Mord aus niederen Beweggründen

Der Mann habe auch gestanden, auf seiner Flucht die beiden Polizisten – 49 und 52 Jahre alt – an einer Kontrollstelle in Oegeln (Oder-Spree) überfahren zu haben. Als Motiv habe der 24-Jährige angegeben, er habe Angst gehabt von den Beamten erschossen zu werden, wenn er gestoppt werden würde. In allen Fällen nehmen die Ermittler Mord aus niederen Beweggründen an.

In Müllrose (Oder-Spree) ereignet sich am 28. Februar 2017 ein schreckliches Verbrechen. Dort ersticht der 24-jährige Jan G. zunächst seine Großmutter. Dann flieht er und überfährt auf der Flucht zwei Polizisten an einer Straßensperre in Beeskow, Ortsteil Oegeln.

Der Mann liegt derzeit verletzt in einem Krankenhaus. Er soll stark drogen- und alkoholabhängig sein. Die Rede ist von der Droge Crystal Meth, was allerdings am Mittwoch offiziell nicht bestätigt wurde. Außerdem soll er an einer schweren psychischen Störung leiden. Daher ist er laut Staatsanwaltschaft offenbar nicht schuldfähig.

24-Jähriger war schon vorher auffällig

Die Ermittler beantragten eine Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie. Der 24-Jährige war schon früher auffällig geworden und leidet unter einer Schizophrenie, sagte Böhme. Das Landgericht Frankfurt (Oder) hatte bereits die Unterbringung in einem Urteil vom November 2016 unter anderem wegen räuberischer Erpressung angeordnet, auf Anraten eines Gutachters aber die Maßregel zur Bewährung ausgesetzt. Der Gutachter bescheinigte ihm Behandlungsfähigkeit. Von den Straftaten wurde er wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen. Der Mann hatte sechs Einträge, unter anderem wegen Raub und gefährliche Körperverletzung im Bundeszentralregister. Von Februar 2013 bis Juni 2014 verbüßte er eine Haftstrafe wegen schwerer Körperverletzung.

Auto als Waffe eingesetzt

Der Schock und die Trauer in der brandenburgischen Polizei sind groß. „Wir sind alle total betroffen“, sagte der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Schuster, der MAZ. „Die beiden Kollegen hatten keine Chance, dem Fahrzeug auszuweichen.“ Der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG), Peter Neumann sagte, der Fall zeige, wie immer mehr die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung gegen Polizisten in Brandenburg sinke. „Ein Fahrzeug wurde als Waffe gegen unsere Kollegen eingesetzt“, sagte Neumann der MAZ. „Der Fall erschüttert sehr und macht betroffen.“

In Brandenburg wird der drei Opfer gedacht. Fahnen wehen auf Halbmast. An Polizeiautos ist ein Trauerflor angebracht. Der Landtag begann seine Sitzung am Morgen mit einer Schweigeminute. Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) sagte, man stehe fassungslos vor dieser Gewalttat. Aus einem ganz normalen Diensttag wurde ein Alptraum.“ Auch im Polizeipräsidium gab es eine Schweigeminute. Am Nachmittag traf sich Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) mit den Familien der Polizisten, um ihnen die Anteilnahme und Unterstützung des Landes zuzusichern.

Spendenkonto für Hinterbliebene

Beide Polizisten waren verheiratet und Vater von je drei Kindern. Der Martin-Heinze-Fonds hat ein Spendenkonto für die Hinterbliebenen eingerichtet.

So können Sie spenden

Der Fonds ist benannt nach dem Brandenburger Polizisten Martin Heinze, der im August 1995 auf Zivilstreife von einem Einbrecher erstochen worden war.

Empfänger: Martin-Heinze-Fonds
IBAN: DE97 1705 4040 3000 6499 20
Verwendungszweck: Spende Hinterbliebene (und Absenderangaben für die Spendenbescheinigung)

Von Georg-Stefan Russew und Klaus Peters

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