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Brandenburg 28-Jähriger: „Pfefferspray nur aus Spaß versprüht“
Brandenburg 28-Jähriger: „Pfefferspray nur aus Spaß versprüht“
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16:03 03.09.2015
Am Dienstagabend in Massow. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Die Pfefferspray-Attacke auf rund 40 Flüchtlinge in Massow bei Halbe (Dahme-Spreewald) nimmt immer merkwürdigere Züge an. Der Beschuldigte ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Seine Aussagen sind zumindest widersprüchlich. Gegenüber der Polizei und der Staatsanwaltschaft bestreitet er ein rassistisches Motiv. „Eine fremdenfeindliche Tatmotivation ist ihm zurzeit nicht zu belegen“, erklärte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Auf seinem Facebook-Profil habe der 28-jährige Bauarbeiter aber Pegida-Parolen geteilt.

Zu seiner Motivation sagte der 28-Jährige, er habe das Pfefferspray „aus Spaß“ eingesetzt und die Wirkung unterschätzt. Laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft soll sich die Tat so abgespielt haben.

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Bei der Attacke auf eine Asylunterkunft in Massow sind am Dienstag, 1. September, 40 Flüchtlinge durch Reizgas verletzt worden, darunter auch acht Kinder. Rettungskräfte aus dem ganzen Landkreis hätten die Flüchtlinge untersucht, die leichte Reizungen der Atemwege und Augen hatten. Ein Tatverdächtiger wurde bereits festgenommen.

So soll sich die Attacke abgespielt haben

Der 28-Jährige hat zunächst mit Bewohnern einen Kindergeburtstag in dem Flüchtlingsheim gefeiert. Bei der Feier hat er Alkohol getrunken und immer wieder mit dem Pfefferspray herumgefuchtelt, aber nicht eingesetzt. Als er die Feier mit einem Kollegen verließ sprühte er aus Spaß das Spray in einen Flur. Dort hielten sich keine Menschen auf. Der Wirkstoff verteilte sich aber im Flur und geriet auch in einige Zimmer. Einige Flüchtlinge verließen darauf ihr Zimmer und traten in die Reizgasschwaden hinein.

Durch das Sprühgeräusch wurden einige Bewohner auf den 28-Jährigen aufmerksam und wollten ihn zur Rede stellen. Der Beschuldigte war zu diesem Zeitpunkt bereits auf seinem Zimmer, wo er von einigen Heimbewohnern aufgesucht wurde. Der 28-Jährige ist in dem Heim als Bauarbeiter tätig und hat dort ein Zimmer.

Als er dort von einigen Bewohnern aufgesucht wurde, setzte er das Spray erneut ein. Dieses Mal aus Angst, er sprühte aus 10 bis 15 Metern in Richtung der Bewohner, danach flüchtete er in das Zimmer einer ihm bekannten Asylbewerberin.

Bei der Attacke sind 30 Menschen verletzt worden

Bei der Attacke wurden mehr als 30 Asylbewerber verletzt, sie klagten über Atemnot, Husten, Schluckbeschwerden und Reizungen der Augen. Auch Kinder waren darunter. Einige kamen ins Krankenhaus.

Der Beschuldigte hat den Tathergang eingeräumt und betont, dass er keinen Bewohner verletzen wolle. Außerdem verstehe er sich gut mit ihnen. Laut Staatsanwaltschaft bestätigen Zeugen und Bewohner den Tathergang.

Aufputschende Drogen im Blut

Bei der Tat war der Mann angetrunken und stand unter Drogen. Er hat unter anderem Crystal Meth konsumiert. Die Droge wirkt aufputschend. Bei der Polizei ist der Mann bereits wegen Drogendelikten bekannt.

Nach dem Vorfall am Dienstagabend mussten 35 Menschen wegen Augenreizungen und Atembeschwerden behandelt werden. 16 Verletzte wurden vorsorglich in umliegende Krankenhäuser gebracht, unter ihnen 8 Kinder. Insgesamt waren 250 Rettungskräfte im Einsatz. Auf dem ehemaligen Kasernengelände im Ortsteil Massow sind mehr als 300 Flüchtlinge untergebracht.

Von MAZonline

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