Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg 300-Kilo-Walherz fliegt von Guben nach Kanada
Brandenburg 300-Kilo-Walherz fliegt von Guben nach Kanada
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:49 05.05.2017
Ein Blick in die Herzkammer eines plastinierten Walherzens, aufgenommen am 05. Mai 2017 in Guben (Brandenburg). Quelle: dpa
Anzeige
Guben

Ein Blauwalherz so groß wie ein Mensch. An einem Metallständer ist das präparierte Riesenorgan befestigt. Rund 300 Kilogramm wiegt es. Mit einer Kettenkonstruktion hebt ein Gabelstapler das Präparat an, in einer Halle ist eine große Holzkiste vorbereitet. Zollbeamte kommen am Freitag nach Südbrandenburg zur Gubener Plastinate GmbH von Leichenpräparator Gunther von Hagens und inspizieren die seltene Fracht. In der nächsten Woche soll das Blauwalherz mit einem Lastwagen abgeholt und dann von Frankfurt am Main nach Kanada geflogen werden, wie Projektbetreuerin Anja Woitke sagt. Das Royal Ontario Museum in Toronto will als Auftraggeber das Objekt in einer Ausstellung zeigen.

2014 waren mehrere tote Blauwale an der Küste der kanadischen Insel Neufundland entdeckt worden. Zwei von ihnen durfte das Museum in Toronto für wissenschaftliche Arbeiten nutzen. Die Kanadier schickten das Herz des Blauwals Ende 2015 nach Brandenburg.

In Guben wurde knapp anderthalb Jahre lang ein gigantisches Herz eines Wals plastiniert – nach Unternehmensangaben ein weltweit einmaliges Vorhaben. Nun ist das Objekt fertig und geht auf Reisen. Der Blauwal war 2014 an der Küste Neufundlands verendet. Bilder aus dem Plastinarium

In der Kleinstadt Guben an der Grenze zu Polen gibt es seit 2006 die Plastinate-Werkstatt in einer ehemaligen Tuch- und Hutfabrik. Es entstehen anatomische Plastinate aus menschlichen Körpern und Tieren. Mehr als 90 Prozent von diesen werden nach früheren Unternehmensangaben für Universitäten weltweit produziert. Bekannt sind die Plastinate vor allem durch von Hagens’ umstrittene „Körperwelten“-Ausstellungen.

Aktuelle Ausstellung in Brandenburg

Die anatomische Ausstellung „Körper“ – Die Lehre der Toten gastiert derzeit in Brandenburg.

Mehr als 200 Exponate zeigen unter anderem konservierte menschliche Körpern, Organe und Moulagen.

In Luckenwalde ist die Ausstellung noch bis zum 7. Mai zu sehen im Communication Center im Biotechnologie Park 4 (CBB).

Vom 12. bis 14. Mai ist sie im Theater Schwedt zu sehen.

Die Termine für Prenzlau sind der 20. und 21. Mai in der Uckerseehalle.

Infos hält die Website bereit: http://www.koerper-ausstellung.com

Das Walherz wurde nach Unternehmensangaben entwässert und entfettet. Hinzu kamen wiederum Dutzende Liter Kunststoff in rot und blau, um Adern und Gefäßteile aufzufüllen und farblich abzusetzen. Das Riesenherz fühlt sich gummiartig an. Es ist rund 1,70 Meter groß. Als das Organ angeliefert wurde, wog es laut Woitke 180 Kilogramm - jetzt sind es rund 120 Kilo mehr.

Für diese Dimension eines Präparates musste die Plastinate-Werkstatt extra neue Technik anschaffen, damit das Herz gekühlt werden und in einer Lösung liegen konnte. Genutzt wurde laut Woitke auch Präparationstechnik für einen Elefanten, der von der Firma zu einem früheren Zeitpunkt einmal in China bearbeitet worden war.

Die Plastinate-Werkstatt in Guben in Zahlen

2006 öffnete die Plastinate-Werkstatt des umstrittenen Leichenpräparators Gunther von Hagens in der südbrandenburgischen Kleinstadt Guben (Spree-Neiße).

Pro Monat können im Durchschnitt etwa fünf Ganzkörper-Plastinate von menschlichen Leichen hergestellt werden. Die Zahl variiert aber, weil auch Einzel-Körperteile präpariert werden.

Die Zahl der registrierten Körperspender, die sich nach dem Tod plastinieren lassen würden, belief sich Ende 2016 auf etwa 16.500.

Die Zahl der Mitarbeiter ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Insgesamt arbeiteten für den Standort Guben Ende vergangenen Jahres 70 Mitarbeiter (davon 15 in Heidelberg, die aber keine Plastinate herstellen). Im Jahr 2011 waren es noch insgesamt 43 Mitarbeiter.

Die Zahlen stammen von der Gubener Plastinate GmbH, Institut für Plastination.

Als das Herz in Guben ankam, lag es bereits mehr als ein Jahr in einer Lösung. Die Herstellungskosten beziffert das Gubener Unternehmen auf gut 200 000 Euro. Dass es mehr als ein Jahr dauerte, bis das präparierte Herz dann fertiggestellt war, liege an den langen Prozessen der Entwässerung und Entfettung. Werden diese verkürzt, treten Schrumpfungen am Objekt auf, wie Woitke erläutert.

Für den Zoll ist die Fracht auch eine Seltenheit. Weil Kanada ein Drittland (außerhalb EU) ist, sind bestimmte Formalitäten für eine Ausfuhr notwendig. Dazu zählen Anmeldungen und Bescheinigungen, wie das Hauptzollamt Frankfurt (Oder) erläutert. Woitke zufolge sind es inzwischen so viele Unterlagen, dass mit dem Walherz ein ganzes Buch unterwegs sein wird.

Von Anna Ringle

Brandenburg Konferenz in Bad Saarow (Uckermark) - Umweltminister: Wolf ist nationale Aufgabe

Erfolg für Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt: Obwohl der Wolf nur in diesen Bundesländern ansässig ist, wird er nun zur nationalen Angelegenheit. Unter der Leitung Brandenburgs wird eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Für Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) ist klar: „Wir werden Wege finden müssen, mit dem Wolf zu leben.“

05.05.2017
Brandenburg MAZ-Kommentar zu Schulnoten - Weg mit den Spaßbremsen!

Kurz nach der Einschulung strotzen Mädchen und Jungen vor Energie und Ehrgeiz. Doch spätestens beim ersten Zeugnis kullert dann die eine oder andere Kinderträne. Eigenschaften wie Neugier, Fleiß und Hilfsbereitschaft lassen sich niemals in Zahlen ausdrücken, sagt MAZ-Autorin Diana Bade und plädiert dafür, Noten für die ganz Kleinen abzuschaffen.

05.05.2017

Doppelt gute Aussichten: Das Wochenende steht vor der Tür – und zwar mit höheren Temperaturen als in den vergangenen Tagen. Ab und zu zeigt sich sogar die Sonne. Vom Wonnemonat Mai kann aber in Brandenburg weiterhin nicht die Rede sein.

05.05.2017
Anzeige