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40 Prozent der Schüler haben schon feste Berufswünsche

Berufsanfänger in Brandenburg 40 Prozent der Schüler haben schon feste Berufswünsche

Junge Menschen in Brandenburg kümmern sich durchaus um ihre berufliche Zukunft. Die Universität Potsdam befragte fast 800 Schüler der Region. Über 70 Prozent der Mittel- und Oberstufenschüler machten sich schon viele Gedanken über ihren Beruf, gut 40 Prozent haben bereits klare Vorstellungen. Ein Manko: Die wenigsten kennen das Angebot direkt vor der Haustür.

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Mario Tobias ist Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam. Tobias ist promovierter Biologe und promovierter Wirtschaftswissenschaftler.

Quelle: IHK

Potsdam. Schüler in Brandenburg machen sich sehr viele Gedanken über ihre berufliche Zukunft, informieren sich auch sehr umfassend, kennen aber trotzdem oft nicht das Ausbildungsangebot unmittelbar in ihrer Region. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Lehrstuhl Marketing II der Universität Potsdam für die Industrie und Handelskammer (IHK) Potsdam dieses Frühjahr erstellt hat. Befragt worden waren 779 Schülerinnen und Schüler der 9. bis 13. Klassenstufe in Berlin und Brandenburg.

Die meisten kennen ihre Stärken und Schwächen

So gaben über 70 Prozent der befragten Schüler an, sich viele Gedanken über ihre Berufswahl zu machen. 65 Prozent glaubten ihre Stärken und Schwächen genau zu kennen und wollten daran auch ihre Berufswahl ausrichten. Von den befragten Schülern hatten immerhin mehr als 41 Prozent sehr klare Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft. Andererseits waren sich 60 Prozent noch nicht sicher oder wussten überhaupt noch nicht, was sie nach der Schule machen würden. Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Berufswahl junger Märker und Berliner sei schließlich die Nähe des Ausbildungsplatzes zu ihrem Wohnort. „90 Prozent der Befragten würden einen Arbeitsplatz in der näheren Umgebung bevorzugen“, sagt der für die Studie verantwortliche Mitarbeiter der Uni Potsdam, Timo Knöpfle.

„Die konkreten Inhalte der jeweiligen Ausbildung waren den Schülern aber nur wenig bekannt“, so Knöpfle. Bemerkenswert fand der Sozialwissenschaftler auch, dass sich nur 20 Prozent der Schüler gut auf die Arbeitswelt vorbereitet fühlten. Immerhin: Mehr als die Hälfte glaubte, wenigstens einigermaßen den Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen zu können.

Das Internet ist die erste Informationsquelle

Erste Informationsquelle der Jugendliche sei auch bei der Berufswahl der Jugendlichen das Internet. Einen großen Einfluss haben die Familie, Freunde und Bekannte, die über eigene Berufserfahrung berichten. Den geringsten Einfluss auf die Berufswahl haben Berufs- und Fachmessen. Auch Praktika geben nicht den Ausschlag, Bei den entscheidenden Informationsquellen stehen sie erst an vierter Stelle. „Zusammenfassend kann man sagen, dass die Schüler sich keineswegs vom Informationsangebot überflutet fühlen“, sagt Knöpfle. „Uns hat das selbst überrascht. Wir hätten gedacht, dass die Vielfalt der Infos die Schüler erschlägt.“ Besonders mit dem Angebot in den neuen Medien kämen sie gut zurecht.

Auf Seiten der märkischen Wirtschaft ist es ein Problem, dass die jungen Leute viel zu wenig wüssten, welche Vielfalt an Möglichkeiten sie vor Ort hätten. „Sie wissen nicht, dass sie aus Hunderten von Berufen auswählen können“, sagt Mario Tobias, Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam. Allein die IHK Nord habe mehr als 1000 Unternehmen in ihrem Verantwortungsbereich. Da Ausbildung das Kernthema der IHK sei, wolle die Kammer auch noch mehr für die Region werben. So seien drei Projektstellen neu geschaffen worden, damit noch mehr Vertreter der beruflichen Praxis direkt an den Schulen über Jobmöglichkeiten informieren könnten. Zu unkonventionellen Infoangeboten gehöre zum Beispiel auch Schnitzeljagden mit Tablets, die Jugendliche durch die Struktur verschiedener Unternehmen führten.

Trotzdem Fachkräftemangel

Das Interesse junger Menschen ändere nichts am Fachkräftemangel auch in der Region, sagt Andreas Schulz, Vorstandsvorsitzender der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS). Laut IHK-Statistik sind zum Beispiel allein in der Region Nord 82 Plätze für eine Ausbildung in der Lagerlogistik und 79 Plätze für Kaufleute im Einzelhandel unbesetzt geblieben. Ein Hauptgrund für den Fachkräftemangel sei das Demografieproblem. „Es hat auch etwas mit qualitativen Aspekten zu tun“, räumt Schulz. Grundlegende sprachliche und mathematische Fähigkeiten könne man nicht als gegeben voraussetzen. Auch an Allgemeinbildung hapere es oft. „Anstatt dass wir dann eine Stelle besetzen und uns ärgern, lassen wir lieber drei Stellen offen.“ Nicht zuletzt ziehen große Unternehmen der kleinteiligen Unternehmensstruktur in Brandenburg Berufsanfänger ab.

Von Rüdiger Braun

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