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400 Millionen Euro für Preußens Schlösser

Masterplan II steht 400 Millionen Euro für Preußens Schlösser

Die Sanierungsliste ist noch lang: Nach dem ersten Masterplanprogramm für das Preußische Weltkulturerbe in Höhe von 155 Millionen Euro ist nun der Weg für den Masterplan II frei: Das neue Sonderinvestitionsprogramm für die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg fällt mit 400 Millionen Euro noch üppiger aus.

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Der Marmorsaal im Neuen Palais wurde bereits saniert.

Quelle: dpa

Potsdam. Im Frühjahr bog das vorerst letzte Großprojekt der Schlösserstiftung auf die Zielgerade ein: Der Neubau des Zentralen Kunstgutdepots (ZED) auf dem Gelände des früheren Reichsbahn-Ausbesserungswerkes in Potsdam feierte Richtfest. Bis 2018 will die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten dort Gemälde, Skulpturen, Rahmen und Möbel zusammenführen und klimageschützt lagern, die bisher noch auf sieben unterschiedliche Standorte verteilt sind.

Finanziert wird die neue Kulturgutherberge mit den letzten Mitteln des Sonderinvestitionsprogramms, das Bund, Brandenburg und Berlin für die Jahre 2008 bis 2017 aufgelegt hatten. Der sogenannte Masterplan umfasst insgesamt 155 Millionen Euro. Doch die Aufgabenliste gegen den Zerfall der bedeutenden Schlösser- und Gartenlandschaft ist noch lang. Deswegen wird der Masterplan in die Verlängerung geschickt. Der zweite Teil des Sonderinvestitionsprogramms steht nun. Brandenburg werde bis 2030 rund 131 Millionen Euro dafür bereitstellen, sagte Finanzminister Christian Görke (Linke) am Sonntag. Die Vereinbarung sieht nach seinen Angaben vor, dass der Bund 200 Millionen Euro beisteuert, das Land Berlin rund 69 Millionen Euro. Damit beläuft sich die Neuauflage des kulturellen Anti-Aging-Programms auf insgesamt 400 Millionen Euro.

Morgen wird die gemeinsame Bund-Länder-Finanzierung zur Bewahrung des kulturellen Erbes im Brandenburger Kabinett vorgestellt. 21 Bau- und Gartendenkmale konnten mit dem ersten Masterplan restauriert werden und zwei Neubauprojekte, darunter das Kulturdepot, entstehen. Trotz vieler anderer Herausforderungen werde das Land seinen Anteil an dem Programm schultern, betonte Görke. Im laufenden Haushalt stelle Brandenburg jährlich bereits 14 Millionen Euro für den Unterhalt der Stiftung bereit. Die zusätzlichen Mittel für den neuen Masterplan seien bereits Teil des Doppelhaushalts 2017/18 und seien in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2020 berücksichtigt, so Görke.

„Durch das neue Programm können im Land Brandenburg unter anderem die Sanierungen im Neuen Palais und in Schloss Babelsberg fortgesetzt werden“, sagte Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD). Die Bewahrung des „herausragenden kulturellen Erbes“ sei ein wichtiges Ziel des Landes, betonte sie.

Mit dem neuen Masterplan stehen unter anderem Arbeiten an den inzwischen reichlich maroden Römischen Bädern in Potsdam sowie am sanierungsbedürftigen Schloss auf der Pfaueninsel in Berlin auf dem Plan. Nachdem die Hülle von Schloss Babelsberg mit dem ersten Masterplan saniert wurde, steht nun der Innenausbau an. Auch die bislang größte Baustelle der Stiftung, das Neue Palais im Park Sanssouci, muss weiter gehegt werden. Rund 50 Millionen Euro aus dem Sonderinvestitionsprogramm sind dafür vorgesehen. Unter anderem soll das Dach gerichtet und der eindrucksvolle Grottensaal, den mehr als 24 000 Minerale zieren, weiter saniert werden.

Jährlich werden die Schlösser und Gärten der Stiftung von mehr als 1,5 Millionen Touristen besucht. Zur Stiftung gehören in Berlin und Brandenburg 300 Gebäude und 750 Hektar Gärten und Parkanlagen. Die Schlösser und Gärten von Potsdam-Sanssouci gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Allerdings war der Besucherzuspruch zuletzt rückläufig. Deswegen will die Schlösserstiftung im kommenden Jahr die Öffnungszeiten für ihre Häuser in Berlin und Brandenburg um eine halbe Stunde bis Stunde verkürzen. Die Ankündigung des Sparkurses hatte der Stiftung Kritik eingebracht. In der Hauptsaison von April bis Oktober könnten künftig Attraktionen wie Schloss Sanssouci, Neues Palais oder Schloss Charlottenburg bereits um 16.30 bis 17 Uhr die letzten Besucher einlassen statt wie bisher um 17.30 Uhr.

Von Torsten Gellner

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