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500 Euro-Scheine bei Fälschern beliebt

Falschgeld in Brandenburg 500 Euro-Scheine bei Fälschern beliebt

Ungewöhnlich viele nachgemachte 500-Euro-Banknoten sind in Brandenburg sichergestellt worden. Dabei ist die höchste Euro-Banknote ist ein Auslaufmodell. Die Zentralbank stoppt Ende 2018 deren Ausgabe, um kriminellen Machenschaften wie Geldwäsche vorzubeugen. Insgesamt ist in Brandenburg weniger Falschgeld aufgetaucht als in den Vorjahren.

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Gedruckt und getrocknet: Mit nachgemachten 500ern wurde in Super- und Baumärkten bezahlt.

Quelle: dpa

Potsdam. In Brandenburg sind 2017 ungewöhnlich viele falsche 500-Euro-Scheine aufgetaucht. Wie das Landeskriminalamt (LKA) auf MAZ-Anfrage mitteilte, wurden im ersten Dreivierteljahr 53 Banknoten mit dem höchsten Euro-Nennwert sichergestellt. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 29 (2015: fünf, 2014: sieben, 2013: eine). „Es handelt sich um sehr gute Fälschungen, die von Laien kaum von echtem Geld zu unterscheiden sind und auch bei Einzahlungen an Geldautomaten nicht als falsch erkannt wurden“, sagt LKA-Sprecherin Karina Schulter. Hauptsächlich sind die Blüten in den Landkreisen Märkisch-Oderland, Oberhavel und Barnim aufgetaucht – und hier überwiegend in Supermarktketten und Baumärkten.

Dabei ist dem 500er keine lange Lebenszeit mehr beschieden, denn die Europäische Zentralbank hat beschlossen, seine Ausgabe Ende 2018 einzustellen. Mit diesem Schritt sollen kriminelle Geschäfte wie Geldwäsche und Terrorfinanzierung eingedämmt werden.

Insgesamt ist das Falschgeldaufkommen in Brandenburg rückläufig. Wurden in den ersten neun Monaten dieses Jahres 775 „Blüten“ im Wert von rund 60 000 Euro beschlagnahmt, so waren es im Vorjahreszeitraum 1238 Scheine (2015: 1777, 2014: 1576, 213: 600). Den größten Anteil hat der falsche Fünfziger mit 484 Banknoten. Aber auch davon sind weniger bei der Polizei gelandet, im Vorjahreszeitraum waren es noch 813 (2015: 961).

Fälschungen im Millionenwert

In Deutschland entdeckten Banken, Handel und Polizei in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rund 39 700 „Euro-Blüten“ – 8,7 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2016.

Im gesamten Jahr 2016 wurden 82 200 falsche Banknoten im Wert von 4,2 Millionen Euro aus dem Verkehr gezogen.

Die Bundesbank geht aufgrund der verbesserten Sicherheitsmerkmale von einem weiteren Rückgang bei falschen Fünfzigern aus.

Die Polizei empfiehlt, Geldscheine zu prüfen, um nicht getäuscht zu werden, denn für „Blüten“ im Portmonee gibt es keinen Ersatz.

Sicherheitsmerkmale sind Wasserzeichen und Sicherheitsfaden sowie Hologrammelemente und das Durchsichtsfenster beim neuen 20er und 50er.

Zwei unechte 200er legte ein russisches Ehepaar vergangenen Samstag im Outlet-Center Wustermark (Havelland) auf den Ladentisch. Das Pärchen gab an, sie in Moskau zur Hochzeit geschenkt bekommen zu haben. Es stellte sich heraus, dass es „Souvenirgeld“ ist.

Auffällig ist, dass beim Fünfziger die Zahl der „traditionellen Fälschungen“ aus den Werkstätten der sogenannten „Napoli-Group“ zurückging. Nach Schätzungen stammt bislang die Hälfte aller nachgemachten Euro-Scheine aus der Gegend um die süditalienische Metropole. Arbeitslose Buchdrucker hatten sich dort vor langer Zeit mit Geldfälschungen ein Auskommen gesichert und die Fertigkeiten weitervererbt. Einige Razzien haben dem Netz in den vergangenen drei Jahren jedoch empfindliche Schläge versetzt. Zudem wurden im Frühjahr zwei illegale Druckereien in Kärnten und Wien (Österreich) ausgehoben, die laut LKA Bezüge nach Brandenburg aufwiesen.

Falschgeldfahnder haben festgestellt, dass im Darknet verstärkt 50-Euro-Noten angeboten werden, die Hologramme aus chinesischer Fertigung besitzen. Das dabei verwendete Dot-Matrix-Druckverfahren liefert hohe Qualität. Auch der im Frühjahr von Europas Notenbanken in Umlauf gebrachte neue 50-Euro-Schein ist nicht davor gefeit kopiert zu werden. „Keine Banknote ist fälschungssicher“, so LKA-Sprecherin Schulter. PC, Kopierer, Scanner und entsprechendes Papier reichten aus, um Kopien in „Heimarbeit“ herzustellen. „Aber die Sicherheitsmerkmale lassen sich nur bedingt nachahmen.“ Erfolg hatten die Währungshüter zuletzt mit dem überarbeiteten 20-Euro-Schein. Hier ging die Zahl der aufgetauchten Fälschungen auch in Brandenburg zurück, von 730 im Jahr 2014 auf aktuell 142.

Verlässliche Zahlen zu mutmaßlichen märkischen Geldfälschern liegen laut LKA für dieses Jahr noch nicht vor. Es seien nur wenige Fälle bekannt, in denen zumeist jugendliche Täter mit einfach hergestellten Kopiefälschungen kleinerer Nennwerte (5 und 10 Euro) ihr Taschengeld aufbessern wollten, so die LKA-Sprecherin. Im organisierten Milieu sei davon auszugehen, dass „Geldausgeber“ zumeist kleine Stückzahlen höherer Werte in Geschäften, Gaststätten und an Tankstellen in den Verkehr bringen.

Bundesweit häufen sich zudem Fälle, in denen hochwertige elektronische Geräte, die im Internet zum Kauf stehen, mit Falschgeld bezahlt werden. So wurde ein Cottbuser getäuscht, der seinen Pkw BMW für 4000 Euro verkaufen wollte. Der Käufer übergab ihm 80 Scheine zu je 50 Euro. Eine Prüfung am nächsten Tag ergab: alles Fälschungen.

Anders als in Brandenburg ist in Berlin deutlich mehr Falschgeld im Umlauf. Im ersten Halbjahr 2017 wurden laut Polizei Banknoten und Münzen im Wert von 264 000 Euro festgestellt – 100 000 Euro mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Gros der „Blüten“ stellen der 50er und 500er. Und tatsächlich: In manchen Geldbeuteln klimpern auch falsche Ein- oder Zwei-Euro-Münzen. Illegale Prägewerkstätten vermuten die Fahnder vornehmlich in China. Wegen ihrer guten Qualität werden die Münzen auch von Automaten angenommen.

Von Volkmar Krause

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