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Brandenburg 5G-Ausbau: Rund 70.000 Funkmasten in Brandenburg nötig
Brandenburg 5G-Ausbau: Rund 70.000 Funkmasten in Brandenburg nötig
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01:15 21.03.2019
Die Auktion der neuen Mobilfunklizenzen könnte Wochen dauern. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Potsdam

Viel Ärger um 5G – das Kürzel für den neuen Mobilfunkstandard ist in den letzten Wochen für viele zum Aufregerthema Nummer geworden. Dabei sollte die Vergabe der 5G-Frequenzen den Digitalstandort Deutschland aufwerten. Auch in Brandenburg hegt man große Erwartungen – und streitet über die Frage, ob es das superschnelle Datennetz an buchstäblich jeder Milchkanne geben soll. Fragen und Antworten zu 5G:

Was ist 5G überhaupt?

5G bezeichnet die fünfte Mobilfunkgeneration. Es geht dabei weniger um’s Telefonieren, als um die schnelle Datenübertragung. Die funktioniert mit 5G rund hundert Mal schneller als mit dem aktuellen LTE (4G). Außerdem können in einer 5G-Funkzelle viel mehr Geräte bedient werden als bei den älteren Standards. So kann ein 5G-Netz in einer Fertigungshalle besonders viele Dinge und Maschinen miteinander verbinden oder aber auf Straßen ein schnelles und zuverlässiges Netz zur Verkehrssteuerung bieten.

Welche Frequenzen werden jetzt versteigert?

In der 5G-Auktion, die am 19. März in Mainz beginnen soll, geht es um 41 Frequenzblöcke, die in vergleichsweise hohen Bereichen liegen (2 sowie 3,4 bis 3,7 Gigahertz). Nach den Gesetzen der Physik haben diese hohen Frequenzen keine großen Reichweiten. Es können zwar theoretisch bis zu fünf Kilometer überbrückt werden, aber auch nur dann, wenn kein Baum, Haus oder ein anderes Hindernis im Weg steht.

Wie viele Funkmasten müssen gebaut werden?

Das hängt davon ab, welche Netzabdeckung man haben will. Politiker fordern gerne pauschal eine flächendeckende Abdeckung. Der Branchenverband Bitkom hat ausgerechnet, was das bedeuten würde: Um 98 Prozent der Haushalte zu versorgen, müssten rund 800.000 Funkzellen aufgebaut werden. Bezogen auf Brandenburg würde das den Bau von 60.000 bis 70.000 Funkmasten nach sich ziehen. Momentan gibt es in der Mark etwa 3000 Masten.

Was ist für Brandenburg realistisch?

Hier gehen die Meinungen in der Landesregierung auseinander. Der für die Digitalisierungsstrategie zuständige Staatssekretär Thomas Kralinski (SPD) meint, 5G müsse perspektivisch „an jeder Milchkanne“ verfügbar sein. Auch der CDU-Wirtschaftsexperte Dierk Homeyer fordert dies. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hält das für unrealistisch: „5G ist eben auf absehbare Zeit nicht an jeder Ecke und in jedem Haushalt sinnvoll oder nötig. Deutschland sollte erst einmal 3G und vor allem 4G möglichst flächendeckend hinbekommen“, sagte er im MAZ-Gespräch.

Wer profitiert von 5G?

Zunächst werden vor allem Unternehmen profitieren, die den neuen Standard zum Beispiel in ihrer Fertigungshalle oder in einem Fuhrpark für das Internet der Dinge nutzen. Für die Industrie 4.0 gilt 5G als unverzichtbar.

Was hat der private Nutzer davon?

Erst kürzlich haben zahlreiche Hersteller neue Smartphones angekündigt, die bereits den 5G-Standard unterstützen. Doch wann die ersten Käufer davon einen Vorteil haben werden, ist offen. Vorteile dürfte 5G privaten Nutzern überall dort bringen, wo viele Menschen zusammenkommen und gleichzeitig online sein wollen.

Löst 5G die 4G-Netze ab?

Nein, LTE ist eine wesentliche Grundlage von 5G. Die Mobilfunkbetreiber bauen die 4G-Netze auch weiterhin massiv aus. Für viele Anforderungen dürfte sogar LTE völlig ausreichen – zum Beispiel beim Streaming von Videos.

Welche Strahlung wird bei 5G verwendet?

Bei der Mobilfunkstrahlung, wie sie auch bei 5G genutzt wird, handelt es sich um elektromagnetische Strahlung. Zahlreiche Studien haben sich bereits mit den Auswirkungen beschäftigt. „Eindeutig nachgewiesen ist bislang lediglich, dass die hochfrequenten Felder eine thermische, also wärmende Wirkung haben. Das kennt man ja auch aus der Mikrowelle“, erklärt Sarah Drießen vom Forschungszentrum für elektromagnetische Umweltverträglichkeit an der RWTH Aachen. Allerdings fällt beim Mobilfunk dieser Effekt viel geringer aus.

Was sagen Kritiker des Ausbaus über gesundheitliche Schäden?

Einige Ärzte haben sich in einem offenen Brief an die Bundesregierung gewandt. Sie warnen vor den Auswirkungen für elektrosensible Patienten. Etwa sechs bis acht Prozent der Bevölkerung leiden demnach unter dem „Mikrowellensyndrom“, was sich unter anderem durch Migräne, Schmerzzuständen oder Depressionen äußere. Zudem finden sich im Internet mehrer Petitionen gegen den Ausbau.

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Von Torsten Gellner und Renate Grimming

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