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Brandenburg Rekord: 618 Millionen Euro für Brandenburgs Straßen
Brandenburg Rekord: 618 Millionen Euro für Brandenburgs Straßen
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13:06 25.02.2019
Das größte Bauprojekt ist der Ausbau der A10 und der A24, der sogenannten Havellandautobahn . Quelle: dpa
Potsdam

In Brandenburg fließt in diesem Jahr so viel Geld wie nie in den Straßenbau. Insgesamt werden rund 618 Millionen Euro für die Planung, den Bau und die Unterhaltung von Straßen eingesetzt, sagte Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) am Montag in Potsdam. „Das ist ein Rekordwert, der insbesondere den großen Autobahnprojekten geschuldet ist“, sagte sie. 2018 wurden Maßnahmen in Höhe von 576 Millionen Euro realisiert, das waren 90 Millionen Euro mehr als eingeplant. Dabei handelt es sich Bundesmittel für Autobahnen, wie Schneider betonte.

Auch in diesem Jahr stammt der Großteil des Geldes auch den Töpfen des Bundes, nämlich 460 Millionen. Allein für den Ausbau der Havellandautobahn (nördliche A10/A24 bis Neuruppin), der in öffentlich-privater Partnerschaft realisiert wird, sind 131 Millionen Euro aus Bundesmitteln in diesem Jahr vorgesehen. 143 Projekte sollen in diesem Jahr insgesamt realisiert werden.

Seit 2015 wurden laut Schneider 1,9 Milliarden Euro für die Verbesserung von Straßen, Radwegen und Brücken eingesetzt. Bis zum Ende dieser Legislaturperiode würden damit rund 2,5 Milliarden Euro fließen, davon entfallen 45 Millionen Euro auf Radwege. „Wir werden auch in diesem Jahr überall im Land mit Baustellen unterwegs sein“, sagte Schneider.

Betonkrebs auf mindestens 120 Kilometern

Ein großes Problem ist weiterhin der Kampf gegen Betonkrebs. In diesem Jahr sollen Schäden auf den Autobahnen A2, A9, A10, A12, A13 und A15 beseitigt werden, die durch die sogenannte Alkali-Kieselsäure-Reaktion entstanden sind. Bei diesem chemischen Vorgang, bei dem die Alkalien des Zements mit der Gesteinskörnung reagieren, fängt der Belag an zu bröckeln. Das ist insbesondere ein Problem von Autobahnen, die nach der Wende saniert wurden.

Bei der Reparatur wird die Betonkrebs-Schicht um acht bis 32 Zentimeter abgetragen und durch neuen Beton oder Asphalt ersetzt. Das soll in diesem Jahr rund 60 Millionen Euro für 80 Kilometer kosten.

Rezept gegen Betonkrebs wird vorgegeben

Der Landesbetrieb für Straßenwesen hat verschiedene Straßenbeläge getestet, die unempfindlich für die Betonkrebs-Reaktion sind, wie Bauvorstand Edgar Gaffry erklärte. „Wir erwarten von den Bauunternehmen, dass sie die Rezeptur, die vorher getestet worden ist, auch einsetzen“, sagte er. Seit 2006 würden auf Brandenburgs Autobahnen nur noch solche Materialien eingesetzt. Deswegen sollten sie frei sein von Betonkrebs, so Gaffry.

Rund 750 von 1600 Kilometer Richtungsfahrbahnen auf Brandenburgs Autobahnen bestehen aus Beton. Bislang wurden Schäden auf einer Strecke von 209 Kilometern entfernt, wofür fast 190 Millionen Euro eingesetzt wurden. Rund 226 Kilometer gelten heute noch als Verdachtsflächen, die weiter untersucht werden. Gesichert ist, dass davon 120 Kilometer Betonkrebs aufweisen.

Viele Landesstraßen in schlechtem Zustand

Der Zustand der Landesstraßen ist den verfügbaren Untersuchungszahlen zufolge immer noch schlecht. 39 Prozent der Straßen im sogenannten Grundnetz sind demnach in schlechtem Zustand. Besonderer Handlungsbedarf bestehe bei den Ortsdurchfahrten, die zu etwa 60 Prozent in schlechtem Zustand sind. Die Zahlen seien jedoch mit Vorsicht zu genießen, sagte Schneider. Die Qualität der Straßen wird nicht regelmäßig erfasst. Die vorliegenden Zahlen seien zum Teil schon fünf Jahre alt. „Deswegen haben wir derzeit keine neuen Erkenntnisse“, sagte Schneider.

Diese Ortsdurchfahrten werden 2019 saniert

L 90 Ortsdurchwahrt Werder, 3. Bauabsth

L 16 Ortsdurchfahrt Tarmow

L 49/L 54 Kreisverkehr Vetschau

L 38 Ortsdurchfahrt Briesen

L 13 Ortsdurchfahrt Karstädt und Postlin

L 794 Ortsdurchfahrt Ruhlsdorf

L 963 Milow, Straße, Radweg und Brücke über die Havel

Das Land hat 2015 ein 100-Millionen-Euro-Programm für 70 Ortsdurchfahrten aufgelegt. Davon wurden inzwischen 48 Projekte fertiggestellt, darunter ist die Ortsdurchfahrt der L 88 in Beelitz-Heilstätten, die Durchfahrt der L 17 in Hennigsdorf und die L 59 in Wittstock. 15 sind derzeit im Bau, 13 weitere Projekte seien in Planung. Die Sanierung der Ortsdurchfahrten in Bad Saarow, Petersdorf, Mühlenbeck, Zeuthen, Dahlewitz und Grube könnten erst in den Jahren ab 2020 realisiert werden.

Von Torsten Gellner

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