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Brandenburg 9000 Euro Strafe für Hubschrauberpilot
Brandenburg 9000 Euro Strafe für Hubschrauberpilot
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10:04 09.04.2018
Das Wrack nach dem Absturz 2013. Quelle: dpa
Berlin-Tiergarten

Das Amtsgericht Berlin Tiergarten hat einen Strafbefehl in Höhe von 9000 Euro gegen den 57 Jahre alten Hubschrauberpiloten erlassen, dem wegen eines tödlichen Unglücks in der Nähe des Berlin Olympiastadions fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorgeworfen wird.

Gottesdienst mit 1000 Gästen

Der Bundespolizist hatte 2013 am Steuer eines Polizeihelikopters gesessen und eine schwierige Landung bei Schneefall auf dem Maifeld durchgeführt. Dabei verlor der Pilot im Schneegestöber die Orientierung und sein Helikopter kippte um. Die Rotorblätter schlugen gehen die eines weiteren Hubschraubers der Bundespolizei. Dessen Pilot wurde von einem Rotorblatt tödlich verletzt, mehrere weitere Menschen wurden verletzt. Der Tote stammt aus Potsdam, die Anteilnahme in der Stadt nach seinem Tod war groß - in der Potsdamer Kirche Sankt Peter und Paul fand ein Gedenkgottesdienst statt mit 1000 Gästen.

Übung sei „in gewisser Weise im rechtsfreien Raum“ erfolgt

Laut dem Vorsitzenden Richter Kai-Uwe sprächen mehrere Gründe für ein mildes Urteil. So habe der Pilot bei der Landung, die während einer Übung gemeinsam mit zwei weiteren Polizeihubschraubern auf engem Raum erfolgte, auf Befehl gehandelt. Von dem aufgewirbelten Schnee, der ihm die Sicht nahm, sei der Pilot offenbar überrascht worden. Es habe außerdem seitens der Bundespolizei eine verbindliche Regelung gefehlt, wie solche schwierigen Manöver durchzuführen seien.

Die Übung habe „in gewisser Weise im rechtsfreien Raum stattgefunden“, so Herbst. Nach jetzigem Stand der Gutachten zu dem Unglück sei es völlig unklar, ob der Angeklagte überhaupt verurteilt werden könne. Auf jeden Fall würde eine Strafe nur im „untersten Bereich“ liegen können. Das Gericht hatte deshalb in einem Vorgespräch ein nachsichtiges Vorgehen angeregt - damit wäre dem Bundespolizisten lediglich eine Geldstrafe angedroht worden, er hätte sie aber, wenn er sich künftig tadellos verhalten hätte, nicht zahlen müssen. Diese Variante aber lehnt die Staatsanwaltschaft ab - sie hatte die Geldstrafe beantragt.

Das Wrack des Polizeihubschraubers. Quelle: dpa

Dienstrechtliche Konsequenzen drohen

Mit einer Geldstrafe - verhängt auf dem Wege eines Strafbefehls - also ohne weitere öffentliche Hauptverhandlung - will sich allerdings die Nebenklage nicht zufrieden geben. Dabei handelt es sich um eine Bundespolizistin, die zum Unfallzeitpunkt in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit tätig war und am Flugfeld auf die Hubschrauber wartete. Sie sollte eine mitfliegende Journalistin in Empfang nehmen und wurde von einem umherfliegenden Teile so schwer am Unterschenkel verletzt, dass dieser amputiert werden musste.

Ihr Anwalt kündigte an, er werde gegen die Entscheidung der Kammer vorgehen. „Unser Ziel ist es, dass eine Hauptverhandlung stattfindet“, sagte Anwalt Joachim Tetzner. Ob der angeklagte Pilot die Strafe hinnehmen wird, ist fraglich. Er wäre zwar nicht im landläufigen Sinne vorbestraft, allerdings hätte die Strafe eine Auswirkung auf ein erweitertes Führungszeugnis. Daran könnte seine weitere Befähigung zum Fliegen hängen. Außerdem könnte es weitere dienstrechtliche Konsequenzen für ihn geben.

Sein Anwalt Stefan König sagte, er werde seinem Mandanten empfehlen, die Entscheidung nicht zu akzeptieren. Nun hat der Pilot zwei Wochen Zeit, um zu reagieren. Er war nicht selbst vor Gericht erschienen.

Von Ulrich Wangemann

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