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A10-Ausbau bei Michendorf hat begonnen

Bauarbeiten am südlichen Berliner Ring A10-Ausbau bei Michendorf hat begonnen

„Großprojekt von erheblicher Bedeutung für das Land Brandenburg“: Heute war Spatenstich für den Ausbau des südlichen Berliner Rings zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam. Die A10 wird hier von sechs auf acht Spuren erweitert. Autofahrer müssen sich in Geduld üben – erst 2020 soll der Verkehr wieder ungehindert rollen.

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Die südliche Berliner Ring bei Michendorf (Potsdam-Mittelmark) ist einer der am stärksten befahrenen Autobahnabschnitte in Brandenburg.

Quelle: dpa

Potsdam. Dirk Brandenburger braucht ein Mikrofon, um sich Gehör zu verschaffen. In seinem Rücken rauscht und hupt es unentwegt. Ortstermin an einer der am stärksten befahrenen Autobahnabschnitte in Brandenburg. 90.000 Fahrzeuge passieren täglich die A 10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam, jedes vierte ist ein Laster. Tendenz steigend – der wachsende Verkehr braucht seinen Platz.

9 Kilometer Autobahn auf 8 Spuren erweitert

Rings um die Rastanlage Michendorf-Süd sind deshalb bereits fußballfelderweise Bäume gerodet worden. Demnächst lässt die Deges hier schwere Baumaschinen auffahren. Dirk Brandenburger, der technische Geschäftsführer der Projektmanagementfirma, spricht von einem „Großprojekt von erheblicher Bedeutung für das Land Brandenburg“. Gemeint ist der achtstreifige Ausbau des neun Kilometer langen Autobahnabschnitts, zu dessen Spatenstich Deges, Land und Bund am Dienstag geladen hatten.

Rastanlage Michendorf-Süd ebenfalls ausgebaut

Bis 2020 wird der Abschnitt in jeder Richtung um jeweils eine zusätzliche Spur sowie einen Standstreifen erweitert. Die heute schon chronisch überlastete Rastanlage Michendorf-Süd erhält neue Stellplätze für Autos und Laster sowie Stromtankstellen, die Auf- und Abfahrten Michendorf und Ferch (Potsdam-Mittelmark) werden erneuert, neue Brücken für Bahn, Fußgänger und Radfahrer gebaut. Kostenpunkt: 151 Millionen Euro, wenn alles so läuft, wie geplant.

Die brandenburgische Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD,r) und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Rainer Bomba (CDU) be

Die brandenburgische Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD,r) und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Rainer Bomba (CDU) beim Spatenstich in Michendorf.

Quelle: dpa

Ein „guter Tag für Brandenburg“

„Wenn man es richtig macht, ist es teuer“, sagt Rainer Bomba, der Staatssekretär bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Will sagen: Der Bund setzt keine halben Sachen in den märkischen Sand und lässt sich das ganze etwas kosten. „Ich denke, es ist ein wichtiger und guter Tag für Brandenburg und die Region.“

Vier Jahre lang hohe Staugefahr

Die Auto- und Brummifahrer, die in den kommenden vier Jahren durch das Nadelöhr müssen, mögen das anders sehen. Schon heute häufen sich die Staus, aber ohne den Ausbau, das meint auch Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD), wäre es immer schlimmer geworden. „Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswachstum brauchen Mobilität.“

Alle Spuren sollen befahrbar bleiben – mit Tempolimit

Aus den 90.000 Fahrzeugen pro Tag sollen 2025 bis zu 126.000 werden. Die Verkehrsprognose 2030 sagt eine Zunahme des Autoverkehrs um elf Prozent voraus, beim Güterverkehr sind es sogar 40 Prozent. Die südliche A 10 ist als Europastraße Teil des „Transeuropäischen Netzes“. Um den Verkehr so wenig wie möglich auszubremsen, soll der Abschnitt die gesamte Bauzeit über sechsstreifig befahrbar bleiben – bei heruntergesetztem Tempolimit.

Lärmschutz für Michendorf

Andree Halpap blickt enttäuscht drein, obwohl die Rednerschaft seine Bürgerinitiative AG Lärmschutz Jetzt! einhellig lobt. Es ist nichts geworden aus der hehren Idee, entlang der Strecke durchgehend acht Meter hohe Lärmschutzwände mit Solarfunktion zu bauen. Das Projekt sei „am politischen Kleinmut gescheitert“, meint Halpap. Schuld ist eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), dem auch Brandenburg im Bundesrat zustimmte. Stattdessen werden nun deutlich niedrigere Wände gebaut. Immerhin hat man den 11.000 Michendorfern Flüsterasphalt zugesagt.

Deges-Technikchef Dirk Brandenburger höchstselbst wird ein Auge darauf haben, dass es in den kommenden vier Jahren so reibungslos wie möglich läuft: Auf dem Weg ins Büro muss er täglich an der Staustelle südliche A 10 vorbei.

Von Bastian Pauly

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