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A10-Baustelle soll früher fertig werden

Erhöhtes Unfallrisiko auf Berliner Ring A10-Baustelle soll früher fertig werden

Brandenburgs größte ist zugleich die gefährlichste Autobahnbaustelle: Der südwestliche Berliner Ring wird auf acht Streifen ausgebaut. Seit Baubeginn häufen sich dort die Unfallzahlen. Die Bauarbeiten sollen bis Herbst 2020 laufen. Doch die Projektleiter verhandeln mit den Baufirmen, um das Nadelöhr auf der A10 zu entschärfen.

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Stau auf dem Berliner Ring.

Quelle: picture alliance / dpa

Potsdam. Brandenburgs größte und zugleich gefährlichste Autobahnbaustelle auf dem südwestlichen Berliner Ring soll entschärft und möglichst schneller fertig werden. „Wir sind gerade in intensiven Gesprächen mit den Baufirmen, ob die vorgesehene Bauzeit bis September 2020 nicht verkürzt werden kann“, sagte Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der Projektentwicklerin Deges am Donnerstag im Verkehrsausschuss des Landtags. Schließlich gelte der Grundsatz: „Die beste Erhöhung der Verkehrssicherheit erreicht man dadurch, dass die Baustelle vorzeitig beendet wird.“

Seit April 2016 wird die Autobahn A 10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam achtsstreifig ausgebaut. Mit Einrichtung der Großbaustelle sind die Unfallzahlen auf dem etwa acht Kilometer langen Streckenabschnitt regelrecht explodiert.

Unfallzahlen sprunghaft angestiegen

155 mal – also fünf mal täglich – krachte es allein im vergangenen Dezember in dem weitgehend auf Tempo 60 gedrosselten Bereich. Damit hat sich die Zahl der Unfälle im Vergleich zum Vormonat verdoppelt; im November kam es zu 74 Unfällen. Im März 2016, vor Baubeginn, zählte die Polizei nur 25 Kollisionen, nach Baubeginn im April schnellte die Zahl bereits auf 53.

Die Hauptursache ist laut Chefkoordinator Brandenburger der überdurchschnittlich hohe Lkw-Anteil. „Autofahrer, die sich einfädeln wollen, treffen praktisch auf eine Lkw-Wand“, erklärte der Ingenieur. Die Pkw würden sich in enge Lücken quetschen, dann rasch auf die mittlere Spur wechseln, wodurch es zu Unfällen komme. „Fehlerhafte Fahrstreifenwechsel, Missachtung des Reißverschlusssystems, zu geringe Abstände: Daraus resultiert das Unfallgeschehen“, so Brandenburger.

Enorme Lkw-Dichte

Vier Knotenpunkte treffen auf dem Abschnitt aufeinander, er gilt als der verkehrsreichste in den östlichen Bundesländern. 100.000 Fahrzeuge täglich wurden 2015 dort gezählt. Bis 2025, so die Prognose, werden es 125.000 sein. Jedes fünfte Fahrzeug ist heute schon ein Lkw oder Schwerlasttransporter – Tendenz bis 2025 ebenfalls steigend.

Um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen, sollen die Markierungen deutlicher werden, kündigte Brandenburger an. Da es immer wieder zu Missverständnissen führt, sollen noch vorhandene weißen Streifen abgefräst werden und nur noch gelbe Streifen die neue Verkehrsführung anzeigen. Ein strikteres Tempolimit lehnt Brandenburger ab. Dadurch sei keine Unfallreduzierung zu erwarten, da das Hauptproblem – die hohe Lkw-Dichte – dadurch nicht gelöst werde. Die Polizei hat nach dem Anstieg der Unfallzahlen im vergangenen Jahr die Kontrollen erhöht und dort verstärkt Videofahrzeuge eingesetzt.

Von Torsten Gellner

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