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Brandenburg Gullydeckel-Werfer-Prozess: Urteil verschoben
Brandenburg Gullydeckel-Werfer-Prozess: Urteil verschoben
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18:41 23.07.2015
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, einen Gullydeckel auf die Autobahn geworfen zu haben. . Quelle: MAZ
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Neuruppin/ Birkenwerder

Am 22. Oktober 2012 fliegen von einer Fußgängerbrücke bei Birkenwerder (Oberhavel) zwei Gullydeckel auf die A 10: Vier Pkw und ein Lkw brausen über die 41,5 Kilo schweren und 41 mal 41 Zentimeter großen Eisenteile und zerstören sich dabei teils Reifen, Lenkung und Unterboden. Wie durch ein Wunder wird niemand ernsthaft verletzt.

Mordkommission und Staatsanwaltschaft haben umgehend Ermittlungen aufgenommen und schnell eine heiße Spur: Ein heute 32-jähriger Tatverdächtiger wird festgenommen. In einem ersten Prozess 2013 wird Martin S. wegen vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu drei Jahren Haft verurteilt.

Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft wegen Mordversuchs

Der Staatsanwalt sah in der Tat neben dem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr noch versuchten Mord. Der Prozess wurde daher neu aufgerollt. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Haftstrafe von sieben Jahren für den Angeklagten.

Ein für Donnerstag erwartetes Urteil ist verschoben worden. Es könnte am 24. August fallen. Für diesen Tag hat das Gericht die Fortsetzung des Prozesses festgesetzt. Der Verteidiger des Angeklagten stellte am Donnerstag einen Beweisantrag. Unter anderem sollen alte Beweisstücke untersucht werden. Deswegen ist auch noch nicht klar, ob am 24. August wirklich ein Urteil gesprochen wird.

Angeklagter verweist auf Rückenleiden und Spinnenphobie

Der Angeklagte hat bis zuletzt seine Unschuld beteuert und sich als Opfer dargestellt, das an jenem Abend auf dem Nachhauseweg versehentlich in den offenen Gullyschacht getreten sei und sich dabei verletzt habe. Später, so der Angeklagte, habe er auf der Terrasse verdächtige Geräusche gehört und sei mit einem Bekannten zur Autobahn gegangen. Dort hätten sie die Gullydeckel auf der Fahrbahn liegen gesehen. Sie riefen die Polizei, die zeitgleich mit Fernsehteams kam.

In der Fernsehsendung „Brisant“ war er damals ein begehrter Interviewpartner. Auch für den Kriminalbeamten Dieter P. war Martin S. zunächst nur ein Zeuge. Während der Vernehmung habe er bei Martin S. aber weder Verschmutzungen an der Bekleidung noch irgendwelche Verletzungen feststellen können. Auffällig sei nur Dreck an der Hose etwa in Hüfthöhe gewesen. „Das kam mir etwas spanisch vor“, so der Beamte. Ansonsten sei die Vernehmung für ihn glaubhaft gewesen.

Das Landeskriminalamt stellte später Jeansfaserspuren an der Unterseite eines Gullydeckels fest. Es fand sich DNA des Angeklagten daran.

Der Verteidiger hatte während des Prozesses angeführt, dass sein Mandant wegen eines Rückenleidens nicht schwer heben könne, eine Spinnenphobie habe und deshalb nicht in dunkle Erdlöcher greifen könne. Er beantragte einen Freispruch. Das Gericht folgte der Verteidigung jedoch nicht und sprach Martin S. schuldig.

Tod durch einen Holzklotz

Wie gefährlich solche Taten sind, hat vor allem ein Fall aus Oldenburg gezeigt. Dort starb 2008 eine junge Beifahrerin durch einen Holzklotz, den ein 30-Jähriger von einer Brücke geworfen hatte. Der Mann wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er den Tod mehrerer Menschen in Kauf genommen hatte.

Von MAZonline

Spektakuläre Übung der Polizei: Hunderte junger Polizisten haben am Donnerstag in Berlin-Weißensee geübt, was bei einem Amoklauf in einer Schule zu tun ist. Schwer bewaffnete Beamte stürmten ein Gebäude, Notärzte versorgten die Verletzten. Auch der Polizeipräsident und der Innenminister waren vor Ort. Das Szenario hatte es schließlich in sich.

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