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Brandenburg A10 nach Gift-Unfall teilweise wieder offen
Brandenburg A10 nach Gift-Unfall teilweise wieder offen
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22:35 27.04.2016
Aufräumarbeiten auf der A10 am Mittwoch. Quelle: Julian Stähle
Potsdam, Nuthetal

Nach dem Unfall mit einem brennenden Gefahrgut-Transporter ist zumindest ein Teil des südliche Berliner Rings wieder frei. Auf zwei Fahrspuren rollt der Verkehr wieder gen Osten. Die Fahrbahn in Richtung Westen ist am Unfallort in der Nähe des Autobahndreiecks Nuthetal jedoch weiterhin gesperrt, so die Polizei am Mittwochabend gegenüber MAZonline.

Unfallursache Reifenplatzer, Schaden enorm

Der Unfall des brennenden Lkw ist vermutlich durch einen Reifenplatzer verursacht worden. Nach ersten Erkenntnissen sei der 34-jährige Lkw-Fahrer am Dienstag wegen des kaputten Reifens an der Vorderachse auf die Gegenfahrbahn gekippt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Schaden ist enorm: Laut Polizei beträgt er allein an den Fahrzeugen mindestens 86.000 Euro.

Giftige Dämpfe

Am Unfallort hatten sich giftige Dämpfe gebildet. Gefahr für Anwohner habe jedoch nicht bestanden, hieß es vom zuständigen Landkreis.

Nach Angaben des Landesbetriebs Straßenwesen Brandenburg müssen etwa 200 bis 300 Quadratmeter Asphalt ersetzt werden. Das Wrack des Lasters wird dem Landkreises Potsdam-Mittelmark zufolge von Spezialisten gesäubert. Aus dem Löschwasser der Feuerwehr und den ausgelaufenen Chemikalien habe sich Fluorwasserstoff gebildet, hieß es.

Das geschah am Dienstag auf der A10

Weitere Bilder von der Unfallstelle

Feuerwehr hat durchgearbeitet

Die Feuerwehren aus dem Landkreis haben die ganze Nacht durchgearbeitet, um die ausgetretenen Substanzen zu neutralisieren und um den Lkw auszuräumen und für die Bergung vorzubereiten. Etwa 50 Einsatzkräfte waren zeitgleich vor Ort. Seit etwa 7 Uhr wurde versucht, den Lkw aufzurichten. Dazu musste Spezialtechnik angefordert werden. Erst am Mittwochabend gegen 19:30 Uhr war der Feuerwehreinsatz abgeschlossen.

Nuthetal, 27.04.2016 – Nach dem schweren Lkw-Unfall am Dienstag auf der A10 gehen die Einsatzmaßnahmen am Mittwoch weiter. Die Feuerwehr war rund um die Uhr im Einsatz. Wegen ausgetretener Gifte gab es mehrere Verletzte, alle Einsatzkräfte wurden noch vor Ort untersucht.

Einsatzkräfte verletzt

Nach Auskunft eines Feuerwehr-Sprechers am Mittwochmorgen sind mindestens zwei Menschen bei dem Einsatz verletzt worden und mussten mit Atem- und Kreislaufproblemen ins Krankenhaus. Nach neuesten MAZ-Informationen kamen rund 90 weitere Menschen zur Beobachtung und weiteren Untersuchung vorübergehend in umliegende Krankenhäuser. Am Abend waren alle Einsatzkräfte schon vor Ort untersucht worden und hatten ihre Kleidung wegen der Gefahr auf Kontamination abgeben müssen.

Auch acht Polizeibeamte, die am Dienstagnachmittag an der Unfallstelle im Einsatz waren, wurden vorsorglich ärztlich untersucht und danach wieder entlassen.

Siehe auch:
Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren Brandenburg und Göttin auf der A 10 im Einsatz

Flusssäure ist ätzend

Bei der ausgelaufenen giftigen Substanz handelt es sich um Kaliumhydrogenfluorid, ein Kaliumsalz der gefährlichen Flusssäure, wie ein Feuerwehr-Sprecher am Mittwochmorgen sagte. Die Substanz ist stark ätzend und gefährlich für den Menschen. Sie greift Haut und Schleimhäute an und auch die Lungen, wenn man die giftigen Gase einatmet.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark teilte am Nachmittag mit, nach dem Unfall seien drei verschiedene Stoffe ausgetreten, die sich durch das Feuer in eine zähe Masse verwandelt hätten. Um welche Stoffe es sich gehandelt hat, wurde nicht genannt.

Das geschah am Dienstag auf der A10

Nahe dem Autobahndreieck Nuthetal war der Sattelzug am Dienstag aus zunächst ungeklärter Ursache von der Straße abgekommen und auf die Gegenfahrbahn gekippt. Aus dem umgekippten Sattelzug lief nach Polizeiangaben Kraftstoff aus, der sich entzündete. Der Laster hatte 2,6 Tonnen verschiedener ätzender Flüssigkeiten geladen. Zunächst war nicht klar, worum genau es sich handelte.

Das geschah am Dienstag auf der A10

Weitere Bilder von der Unfallstelle

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Von MAZonline

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