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Brandenburg Dekra fordert Pflicht für Lkw-Umrüstung
Brandenburg Dekra fordert Pflicht für Lkw-Umrüstung
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00:20 13.07.2018
Sicherheitstechnik könnte insbesondere Radfahrer schützen. Quelle: dpa
Potsdam

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) setzt zum besseren Schutz von Radfahrern und Fußgängern vor gefährlichen Lkw-Unfällen auf freiwillige Umrüstungen. „Es tut sich etwas, aber jetzt müssen wir ordentlich anschieben“, sagte Scheuer am Dienstag in Berlin nach einem Treffen mit Vertretern der Autoindustrie, Logistik, Prüforganisationen, Autofahrer- und Fahrradfahrerclubs.

Der Minister kündigte an, er wolle sich bei den Verhandlungen über den Haushalt 2019 für einen neuen Fördertopf für Nach- und Umrüstungen von Lastwagen mit elektronischen Abbiegeassistenten einsetzen. Angaben zum möglichen Fördervolumen machte er nicht.

Erste Unternehmen rüsten nach

Im Zuge der „Aktion Abbiege-Assistent“ des Verkehrsministeriums haben sich bereits mehrere Unternehmen verpflichtet, vor einem verbindlichen Einführungsdatum auf EU-Ebene ihren Fuhrpark mit technischen Systemen auszurüsten. Als Partner gewann Scheuer die Unternehmen Edeka, Netto Marken-Discount, Aldi Nord, Aldi Süd, Alba sowie DB Schenker.

Scheuer gehen die Verhandlungen auf EU-Ebene nicht schnell genug. Auf nationaler Ebene geht es zunächst um einen freiwilligen Einbau der Abiegeassistenten. Die Systeme kosteten zwischen 800 und 1300 Euro pro Lastwagen, dies sei leistbar, sagte Scheuer.

Dekra fordert Umrüstpflicht

Die freiwillige Lösung geht der technischen Prüfgesellschaft Dekra nicht weit genug. Sie forderte am Dienstag in Potsdam angesichts der verheerenden Unfallbilanz in Brandenburg eine Pflicht für elektronische Abbiege-Assistententen bei Lastwagen, der vor Radfahrern im toten Winkel warnt. Kurzfristig abgeschaltete Assistenzsysteme müssten sich binnen Sekunden automatisch wieder anschalten, sagte Dirk Benndorf, Niederlassungsleiter der Dekra in Potsdam.

Außerdem sollten Berufskraftfahrer besser über bereits vorhandene Systeme wie Notbremsassistenten aufgeklärt werden. Die Dekra stellte in Potsdam ihren Verkehrssicherheitsreport vor, der sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit dem Güterverkehr befasste.

Immer mehr Lkw unterwegs

Der Güterverkehr in der EU soll bis 2040 um 40 Prozent zunehmen, erklärte Benndorf. Wenn sich an der technischen Ausstattung der Lkw nichts ändere, würden die Straßen damit unsicherer. Denn wenn es zwischen Lkw und Pkw oder Lkw und Fahrrad kracht, dann ist das Tötungsrisiko auf Seiten der schwächeren Verkehrsteilnehmer um 4,5 mal höher als beim Lkw-Fahrer.

„Auch der Kleintransporter-Verkehr wird in Ballungsräumen weiter zunehmen“, sagte Jens-Peter Schultze, Niederlassungsleiter von Oranienburg (Oberhavel). Als Transitland sei Brandenburg ohnehin stark vom Güterverkehr betroffen.

Schwarzes Verkehrsjahr für Brandenburg

Die Prüforganisation hat ein ehrgeiziges Ziel, die sogenannte Vision Zero: Die Zahl der Unfalltoten in Europa soll sich immer weiter reduzieren, bis überhaupt keine Verkehrstoten mehr zu beklagen sind. Davon ist Brandenburg im vergangenen Jahr wieder weiter entfernt als in Vorjahren.

Die Zahl der Verkehrstoten nahm dramatisch zu. 148 Menschen kamen ums Leben – ein Anstieg um 22 Prozent. Brandenburgs Verkehrsteilnehmer. Mit 59 Toten je eine Million Einwohner wies Brandenburg gemeinsam mit Sachsen-Anhalt die schlechteste Bilanz auf.

Von Torsten Gellner

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