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Brandenburg Abgehörtes Telefonat verzögert Prozess
Brandenburg Abgehörtes Telefonat verzögert Prozess
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15:40 21.08.2014
Kanu, mit dem ein Berliner Immobilienbanker entführt wurde Quelle: Patrick Pleul
Potsam/ Frankfurt (Oder)

Knapp vier Monate nach Beginn des Prozesses gegen den mutmaßlichen "Maskenmann" ist am Donnerstag ein neues abgehörtes Telefonat aufgetaucht. Dabei handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um ein Gespräch, das kurz nach der Festnahme des Angeklagten im Jahr 2013 zwischen seiner damaligen Partnerin und einem anderen Mann geführt wurde. Es sei darin um den Angeklagten und die ihm zur Last gelegten Taten gegangen, hieß es. Weitere Details wurden vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) nicht bekannt.

Zweifel an Aussage des Entführungsopfers
Im Prozess gegen den mutmaßlichen "Maskenmann" wollte Gericht am Donnerstagmorgen erneut das Entführungsopfer als Zeugen. Der Manager war schon im Juni befragt worden und hatte detaillierte Angaben zu seiner Verschleppung auf eine Schilfinsel im Herbst 2012 in Ostbrandenburg gemacht. Laut Staatsanwaltschaft wollte der Angeklagte eine Million Euro Lösegeld erpressen. Dazu kam es nicht, denn das Opfer hatte angegeben, sich nach Stunden selbst befreit zu haben. Ein Gutachter hatte später Zweifel an der Darstellung des Managers geäußert, wie seine Entführung und Flucht verlaufen sein sollen.

Der 47 Jahre alte Angeklagte soll zwei Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen, den Manager entführt und einen Personenschützer schwer verletzt haben. Er muss sich unter anderem wegen versuchten Mordes und Totschlags verantworten. Der Mann bestreitet die Taten.

Weiteres Gutachten weist auf Widersprüche hin

  • Gleich zu Prozessbeginn Anfang Mai waren Zweifel aufgekommen, ob die Entführung des Bankers durch den "Maskenmann" tatsächlich so abgelaufen ist, wie von den Anklägern beschrieben.
  • Ein Kommissar der Soko "Imker", die mit der Aufklärung des Falls betraut war, hatte den schweren Vorwurf erhoben, dass die Polizeiführung Widersprüche in den Aussagen des Entführungsopfers Stefan T. bewusst ignoriert habe. Der Polizist erstattete sogar Selbstanzeige wegen Strafvereitelung im Amt.
  • Neben dem am Montag im Landgericht Frankfurt (Oder) vorgestellten gerichtsmedizinischen Gutachten gibt es eine weitere Expertise, die auf Ungereimtheiten bei der Entführung hinweist.
  • Die Magdeburger Kriminologin und Psychologin Bettina Götze macht in ihrem Gutachten "Zweifel und Widersprüche" in der Opferversion deutlich. Über den Inhalt der Fallanalyse darf sie vorab nicht sprechen. Die Expertin soll im September vor Gericht gehört werden.
  • Mitglieder der Mordkommission hatten angeprangert, dass auch dieses kritische Gutachten bei den Ermittlungen unter den Tisch gekehrt worden seien.
  • Staatsanwalt Jochen Westphal hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Prozess die Kompetenz der Gutachterin, die schon öfter für die Polizei gearbeitet hatte, angezweifelt.
    mak
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