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Abgeordnete diskutieren Sterbehilfe

Sollen Ärzte bei Suizid helfen dürfen? Abgeordnete diskutieren Sterbehilfe

Der deutsche Bundestag widmet sich am Donnerstag einem besonders umstrittenen Thema. Ganze vier Stunden lang werden die Abgeordneten über Sterbehilfe debattieren. Die Volksvertreter aus Brandenburg sind sich bei diesem Thema weitgehend einig.

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Diskusionsbedarf: Sollen Ärzte todkranken Menschen beim Suizid zu helfen?

Quelle: Stephanie Pilick / dpa

Potsdam. Es ist ein besonders heikles Thema: Sollen Ärzte oder gar Organisationen das Recht erhalten, todkranken Menschen beim Suizid zu helfen? Vier Stunden lang will der Bundestag am Donnerstag über diese Frage debattieren. Wie bei solchen ethischen Grundsatzthemen üblich, gibt es keinen Fraktionszwang. Die Parlamentarier können sich allein nach ihrem Gewissen richten. Eine Abstimmung soll es aber erst in einem Jahr geben. Die MAZ hat Brandenburger Abgeordnete zu ihrer Position befragt.

Konsens bei Thema Sterbehilfe

"Zu einem selbstbestimmten Leben gehört auch ein  selbstbestimmtes Sterben in Würde." Katherina Reiche (CDU)

"Auch das Ende des Lebens muss die Angelegenheit jedes Einzelnen sein." Harald Petzold (Linke)

Einig sind sich bei dem Thema die beiden Potsdamer Abgeordneten Katherina Reiche (CDU) und Andrea Wicklein (SPD). Sie unterstützen einen Antrag, in dem die Beihilfe von Ärzten zu einem selbstbestimmten Suizid unter strengen Bedingungen erlaubt werden soll. „Ich bin überzeugt, dass zu einem selbstbestimmten Leben auch ein selbstbestimmtes Sterben in Würde gehört“, sagte Reiche der MAZ. Volljährige und einsichtsfähige Menschen sollen demnach die Möglichkeit erhalten, die freiwillige Hilfe eines Arztes bei einem Suizid in Anspruch zu nehmen. Voraussetzung müsse aber sein, dass eine unheilbare Erkrankung vorliegt, die unwiderruflich zum Tod führt. Auch müsse der Patient objektiv schwer leiden und umfassend auch über andere und vor allem palliative (schmerzlindernde) Behandlungsmöglichkeiten beraten worden sein. Außerdem sei es erforderlich, die Diagnose auch von einem zweiten Arzt zu bestätigen.
Gerade eine solche Vorschrift wird aber von anderen Abgeordneten wie etwa Dagmar Ziegler (SPD) aus der Prignitz für zu bürokratisch gehalten. Nach ihrer Überzeugung reichen die bestehenden rechtlichen Regeln aus, um für Todkranke auch ein selbst- bestimmtes Sterben zu ermöglichen.

Sterbehilfe ist teilweise schon erlaubt

Immerhin drei Ärztekammern in Deutschland, darunter eine in Bayern, erlauben nach Reiches Angaben bereits eine Beihilfe zum Suizid unter strengen Bedingungen. Eine gesetzliche Regelung würde nach ihrer Überzeugung auch Sterbehilfeorganisationen den Boden entziehen. „Solche Organisationen, gar wenn sie auf kommerzieller Basis arbeiten, lehne ich grundsätzlich ab“, so Reiche. Andrea Wicklein ist ebenfalls der Meinung, dass ein körperlich schwer kranker Mensch „selbst über die Beendigung seines Lebens bestimmen können muss“. Dafür sei Rechtssicherheit nötig.

Sterbehilfe

Sollen Ärzte oder Organisationen das Recht erhalten, todkranken Menschen beim Suizid zu helfen?

Harald Petzold (Havelland) von der Linkspartei hält zusätzliche Rechtssicherheit bei diesem Thema hingegen nicht für erforderlich. Es reicht für ihn, dass von Angehörigen, nahen Freunden, Ärzten und Organisationen geleistete Beihilfe zum Freitod straffrei bleibt. „Auch das Ende des Lebens muss die Angelegenheit jedes Einzelnen sein.“

Noch keine abschließende Meinung zu dem Thema hat sich die Potsdamerin Annalena Baerbock gebildet, die einzige Grünen-Abgeordnete aus Brandenburg. Sie werde die heutige „Orientierungsdebatte“ zu ihrer eigenen Meinungsbildung nutzen. Die Debatte dürfe aber nicht davon ablenken, „dass wir mehr Ressourcen für Hospizarbeit und Palliativmedizin zur Verfügung stellen müssen“.

Von Joachim Riecker

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