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Achtung, Pendler: Hier baut die Deutsche Bahn

Baustellen in Brandenburg Achtung, Pendler: Hier baut die Deutsche Bahn

Wegen zahlreicher Baustellen müssen sich Bahnfahrgäste in Brandenburg ab Mitte März auf Behinderungen einstellen. Im Frühjahr rollt wochenlang keine S-Bahn zwischen Griebnitzsee und Potsdam – ein Projekt unter vielen, für die die Bahn allein in Brandenburg 270 Millionen Euro investiert.

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Schweißarbeiten an Bahngleisen.

Quelle: dpa

Berlin. Blechlawinen sind etwas Erfreuliches, zumindest wenn man mit seinem Auto nicht mittendrin steht und Alexander Kaczmarek heißt. Der für Berlin zuständige Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn schaut aus dem Fenster, vor der Betriebszentrale der Berliner S-Bahn am Westkreuz staut sich der Berufsverkehr. Auf dem Weg hierher habe man „einmal ganz tief den Feinstaub inhalieren“ können, sagt Kaczmarek mit einem Lächeln der Genugtuung. Verstopfte Straßen, verpestete Luft, das sind beste Argumente für den Umstieg auf die Schiene – und für neue Investitionen. Der Zugverkehr, sagt der Berliner Bahnchef, brauche zusätzliche Infrastruktur.

770 Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn dieses Jahr in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Allein aufs märkische Eisenbahnnetz entfallen 270 Millionen Euro, das Geld fließt in neue Schienen und Weichen, Oberleitungen und Bahnhofsgebäude. „Wir investieren nicht nur in die großen Magistralen“, verspricht Kaczmarek beim Pressetermin in der Betriebszentrale der S-Bahn Berlin. „Es werden auch die Nebennetze mit Investitionen bedacht. Es ist nicht so, dass die Deutsche Bahn in der Fläche nichts investiert.“

Neben Großprojekten in Berlin – die Dauerbaustellen am Ostkreuz und Bahnhof Zoo sollen vorankommen, der Hauptbahnhof findet mittelfristig Anschluss an die nördliche Ringbahn – stehen auch in Brandenburg weichenstellende Baumaßnahmen an.

Pendler entlang der stark frequentierten Strecke zwischen Berlin und Potsdam müssen sich auf Einschränkungen gefasst machen. Im Frühjahr rollt über mehrere Wochen keine S-Bahn mehr auf dem Abschnitt zwischen Griebnitzsee und Potsdamer Innenstadt. Grund sind eine Gleiserneuerung und weitere Bauarbeiten, die Kosten belaufen sich auf 3,6 Millionen Euro. Die Bahn setzt einen Schienenersatzverkehr mit Bussen und zusätzliche Regionalzüge ein.

Ende Mai beginnt am Bahnhof Griebnitzsee, an dem neben der S 7 die RB 21 und 22 verkehren, der Bau des lang ersehnten zweiten Regionalbahnsteigs. Inklusive Wetterschutz, Fahrgastinformation und Wegeleitsystem. Praktischer Nutzen: Regionalbahnen können künftig auch in den Hauptverkehrszeiten in beiden Richtungen in Griebnitzsee halten, zudem verkürzt sich die Fahrzeit. Der Bund investiert dafür weitere zwei Millionen Euro. Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember soll alles fertig sein.

Auf der Dresdner Bahn wird man da noch in vollem Gange sein. Die Strecke zwischen Wünsdorf (Teltow-Fläming) und Hohenleipisch (Elbe-Elster) wird in diesem August 16 Monate lang voll gesperrt, um den maroden Abschnitt für Tempo 200 auszubauen. Während Reisende mit Zugausfällen und Umleitungen rechnen müssen, will Alexander Kaczmarek zurück in die Zukunft: „Wir fahren heute etwas langsamer als in den 30er Jahren.“ Zwei Stunden dauert eine Zugfahrt von Berlin nach Dresden heute, vor 80 Jahren waren es 100 Minuten. Um die Dresdner Bahn wieder flott zu machen, plant man insgesamt mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag.

Dagegen ist die Sanierung des Cottbuser Bahnhofs ein Schnäppchen. 30 Millionen Euro plant der Staatskonzern in diesem Jahr für den Umbau ein, etwa für barrierefreie Zugänge und die Verlängerung des Bahnhofstunnels. In den kommenden Jahren werden auch Bahnsteige und Vorplatz erneuert.

Umleitungen, Ersatzverkehre und sonstige Einschränkungen – für erfahrene Bahnkunden ist das nichts Neues. Täglich 80 bis 100 Baustellen im Regional- und Fernverkehr hat der Konzern allein in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch, glaubt man der Statistik, darf es an der Zuverlässigkeit der Züge nichts zu meckern geben. „Wir sind deutsche Meister bei der Pünktlichkeit in unserer Region“, sagt Kaczmarek selbstbewusst.

Und wer daran zweifelt, dem hält der Berliner Bahn-Chef entgegen, dass er sich an der Supermarktkasse auch immer in jener Schlange wähne, in der’s am längsten dauert. Aber zurück auf die Schiene: Die S-Bahnen fuhren im vergangenen Jahr entgegen manch landläufiger Annahme bei der Pünktlichkeitsquote sehr gute 98,6 Prozent ein, die Regionalzüge folgten kurz dahinter mit 97,3 Prozent. Die ICE und IC waren zu 87,2 Prozent pünktlich.

Von Bastian Pauly

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