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Ackerhelden zum Anfassen

Brala lockt mit Tier, Technik, Kulinarik und Show Ackerhelden zum Anfassen

Brandenburgs größte Landwirtschaftsausstellung (BraLa), ist am Donnerstag in Paaren/Glien eröffnet worden. Vier Tage lang präsentiert sich die märkische Landwirtschaft mit all ihren Facetten. Bei dem Event können Besucher vor allem eines hautnah erleben: Bei der Landarbeit geht's nicht nur im Stall zur Sache - wie die MAZ beim Rundgang über die Messe erfuhr.

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Junge Rinder werden in Paaren/Glien auf der Brala vorgestellt. Vier Tage präsentieren mehr als 700 Aussteller und Züchter Landwirtschaft zum Anfassen.

Quelle: dpa

Paaren im Glien. Gemessen am Andrang Donnerstagmorgen kurz vor 9 Uhr müssen agrar- und technikinteressierte Märker und Berliner Frühaufsteher sein. Kaum hatte das erste Schafgatter geöffnet, da strömten schon Hunderte Gäste durch den Einlass der 24. Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (Brala). Einige Rinder guckten verdutzt, ein paar Zicklein meckerten. Doch recht schnell hatten sich Mensch und Tier aneinander gewöhnt. Traditionell am Himmelfahrtswochenende präsentiert sich die märkische Landwirtschaft vier Tage im havelländischen Paaren im Glien. Auf einem mehr als 22 Hektar großen Areal gibt es Tier und Technik zum Anfassen, aber auch Tipps für den eigenen Garten.

Ackern findet Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gut.

Quelle: Quelle: dpa

„Wir sind oft im Umland per Rad unterwegs, wissen aber eigentlich wenig über Bauern und ihr Vieh, über Felder und Forstleute“, so Bernd Merser aus Berlin-Friedrichshain. Gestern erlebte der Familienvater die Ernennung der neuen Brandenburger Milchkönigin Julia Kopitzsch. Die frisch gekrönte „Hoheit“ soll die Mark in den kommenden zwölf Monaten auf Messen wie der „Grünen Woche“ vertreten. Die 22 Jahre alte Tierwirtin stammt aus Luckau (Dahme-Spreewald) und lebt heute in Stremmen. Der Agrarbetrieb Ranzig (beide Oder-Spree), in dem sie ihre Lehre meisterte, habe es ihr angetan, sagt die junge Frau. „Hier stimmt einfach alles.“ Kein Wunder, dass Julia Kopitzsch nach ihrer laufenden Weiterbildung zur Landwirtschaft-Technikerin der Region treu bleiben will.

"Da wird ja jeder Osterhase neidisch"

Eine Ehrung ganz anderer Art fand Donnerstag ebenfalls statt: Helmut Burisch aus Fünfeichen (Oder-Spree) wurde zum „Züchter des Jahres“ gekürt. Mit seinen blaugrauen Wienern, einer seltenen Kaninchenrasse, machte er das Rennen. Interessierten Gästen erklärte der Familienvater das blau-grau glänzende Fell seiner Schützlinge. „Da wird ja jeder Osterhase neidisch“, scherzte ein Gast. Die höchste Ehrung für Burisch war die BraLa-Auszeichnung aber nicht: Zweifacher Europameister ist er schon.

Kreischende Kettensägen und Sägespäne-Fontänen sind Blickfang bei der 1. Berlin-Brandenburgischen Waldarbeitermeisterschaft auf der Brala. Forstleute aus der Region wollen bei Disziplinen wie Zielfällung, Kettenwechsel oder Kombinationsschnitt zeigen, was sie drauf haben. Gestern starteten die Wettbewerbe in der Jugendklasse. „Das Zielfällen von Bäumen kann leider nur direkt im Wald, nicht hier auf dem Gelände steigen“, schmunzelt einer der muskelbepackten Kerle. Diese Disziplin würde in der Waldarbeiterschule Kunsterspring (Ostprignitz) stattfinden.

Die märkische Bratwurst-Variante

Landluft schnuppern macht bekanntlich Appetit. An etlichen Brala-Ständen können sich Besucher Delikatessen aus der Mark schmecken lassen. Von Spreewälder Gurken bis zu gebratenen Leckereien von Schwein und Rind. Besser würde die berühmte Thüringer Bratwurst auch nicht schmecken, fand Besucher Andre Söhrer aus dem altmärkischen Havelberg nach dem ersten Biss in eine märkische Bratwurst-Variante. „Den Unterschied zur Billigwurst merkt man“, betonte Söhrer, bevor er eine zweite Wurst orderte.

Besucher Robert Spanke war hingegen nicht wegen kulinarischer Brala-Höhepunkte nach Paaren gekommen. Er interessiert sich für Landwirtschaftstechnik. Landwirte setzen ihre Traktoren und Pflüge eindrucksvoll in Szene. „Das gibt es so nur hier zu sehen“, schwärmte Robert Spanke.

Kleine Gäste sind im Kinderland – mit Bastelstraße, Spielen und Streichelzoo – gut aufgehoben. Die ganz große Fete soll am Sonntag, dem internationalen Kindertag, steigen. Märkische Bauern versprechen sich von der größten Agrarschau des Landes Werbeeffekte für „Grüne Berufe“ in der Landwirtschaft. Ein Jungzüchterwettstreit am Sonntag soll bei jungen Leuten Interesse wecken.

SCHWERPUNKTTHEMA MILCH

  • Zur 24. Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (BraLa) in Paaren/Glien (Havelland) erwarten die Ausrichter rund 700 Aussteller und etwa 40 000 Besucher. Die Agrarschau findet in zwei großen Veranstaltungshallen sowie in einem vier Hektar großen Familien- und Haustierpark mit Abenteuerspielplatz statt. Im Schau- und Demonstrationsgarten können zirka 1500 Arten und Sorten bestaunt werden. Als Ausgründung der BraLa gibt es in diesem Jahr erstmals eine Messe für Bau, Handwerk und Energie.
  • Agrarpolitischer Höhepunkt ist die heutige Landesbauernversammlung mit Ministerpräsident Dietmar Woidke und Agrarminister Jörg Vogelsänger (beide SPD).
  • Ein Schwerpunktthema der diesjährigen BraLa ist die Milcherzeugung in Brandenburg. In diesem Zusammenhang werden die fünf besten Milchproduzenten des Landes durch den Landeskontrollverband ausgezeichnet.
  • BraLa-Veranstalter ist die MAFZ Märkische Ausstellungs- und Freizeitzentrum GmbH Paaren. Eintritt: Erwachsene sieben Euro, Kinder bis sechs Jahre freier Eintritt, Schüler und Schwerbehinderte: vier Euro. Familienkarte: (zwei Erwachsene mit Kindern): 17 Euro. Geöffnet: Heute und Samstag 9 - 18 Uhr, Sonntag: 9 - 17 Uhr.

Von Jens Rümmler

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