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Brandenburg Älter, weniger, bunter – Brandenburg in Zahlen
Brandenburg Älter, weniger, bunter – Brandenburg in Zahlen
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14:25 30.09.2015
2,449 Millionen Menschen leben derzeit in Brandenburg. Quelle: MAZ Archiv
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Berlin/Brandenburg

Das Land Brandenburg hat in den 25 Jahren seit der Deutschen Einheit massiv Einwohner verloren, allerdings deutlich weniger als andere ostdeutsche Länder. Inzwischen halten sich die Zahlen über Abwanderung und Zuzug die Waage. Das geht aus einer aktuellen Studie des Statistischen Bundesamts und des Landesamts für Statistik Berlin-Brandenburg zu „25 Jahre Deutsche Einheit“ hervor, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Einen ausgeglichenen Wanderungssaldo hat sonst nur Sachsen vorzuweisen.

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Eine aktuelle Statistik-Studie zeigt in Zahlen, wie grundlegend der Strukturwandel Brandenburgs in den zurückliegenden 25 Jahren war. Die Einwohnerverluste vor allem durch Abwanderung junger Leute in den Westen Anfang der 90er Jahre waren groß, allerdings sind sie im Vergleich zu anderen ostdeutschen Ländern geringer

Die fünf ostdeutschen Länder verloren mehr als zwei Millionen Einwohner – vor allem durch eine massive Abwanderungswelle Anfang der 90er Jahre und einen drastischen Geburtenrückgang. In Brandenburg (2,449 Millionen Einwohner) leben 2013 3,7 Prozent weniger Menschen als 1991 (2,543 Millionen). Dagegen musste beispielsweise Sachsen-Anhalt Verluste von mehr als einem Fünftel seiner Einwohner (minus 20,5 Prozent) im letzten Vierteljahrhundert hinnehmen. Profitieren konnte Brandenburg in den vergangenen Jahren vor allem von Zuzügen aus Berlin, wie die Statistiker feststellten. Den größten Zuwachs landesweit gab es seit 1990 in Falkensee (Havelland), wo sich die Einwohnerzahl in 25 Jahren fast verdoppelte. Den größten Verlust verbucht Eisenhüttenstadt (minus 39 Prozent).

Tiefgreifender Strukturumbruch

Die Studie zeigt in Zahlen, wie tiefgreifend der Strukturumbruch im Land war und alle Ebenen der Gesellschaft erreichte. Brandenburg verliert Einwohner auch, weil nach wie vor die Zahl der Geburten niedriger ist als die der Sterbefälle (pro Jahr 30 000). Der größte „Geburtenknick“ war 1991, als 41 Prozent weniger Kinder geboren wurden als im Jahr davor. Zwischen 1994 und 2000 stieg die Zahl wieder. Die Zahl der Neugeborenen lag jährlich zwischen 17 000 und 19 000 Kindern. Inzwischen hat sich in ganz Ostdeutschland die Geburtenzahl bei rund 100 000 Kinder pro Jahr stabilisiert. Angeglichen hat sich das Gebäralter der Frauen. Im Osten stieg es deutlich auf 28,1 Jahre, in Westdeutschland lag es zuletzt bei 29,5 Jahren.

Was die unterschiedlichen Lebensformen angeht, wird Brandenburg bunter. Die traditionelle Ehe ist weniger gefragt. 1996 waren noch in drei von vier Familien die Partner verheiratet. 2014 traf das nur noch auf die Hälfte der Familien zu. Der Anteil der Lebensgemeinschaften verdoppelte sich auf 22,3 Prozent gegenüber 1996. Der Anteil der Alleinerziehenden stieg auf 27,3 Prozent (1996: 16,1)

Der Trend zum kleinen Haushalt

Insgesamt gibt es bundesweit einen Trend zu kleineren Haushalten – auch in Brandenburg. Die Statistiker führen das auf die Überalterung und eine zunehmende Individualisierung der Gesellschaft zurück. In Brandenburg gab es im Vergleich zu anderen Ländern einen Boom bei Einpersonen-Haushalten. Der Anteil stieg von 26 Prozent im Jahr 1991 auf 37,4 Prozent 2014. Zurück ging der Anteil größerer Haushalte mit drei und mehr Personen um die Hälfte auf jetzt rund 23 Prozent.

Einen Aufholprozess gab es mit dem Aufbau-Ost-Programm beim Wohnungsbau. Im Jahr 2013 gab es laut Statistik-Bericht 1,3 Millionen Wohnungen, das sind knapp 20 Prozent mehr als 1991 und bedeutet ein Plus von etwa 207.000 Wohnungen.

Feiern am 3. Oktober

In der Potsdamer Nagelkreuzkapelle findet ein Jazzgottesdienst statt. Zu Gast ist das Brandenburger Trio „Nothing Toulouse“. Außerdem sprechen zwei Referenten darüber, wofür sie 25 Jahre nach der Wiedervereinigung dankbar sind. Ostdeutschland wird dabei vertreten durch die Theologin Marie Anne Subklew, aus westlicher Perspektive berichtet Matthias Rogg, Direktor des Dresdner militärhistorischen Museums.

Beginn:
7.

Die Stadtbibliothek Trebbin (Teltow-Fläming) präsentiert im Thyrower Clauerthaus die Ausstellung „Bücherbrücke Ost-West“. Gezeigt wird eine literarische Reise mit Büchern, die die Themen Einheit, Wiedervereinigung und DDR umfassen. Außerdem erwarten die Besucher Filmklassiker und Hörbücher aus der damaligen Zeit.

Ausstellung am 3.10. von 10 bis 17 Uhr. Clauerthaus in Thyrow, Thyrower Bahnhofstraße 89.

Die Stadt Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) feiert vom 2. bis 4. Oktober nicht nur die deutsche Einheit, sondern auch das Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft mit Werne (Nordrhein-Westfalen). Dazu werden auch Gäste aus den anderen Partnerstädten Svalöv (Schweden), Walcz (Polen) und Bailleul (Frankreich) erwartet.

Weitere Informationen und das komplette Festprogramm gibt es unter www.kyritz.de.

Im Rathaus in Perleberg (Prignitz) wird es am Samstag ab 13 Uhr ebenfalls eine Festveranstaltung geben. Für die musikalische Umrahmung sorgt die Kreismusikschule Prignitz. Außerdem erwartet die Besucher eine Fotoausstellung zur Wende mit Arbeiten von Simone Ahrend. Rund um die Festveranstaltung findet am Brunnen vor dem Rathaus ein kleiner Markt statt.

Rathaus Perleberg, Großer Markt. Die Fotoausstellung wird um 15 Uhr offiziell eröffnet.

In Berlin soll mit einem „Festival der Einheit“ am Brandenburger Tor das Wir-Gefühl der Deutschen gezeigt werden. Am Abend gibt es ein Feuerwerk vor dem Reichstagsgebäude und Bundestagspräsident Norbert Lammert hält eine Rede. Die Berliner Schauplätze am 3. Oktober im Detail:

Brandenburger Tor: Hier treten die Band Revolverheld, Sängerin und einstige Eurovision Songcontest-Gewinnerin Lena sowie der Musiker Felix Jaehn auf. Die Festmeile sei ab 14 Uhr geöffnet, teilte der Veranstalter mit.

Platz der Republik am Reichstag: Für die Feier ab 19 Uhr verspricht der Bundestag eine Mischung aus Musik, Reden und Videos. Außerdem wird der Reichstag stimmungsvoll beleuchtet.

Kapelle der Versöhnung: In der Kapelle auf dem früheren Todesstreifen an der Bernauer Straße ist für 15 Uhr eine ökumenische Andacht geplant.

Von MAZonline

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