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Brandenburg Ärger mit den emsigen Nagern
Brandenburg Ärger mit den emsigen Nagern
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08:00 04.02.2013
FORST/POTSDAM

Doch wenn die kräftigen Tiere Abflüsse verstopfen und Dammbrüche bei Fischteichen verursachen, ziehen sie den Zorn der Teichbesitzer auf sich. Welche zerstörerische Arbeit Biber anrichten können, zeigte sich im Dezember gleich an zwei Orten.

Im Forellenhof in Fünfeichen im ostbrandenburgischen Schlaubetal brach der Damm eines Teiches. Das Wasser floss in einen Nachbarteich und in den Wald und riss Karpfen, Hechte und Zander mit. Auch an einem Fischteich in Krayne (Spree-Neiße) gab der Damm nach, und rund 500 Kilogramm Karpfen und Schleie strömten in ein tiefer gelegenes Speicherbecken. Der Landesfischereiverband schätzt den Schaden allein an den Dammanlagen in beiden Fällen auf gut 130 000 Euro. Als Verursacher machten Experten Biber aus.

Die Nager graben in den Dämmen bis zu einem Meter lange Gänge zu ihren Wohnhöhlen und legen von dort Luftlöcher zum Atmen an. Dies führt gemeinsam mit der Tätigkeit anderer Nager wie Mäusen dazu, dass ältere Deiche und Dämme dem steigenden Wasserdruck nachgeben und brechen.

Naturschützer sehen das Problem etwas anders. „Der Elbe-Biber, von dem 2500 Tiere in Brandenburg leben, ist für uns ein nützliches Tier“, sagt Katharina Weinberg, Brandenburger Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). „Der Biber sorgt durch den Dammbau an Fließgewässern gratis dafür, dass das Wasser in der Region bleibt und nicht abfließt. Dafür setzen auch wir uns ein.“ Wenn Biber allerdings ihre Gänge in Deichen oder Dämmen von Fischteichen bauen und diese dadurch gefährden, müssten die Tiere dort ferngehalten werden. „Um dies zu erreichen, werden die Biberbaue in den Deichen verfestigt und unterirdische Gitterzäune eingebaut“, erläutert Weinberg.

Einen Abschuss der geschützten Tiere, wie es der Landkreis Märkisch-Oderland wegen der Wühltätigkeit an den Oderdeichen genehmigt hatte, lehnt die Naturschützerin ab. „Stattdessen sollte kein Biberfutter wie Pappeln oder Weiden auf Deichen und Dämmen oder Mais auf angrenzenden Feldern angepflanzt werden.“ Für den von Bibern verursachten Schaden sind die Kreisverwaltungen zuständig. Sie sind aber knapp bei Kasse und verweisen auf Fördermittel aus dem Fonds für Integrierte Ländliche Entwicklung. „Besser wäre es, wenn die Naturschutzbehörden sich selbst darum kümmern, Schäden durch geschützte Tiere wie Biber, Kormorane oder Wölfe zu verhindern“, sagt Lars Dettmann, Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes.

„Das könnte in einem Biber-Managementplan festgelegt werden ähnlich dem Brandenburger Wolfs-Management.“ Die Biber-Population in Brandenburg habe sich seit dem Krieg, als die Tiere vom Aussterben bedroht waren, deutlich erholt und das Schutzziel sei erreicht. „Jetzt muss das Zusammenleben von Mensch und Biber neu organisiert werden“, fordert Dettmann. (dpa)

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