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Ärzte-Chef schreibt Mahnbrief an Woidke

Flüchtlinge: Streit um medizinische Betreuung Ärzte-Chef schreibt Mahnbrief an Woidke

Der Streit um die medizinische Erstuntersuchung von Asylbewerbern geht weiter. Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Hans-Joachim Helming, hat jetzt einen Offen Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geschrieben. Darin berichtet er auch von Tuberkulose-Fällen. Eine Familie soll trotz positiven Befundes in ein Übergangsheim gezogen sein.

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Erstuntersuchung eines Flüchtlings.

Quelle: dpa

Potsdam. Im Streit um die medizinische Betreuung von Asylbewerbern hat sich Brandenburgs Kassenärztliche Vereinigung (KV) jetzt an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gewandt. In einem Offenen Brief verweist KV-Chef Hans-Joachim Helming darauf, dass eine bedarfsgerechte Versorgung durch die brandenburgische Ärzteschaft schwierig sei. „Gerade im Bereich der medizinischen Erstversorgung sowie der Erstdiagnostik und Dokumentation von Tuberkulose und anderen Infektionskrankheiten gibt es derzeit große Defizite in der Bereitstellung der notwendigen ärztlichen Ressourcen“, so Helming. Schreiben von Ärzten an die KV zeigten, dass – im Gegensatz zur Einschätzung des Gesundheitsministerium – mehr Kapazitäten benötigt würden.

Gesundheitsministerin glaubt an „Angstmache“

Helming hatte in dieser Woche erklärt, dass bei der Erstuntersuchung von Neuankömmlingen durch die Zentrale Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) Fälle von Tuberkulose „durchgerutscht“ seien. Die Untersuchungen werden im Krankenhaus Eisenhüttenstadt vorgenommen. Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) warf ihm daraufhin Angstmache vor. In seinem Brief an Woidke zitiert Helming nun aus Schreiben von Ärzten, die zeigen, dass zumindest Risikofälle offenbar doch in Übergangsheime der Landkreise weitergeleitet wurden. So nennt der KV-Chef den Fall eines 14-jährigen Mädchens aus Albanien mit positivem Tbc-Bluttest. Erst auf Anforderung habe ein Arzt Unterlagen aus Eisenhüttenstadt erhalten, um das Mädchen weiterbehandeln zu können.

Trotz Tuberkulose im Übergangsheim

Probleme habe es auch bei einem 23 Monate alten Jungen aus Somalia gegeben, dessen schwangere Mutter positiv auf Tbc getestet war, so Helming. Beide seien dennoch in ein Übergangsheim geschickt worden. Erst Mitarbeiter des zuständigen Landratsamtes wären „zufällig“ auf den Befund der Mutter gestoßen. Ein Arzt habe daraufhin Untersuchungen des Kindes veranlasst.

Helming appellierte an Regierungschef Woidke, dafür zu sorgen, dass angesichts steigender Flüchtlingszahlen Versorgungsstrukturen entwickelt werden, die auch Brandenburg als Land mit der bundesweit geringsten Arztdichte bewältigen kann.

Von Volkmar Krause

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