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Ärzte raten: Grippe-Impfung jetzt!

Gesundheit Ärzte raten: Grippe-Impfung jetzt!

Mit dem Herbst kommen die Erkältungskrankheiten - und auch die gefährliche Grippe. Jetzt ist die beste Zeit, sich dagegen impfen zu lassen, raten Brandenburgs Kassenärzte. Warum sollte man sich impfen lassen und was gilt es zu beachten? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Grippe und Grippeschutz.

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Quelle: dpa (Genrefoto)

Potsdam. Die Grippe der vergangenen Saison hat die Brandenburger stark mitgenommen. Von September 2015 bis April 2016 wurden in Brandenburg 3302 Fälle von Grippe registriert, wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. Das waren 506 mehr als in der Vorsaison. Um den gefährlichen Influenza-Virus einzudämmen, raten das Ministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB), sich jetzt impfen zu lassen.

Grippeschutz

Lassen Sie sich gegen die Grippe impfen?

Impfungen rückläufig

Die Impfzahlen schwanken stark, doch in den vergangenen Jahren ging die Zahl der Impfungen zurück. 2015 ließen sich nach Angaben der KVBB nur 580.000 Brandenburger impfen, 2014 waren es noch 606.000 und 2009 sogar 772.000. „Leider wurden im vergangenen Jahr in Brandenburg nur etwas mehr als 50 Prozent der über 60-Jährigen gegen die Influenza geimpft. Das ist eindeutig zu wenig, da gerade diese Personengruppe bei einer eventuellen Grippewelle hohe Todesopferzahlen zu beklagen hat“, warnt Marianna Kaiser von der KVBB.

Chronisch kranke Kinder nicht ausreichend geschützt

Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen sind derzeit ebenfalls nicht ausreichend gegen Influenza geschützt. Nur zwölf Prozent aller an Asthma erkranken Kinder in Brandenburg waren in der Saison 2014/15 gegen Influenza geimpft worden, so das Gesundheitsministerium.

Zwei Grippetote in Brandenburg

Von den erfassten 3302 Grippekranken der vergangenen Saison waren nur 118 geimpft, wie das Ministerium mitteilte. Zwei Menschen starben an den Folgen der Influenza, beide waren ungeimpft.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gab es während der vergangenen Grippesaison bundesweit geschätzt 4,1 Millionen Arztbesuche und 16.000 Klinik-Einweisungen wegen Grippe. Die Grippesaison wird gezählt von der 40. Kalenderwoche bis zur 15. Kalenderwoche des Folgejahres.

Influenza-Viren

Influenza-Viren werden per Tröpfcheninfektion übertragen, d.h. sie können beim Niesen, Husten, Sprechen, Küssen oder Händeschütteln von einem Menschen auf den anderen übergehen. Feine Flüssigkeitspartikel werden eingeatmet und gelangen so in die Atemwegsorgane.

Darüber hinaus ist eine Übertragung auch durch direkten Kontakt der Hände zu Oberflächen, die mit virushaltigen Sekreten verunreinigt sind, und anschließendem Hand-Mund- oder Hand-Nasen-Kontakt möglich. Für eine Ansteckung reichen bereits geringe Virusmengen aus.

Grippe-Patienten sind mindestens einen Tag vor Beginn der ersten Krankheitsanzeichen und danach noch bis zu einer Woche hochansteckend .

Für die Grippeschutzimpfung wird zunächst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aktiv. Sie lässt den zu erwartenden Virustyp ermitteln. Im Frühjahr erhalten Pharma-Herstellerfirmen die zu erwartende Zusammensetzung des Grippevirus und dürfen mit der Produktion von Grippeimpfstoffen beginnen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gibt dann die Chargen von produzierten Grippeimpfstoffen auf dem deutschen Arzneimittel-Markt frei.

Grippeschutzimpfung: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Marianna Kaiser, Beratende Apothekerin der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), beantwortet die wichtigsten Fragen von Patienten zum Thema Grippeschutzimpfung.

Marianna Kaiser

Marianna Kaiser.

Quelle: KVBB

Wann ist die beste Zeit zur Grippeimpfung?

Marianna Kaiser: Oktober und November sind die idealen Monate. Nach 14 Tagen setzt der Impfschutz ein, er hält etwa sechs Monate. Aber auch später macht eine Impfung noch Sinn, denn manche Grippewellen haben erst im Februar und März ihren Höhepunkt.

Wer sollte sich vor allem impfen lassen?

Kaiser: Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke (mit Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), koronare Herzkrankheit (KHK) u.a.), Schwangere, Bewohner in Alten-und Pflegeheimen und natürlich Personen, die in Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr tätig sind.

Bin ich durch die Impfung erst einmal geschwächt?

Kaiser: Die meisten Menschen vertragen die Impfung gut. Manchmal treten an der Impfstelle Rötungen, Schwellungen und leichte Schmerzen auf. Am Impftag sollte man unbedingt auf körperliche Anstrengungen verzichten, da das Immunsystem an dem Tag auf Hochtouren arbeitet und nicht zusätzlich belastet werden darf.

Warum ist Grippe so gefährlich?

Kaiser: Die grippeauslösenden Influenza-Viren sind sehr aggressiv. Vor allem für ältere Menschen, die an mehreren Krankheiten leiden, kann Grippe gefährlich sein. Denn sie schwächt stark das Immunsystem, so dass zusätzlich andere Krankheitserreger leichtes Spiel haben. Dann kann es zu Superinfektionen mit starker Belastung des Herz-Kreislaufsystems kommen. Jedes Jahr sterben viele Menschen an der Grippe oder in Folge der Grippe.

Woran merke ich, dass ich eine echte Grippe habe?

Kaiser: Bei Grippe treten von einer Sekunde auf die andere folgende Symptome auf: hohes Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf-und Gliederschmerzen, trockener Husten, Frösteln, Übelkeit, starkes Krankheitsgefühl. Eine Grippe tritt ganz plötzlich und intensiv auf. Wohingegen eine Erkältung schleichend kommt und sich die Symptome nach und nach einstellen.

Ich will mich impfen lassen: Was muss ich tun?

Kaiser: Ansprechpartner ist der Hausarzt. Mit ihm vereinbaren Sie einen Termin. Wichtig: Sie müssen am Tag der Impfung gesund sein.

Wie teuer ist eine Grippeimpfung, und wer übernimmt die Kosten?

Kaiser: In den meisten Fällen ist die Grippeschutzimpfung eine Kassenleistung, so dass für den Patienten keine zusätzlichen Kosten entstehen. Das weiß in der Regel der Hausarzt.

Wie kann ich mich noch vor Grippe schützen?

Kaiser: In der Zeit der Grippe sollte man Personenansammlungen und auch körperlichen Kontakt wie Händeschütteln und Küsschen meiden. Es hilft auch, viel und gründlich die Hände zu waschen und zu desinfizieren. Zudem ist alles gut, was das Immunsystem stärkt und abhärtet: viel Bewegung an der frischen Luft, Sport, vitaminreiche Ernährung, ausreichend Schlaf.

Schützt die Grippeschutzimpfung auch vor Erkältungen?

Kaiser: Nicht direkt, denn es handelt sich um unterschiedliche Viren. Die Impfung wirkt aber indirekt, indem sie ähnlich wie Sport das Immunsystem trainiert, so dass es bei Angriff durch andere Viren besser reagieren kann.

Von MAZonline

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