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AfD-Chefin Petry sorgt für Empörung

„Notfalls auf Flüchtlinge schießen“ AfD-Chefin Petry sorgt für Empörung

AfD-Chefin Frauke Petry macht weiter Stimmung gegen Flüchtlinge. Zur Sicherung der Grenzen hält sie den Einsatz von Schusswaffen für gerechtfertigt. Im Notfall sollen die Polizisten auf jene schießen, die aus ihrem Land erst vor Waffen und Verfolgung geflüchtet waren. Ihr Vorschlag sorgt bundesweit für Empörung.

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AfD-Chefin Petry meint: Im Notfall muss auf Flüchtlinge an der Grenze geschossen werden.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Berlin, Mannheim.  Zur Sicherung der deutschen Grenzen hält die AfD-Vorsitzende Frauke Petry im Extremfall den Einsatz von Schusswaffen für gerechtfertigt. „Wir brauchen umfassende Kontrollen, damit nicht weiter so viele unregistrierte Flüchtlinge über Österreich einreisen können“, sagte sie der Zeitung „Mannheimer Morgen“. Polizisten müssten illegalen Grenzübertritt verhindern, „notfalls auch von der Schusswaffe Gebrauch machen. So steht es im Gesetz“, ergänzte die Chefin der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland. Zwar wolle kein Polizist auf einen Flüchtling schießen. Aber zur Ultima Ratio gehöre der Einsatz von Waffengewalt, sagte sie. Mit ihrem Vorschlag hat sie bundesweit für Empörung am Samstag gesorgt.

„Hässliche Fratze der AfD“

 SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann erklärte, der Vorstoß erinnere an den Schießbefehl der DDR. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, sagte, Petry offenbare „die hässliche Fratze der AfD“. Sie erklärte, es zeige sich, dass die AfD „eine zutiefst rassistische, diskriminierende und menschenverachtende Partei“ sei. „Hohe Stacheldrahtzäune an den Grenzen und Grenzpolizisten, die auf Flüchtlinge schießen, gehören nicht zu einem freien, demokratischen und rechtsstaatlichen Deutschland“, sagte sie. „Flüchtlinge brauchen unseren Schutz.“

Brandenburgs Generalsekretär der CDU , Steeven Bretz, sagte: „Während Millionen Deutsche hart daran arbeiten, die Herausforderungen der Flüchtlingsbewegung wirklich zu lösen, wissen wir nun, wie die Lösung der AfD lauten würde: Schusswaffengebrauch an der Grenze. In der Truppe von Gauland und Petry pflegt man schon Rassentheorien, jetzt ist man auch bereit, auf unbewaffnete Flüchtlinge zu schießen.“ Er meint, dass die Radikalisierung der AfD keine Grenzen mehr kennt, „gänzlich enthemmt“ würden sie nun ihr wahres Gesicht zeigen.

„Diese Partei ist richtig gefährlich“

Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, erklärte, Petry habe mit ihrer Aussage bewiesen, „dass die AfD mit dem Rechtsstaat auf dem Kriegsfuß“ stehe. „Hier zeigt sich: Diese Partei ist richtig gefährlich,“ sagte er. Ein Einsatz von Schusswaffen gegen einen unerwünschten oder illegalen Grenzübertritt sei völlig unverhältnismäßig.

Oppermann warf der AfD-Chefin vor, „auf unerträgliche Art Stimmung gegen Flüchtlinge“ zu machen. Der letzte deutsche Politiker, der auf Flüchtlinge schießen ließ, sei Erich Honecker gewesen. „Frauke Petry hat sich politisch vollends verirrt“, sagte der SPD-Fraktionschef.

Der Fraktionsvize der Linkspartei, Jan Korte, bezeichnete Petrys Äußerungen als „inhuman, verroht und antidemokratisch“. Die Aussagen legten „den Schluss nahe, dass sich Frauke Petry in Nordkorea sicherlich sehr wohlfühlen würde“, sagte er. Die AfD-Chefin zeige damit ihr wahres Gesicht.

Kein deutscher Polizist wurde auf Flüchtlinge schießen

Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) warf Petry Entmenschlichung vor. „Das ist eine gespenstische Äußerung und zeigt, zu welcher entmenschlichten Politik die AfD bereit wäre, wenn sie an die Macht käme“, sagte er der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“. „Das sollten die Bürger dieses Landes wissen.“ Petry sei in Ostdeutschland aufgewachsen und wisse, was Schüsse an der Grenze bedeuteten, fügte Thierse hinzu.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wies Petrys Äußerungen als „radikales und menschenverachtendes Gedankengut“ zurück. Kein deutscher Polizist würde auf Flüchtlinge schießen, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek in Berlin. Petrys Aussagen entsprächen weder der Wahrheit noch der Gesetzeslage.

Der Vorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski, bezeichnete Petry als „offensichtlich geisteskrank“. „Wer als Deutscher mit der Kenntnis um 2000 erschossene Flüchtlinge an der innerdeutschen Grenze fordert, auf unbewaffnete Flüchtlinge zu schießen, der kann geistig nicht normal sein, “ sagte er der „Mitteldeutschen Zeitung“.

Von MAZonline und dpa

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