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AfD wird in Brandenburg zweitstärkste Kraft

Bundestagswahl 2017 AfD wird in Brandenburg zweitstärkste Kraft

Bei der Bundestagswahl wird die CDU trotz deutlicher Verluste stärkste Kraft und holt neun von zehn Direktmandate. SPD und Linke müssen Einbußen hinnehmen. Einzig jubeln kann die AfD. Sie holt mehr als 20 Prozent und wird zweitstärkste Kraft. Doch das Direktmandat verpasst Alexander Gauland deutlich.

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AfD-Spitzenkandidat und Brandenburger Direktkandidat Alexander Gauland.

Quelle: dpa

Potsdam. Die in Brandenburg seit 1990 regierende SPD hat bei der Bundestagswahl ihr bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren. Sie landete nach vorläufigem amtlichem Endergebnis mit 17,6 Prozent erstmals nur auf Platz drei – noch hinter der AfD. Die CDU wurde wie schon vor vier Jahren stärkste Kraft, musste aber erhebliche Verluste von 8,1 Prozent hinnehmen.

Gewinner ist die AfD, die 2013 nur 6,0 Prozent erreichte und im Bund an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte. Nun kommt sie auf 20,2 Prozent und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von rund 12,8 Prozent. Sie gewann 14,2 Prozentpunkte dazu. Die Parteien der rot-roten Koalition in Brandenburg, SPD und Linke, büßten jeweils über fünf Prozent ein.

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Einen Erfolg konnte die FDP einfahren, die in Potsdam nicht im Landtag vertreten ist. Sie kam auf 7,1 Prozent; vor vier Jahren waren es nur 2,5 Prozent. Die Grünen errangen mit 5,0 Prozent etwas mehr als 2013 (4,7).

CDU holt neun der zehn Direktmandate

Im Kampf um die zehn Direktmandate in Brandenburg liegt wieder die CDU deutlich vorn und holt neun davon – wie schon 2013. Knapp bis zum Schluss war es nur im Wahlkreis 61 in Potsdam/Potsdam-Mittelmark. Dort lieferten sich Manja Schüle von der SPD und die CDU-Kandidatin Saskia Ludwig ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende lag Schüle mit rund 3000 Stimmen vorn.

Die anderen Wahlkreise gingen relativ sicher an die CDU. Nur im Wahlkreis 64 in Cottbus/Spree-Neiße war der AfD-Bewerber nah an den CDU-Kandidaten herankommen. Am Ende trennten beide drei Prozentpunkte. Bei den Zweitstimmen lag in diesem Wahlkreis die AfD sogar vorn – mit knapp drei Prozent. Auch in der Stadt Cottbus wurde die Partei stärkste Kraft. AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland musste sich im Wahlkreis in Frankfurt (Oder) dem CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Patzelt geschlagen geben. Patzelt lag fünf Prozent vor Gauland.

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Dietlind Tiemann setzt sich gegen Rautenberg durch

Im Wahlkreis 60 in Brandenburg/Havel gewann Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) mit 31,8 Prozent der Erststimmen gewinnen, Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg (SPD) käme mit 25,1 Prozent auf Platz 2. Rautenberg erreichte kurz vor dem Wahlkampf eine Krebsdiagnose.

Wer über die Landesliste in den Bundestag einzieht, war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch offen. Brandenburg kann mit etwa 20 Abgeordneten rechnen. Als sicher gilt, dass die beiden Spitzenkandidaten von Grünen und FDP, Annalena Baerbock und Linda Teuteberg, den Sprung in den Bundestag geschafft haben.

Woidke: „Bitteres Ergebnis“

„Das ist ein bitteres Ergebnis auf Bundesebene, aber es ist auch ein bitteres Ergebnis für die SPD in Brandenburg“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke angesichts des Wahlausgangs. „Was ich aber für viel schwieriger halte, ist dass wir jetzt eine rechtspopulistische Partei im Deutschen Bundestag mit einem zweistelligen Ergebnis haben.“

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In Umfragen vor der Wahl lag die CDU in Brandenburg bei rund 30 Prozent der Stimmen deutlich vorn. Die AfD folgte mit 20 Prozent vor der SPD, die auf 19 Prozent kam. Die Linke folgte in Brandenburg mit 16 Prozent. In Brandenburg waren am Sonntag rund 2,1 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag mit 68,5 Prozent auf dem Niveau von 2013.

Von MAZonline

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