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Agrarbetriebe können kleine Äcker kaufen

Bodenprivatisierer BVVG gibt jungen Landwirten in Brandenburg den Vorzug Agrarbetriebe können kleine Äcker kaufen

Die Kritik aus den ostdeutschen Ländern und von Bauern-Organisationen hat offenbar gewirkt. Die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) senkt ab sofort die Hürden für Kauf und Pacht ehemals volkseigener Flächen.

BERLIN. So wird bei der Ausschreibung von Äckern die Obergrenze für die einzelnen Lose von derzeit 50 Hektar auf 25 Hektar gesenkt.

Dadurch werde die Investition in Agrarflächen „auch für kleinere Betriebe einfacher“, erklärt Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU). Außerdem sollen Aigner zufolge „Junglandwirte mit guten Ideen und Konzepten künftig im Rahmen der Ausschreibungen Vortritt haben“. Sie haben die Möglichkeit, sich auch an sogenannten beschränkten Ausschreibungen zu beteiligen, bei denen die Flächen an arbeitsintensive Agrarunternehmen wie Öko- und Gartenbaubetriebe oder Betriebe mit Viehhaltung gehen. Um dem Flächenbedarf der Junglandwirte Rechnung zu tragen, wird der Pool der Flächen für die beschränkte Ausschreibung erhöht: von jährlich 5000 Hektar auf 7500 Hektar in den Jahren 2013 sowie 2014. Größere Chancen bekommen auch Landwirte, die einen Agrarbetrieb gründen wollen. Um sich an Ausschreibungen beteiligen zu können, müssen sie ihr Betriebskonzept vorlegen.

Der Landesbauernverband findet es „gut und richtig“, dass Junglandwirte und Betriebsneugründungen besser gestellt werden. Das Grundproblem aber bleibe: „An der Praxis der Preisbildung hat sich nichts geändert“, moniert Verbandssprecher Holger Brantsch. Und gerade die habe zu kräftig gestiegenen Bodenpreisen geführt.

Verhalten ist auch der Beifall des Bauernbundes Brandenburg, der die Interessen von Familienbetrieben vertritt. Die jetzt erfolgten Korrekturen bei der BVVG „gehen in die richtige Richtung, aber leider im Schneckentempo“, sagt Geschäftsführer Reinhard Jung. Die Senkung der maximalen Losgröße auf 25 Hektar sei nur „ein halbherziges Zugeständnis und wird die Gier auswärtiger Kapitalanleger auf ostdeutsche Äcker nicht wesentlich bremsen“, so Jung weiter. Zehn Hektar ist die Obergrenze, die der Bauernbund anpeilt. (Von Reinhard Zweigler und Ute Sommer)

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