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Air Berlin: Wut, Trauer und gebrochene Herzen

Demo in Berlin Air Berlin: Wut, Trauer und gebrochene Herzen

Mehr als 1000 Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin aus ganz Deutschland haben am Mittwoch in der Hauptstadt demonstriert. Auch viele Brandenburger haben ihrem Unmut über den Arbeitsplatzverlust Luft gemacht. Viele von ihnen hängen noch immer in der Luft. Aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi.

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Auf dem Washingtonplatz in Berlin unweit des Hauptbahnhofes fand am 22.11.2017 die große Demo der Air Berlin Mitarbeiter statt. Ca. 2000 Mitarbeiter demonstrierten bis zum Kanzleramt.

Quelle: Julian Stähle

Berlin. „Ich habe Angst, dass wir als Familie alles verlieren“, sagt Nicole Hunger, Flugbegleiterin aus Motzen (Dahme-Spreewald) und Mutter einer vier Jahre alten Tochter. Wie die Brandenburgerin haben mehr als 1000 Air-Berlin-Beschäftigte aus ganz Deutschland am Mittwochnachmittag in Berlin Unterstützung im Kampf um ihre Arbeitsplätze gefordert. Mit Trillerpfeifen, roten Herzluftballons und auf Transparenten machten die Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft ihrem Unmut über den drohenden Arbeitsplatzverlust Luft.

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Berlin, 22. November 2017 – Großdemo am Mittwoch in Berlin: Über 1000 Beschäftigte der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin aus ganz Deutschland haben am Mittwoch in der Hauptstadt demonstriert. „Was hier passiert, ist ein Skandal ohne Anstand und Moral“ heißt es unter anderem auf den Plakaten.

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Mit Bussen aus ganz Deutschland

„Was hier passiert ist ein Skandal ohne Anstand und Moral“, „Danke für nix“ und „Unsere Flugzeuge, unsere Slots, wo sind unsere Jobs?“ steht auf Transparenten. Viele Teilnehmer sind mit Bussen aus Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, Frankfurt und Dresden angereist und lassen rote Herzluftballons in den Himmel steigen. Die Männer und überwiegend Frauen ziehen vom Berliner Hauptbahnhof aus durch das Regierungsviertel zum Bundeskanzleramt, darunter auch viele Berliner und Brandenburger. Denn die Fluggesellschaft hat in der Region Berlin-Brandenburg 3500 Mitarbeiter, die um ihre Zukunft bangen.

„Und das kurz vor Weihnachten“

„Familien wissen nicht, wie sie ihre Miete und Essen bezahlen sollen – und das kurz vor Weihnachten“, schildert Stefanie Weyland die dramatische Situation vieler Kollegen. Die Kabinenchefin ist selber betroffen, war 15 Jahre bei dem Unternehmen beschäftigt und steht nun nach der Air-Berlin-Pleite selber vor der Arbeitslosigkeit. „Uns wurde noch immer nicht gekündigt, weshalb wir uns nicht arbeitslos melden können“, erklärt die 37-Jährige. Sie und acht ihrer Kollegen haben die Demonstration durch das Berliner Regierungsviertel organisiert, weil sie für einen Arbeitsplatz zu „fairen Bedingungen“ kämpfen. Zwar übernimmt die Lufthansa einen Teil der insolventen Fluggesellschaft, auf die Jobs müssen sich die Air-Berlin-Beschäftigen jedoch neu bewerben - zu schlechteren Konditionen. „Dadurch soll der gesetzliche Betriebsübergang umgangen werden.“

Situation für Beschäftigte noch immer ungewiss

Das kritisiert auch die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft (Verdi), die zum Protestmarsch aufgerufen hatte. Sie fordert die Lufthansa dazu auf, die Übernahme der Air-Berlin-Beschäftigten tarifvertraglich zu regeln und sich nicht aus der Verantwortung zu stehlen. „Das alles ist sehr ungerecht abgelaufen“, sagt Verdi-Sprecher Andreas Splanemann am Rande der Demonstration. Anders als von den Geschäftsführungen von Air Berlin oder Lufthansa behauptet, werde der große Teil der Airberliner keine Anschlussbeschäftigung finden. Für viele Beschäftigte sei die Situation immer noch ungewiss. „Mindestens 4400 Mitarbeiter müssen sich beruflich neu orientieren.“

Enttäuscht sind viele Beschäftigte deshalb vor allem von der Politik. Die Bundesregierung habe diesem „perfiden Spiel“ einfach nur zugeschaut, sagen die Air Berliner.

Von Diana Bade

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