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Alfa statt AfD: Lucke gründet neue Partei

AfD-Ableger gegründet Alfa statt AfD: Lucke gründet neue Partei

Mit seinen rund 70 Anhängern hat Ex-AfD-Chef Bernd Lucke am Sonntag in Kassel seine neue Partei gegründet: „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa). Bis September soll es auch in Brandenburg einen Landesverband geben. Roland Hahn aus Blankenfelde macht sich dafür stark. Andere Ex-AfD-Mitglieder stehen der neuen Lucke-Partei skeptisch gegenüber.

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Ex-AfD-Chef Bernd Lucke bei einer Pressekonferenz nach seiner Parteigründung in Kassel. Foto: dpa

Potsdam. „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) heißt die neue Partei, die der einstige AfD-Chef Bernd Lucke mit seinen rund 70 Anhängern am Sonntag in Kassel gegründet hat. Er selbst wurde zum Vorsitzenden gewählt. Noch in diesem Jahr soll es Landesverbände geben, auch in Brandenburg. Dafür macht sich Roland Hahn, Gemeindevertreter aus Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) stark und sieht Alfa als Chance für das Land.

Viele Austritte in der Brandenburger AfD

Seit dem AfD-Bundesparteitag in Essen Anfang Juli sind bei der Brandenburger Partei laut eigenen Angaben 33 Mitglieder ausgestiegen. Roland Hahn verließ die AfD am 10. Juli. Als Grund gab er an, dass die Partei eine gravierende Verschiebung in das rechts-nationalistische Spektrum erfahren habe. Hahn ist offizieller Koordinator vom „Weckruf 2015“ und „Neustart 2015“ in Brandenburg – beides sind Initiativen für eine Partei-Neugründung. In Brandenburg gebe es etwa 20 bis 25 Menschen, die Teil dieser Organisationen waren und sich der neuen Partei anschließen wollen. Nicht alle waren AfD-Mitglieder. „Wie viele sich angemeldet haben, weiß ich noch nicht“, sagte Hahn. Er selbst ist bereits Mitglied.

Der Vorsitzende Bernd Lucke sieht Alfa als „Wiedergeburt der ursprünglichen AfD“, dennoch wolle man sich scharf von ihr abgrenzen. Unbekannte bekämen vorerst nur eine Probemitgliedschaft, um fremdenfeindliche Menschen von vornherein aus der Partei fernzuhalten, so Lucke. Auch AfD-Vize Alexander Gauland äußerte sich Alfa gegenüber kritisch: „Sie verfügt über kein Alleinstellungsmerkmal.“ Außerdem sei es höchst unwahrscheinlich, dass sich die Menschen Bernd Lucke, der gerade fast eine Partei ruiniert hätte, anschließen wollen.

Alfa setzt sich für TTIP ein

Das sieht Roland Hahn anders. Die Partei will laut Programm nicht nur gegen die Eurorettung ankämpfen, sondern auch die Bindung an den Westen sichern. Vor allem darin würde man sich deutlich von Gauland und der AfD abgrenzen. „Wir sind für eine Nato-Mitgliedschaft und wollen uns nach kritischer Auseinandersetzung auch zum Freihandelsabkommen TTIP bekennen“, erklärte Hahn. Von der AfD übernommen wurde die Forderung nach einem mehrgliedrigen Schulsystem und somit der Wiedereinführung der Realschulen. Hahn ist sich sicher, dass Brandenburg eine neue kleinere Partei braucht. „Gerade bei kommunalpolitischen Themen blockieren sich die großen Parteien meist gegenseitig.“

Ex-AfD-Mitglied Michael Simella aus Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) sieht die neue Lucke-Partei skeptisch. Ihre Chancen, in Deutschland zu bestehen, schätzt er schlecht ein. „Bundesweit werden sie vielleicht bei zwei Prozent landen“, sagte er. Auch ihn habe die Rechtsorientierung der AfD zum Ausschied aus der Partei bewegt.

Von Luise Fröhlich

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