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Alle Brandenburger Bahnwerke gefährdet

Zukunft Bahn Alle Brandenburger Bahnwerke gefährdet

Für die Kunden soll alles besser werden: Saubere Bahnhöfe, pünktliche Züge, genauere Informationen. Doch die große Bahnreform lässt Brandenburgs Bahnwerker um ihre Jobs zittern.

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Die DB will das Bahnwerk Eberswalde Ende 2016 schließen.

Quelle: dpa

Potsdam. Die Zukunftspläne der Deutschen Bahn gefährden neben dem Standort Eberswalde (Barnim) „mittelfristig“ auch die anderen Bahnwerke in Brandenburg. Das sagte Frank Böhnke, Landesvorsitzender des Bahnkundenverbandes, am Donnerstag der MAZ. Auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft teilt diese Befürchtungen. Wie ein Vertreter dem RBB sagte, seien im Instandhaltungswerk Wittenberge 200 von 700 und in Cottbus 50 von 300 Stellen bedroht. Hintergrund: Die Bahn will laut ihrem Chef Rüdiger Grube stärker auf mobile Instandhaltung setzen. In Brandenburg steht derzeit das Werk in Eberswalde zur Disposition.

Weniger Geld für Vorstände, wenn die Pünktlichkeit nicht stimmt

Der Staatskonzern DB will unter dem Slogan „Zukunft Bahn“ bis 2020 insgesamt 20 Milliarden Euro ausgeben, um im Güter- und Personenverkehr wettbewerbsfähig zu bleiben. Kundenzufriedenheit und Service sollen dabei auf der Agenda oben stehen. Schon 2016 sollen nach dem vom Aufsichtsrat gebilligten Vorstandsplan 80 Prozent der Fernzüge pünktlich sein, das heißt weniger als sechs Minuten Verspätung haben, heute sind es knapp 75 Prozent. Gelingt das nicht, erhalten die Vorstände weniger Geld. Mehrzeilige Gleisanzeiger und digitale Informationen für Personal und Fahrgäste sollen ab 2016 verhindern, dass Kunden widersprüchliche Angaben zu Gleiswechseln oder Wagenreihungen erhalten. Mobile Entstörungsteams sollen Toiletten und Bordrestaurants verfügbar halten. Zudem will die Bahn bis 2020 ein WLAN-Netz in Fern- und Regionalzügen sowie Bahnhöfen etablieren. Grube erwartet Sonderbelastungen in diesem und im nächsten Jahr von zwei Milliarden Euro.

Auswirkungen für Brandenburg schwer einzuschätzen

Wie weit Brandenburg von den Maßnahmen profitiert, bleibt abzuwarten. Zu regionalen Themen wolle man sich noch nicht äußern, sagte ein Bahn-Sprecher gestern auf MAZ-Anfrage. Auch beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) wollte man noch keine Einschätzung vornehmen.

Böhnke geht davon aus, dass die Auswirkungen für den Brandenburger Personenverkehr „eher marginal“ sein werden. Grundsätzlich begrüße man, dass sich die Bahn auf das Kerngeschäft konzentrieren wolle. „Es ist gut, dass die Bahn auf die Kunden zugeht“, so der Kundenverbandschef. Auch Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn, bezeichnete es als wichtig, dass die Bahnhöfe aufgewertet werden. „Wenn die Regionalisierungsmittel gekürzt werden, wird der Nahverkehr nicht besser.“

Fragen werfen die Pläne auf, die Güterbahn DB Schenker Rail ab 2018 umzustrukturieren. Für mehr Wachstum sollen Verladestellen geschlossen und stärker auf einen festen Fahrplan gesetzt werden. 2600 Arbeitsplätze sind in der Sparte gefährdet, wie Personalvorstand Ulrich Weber sagte.

Von Mischa Karth

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