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Brandenburg Alle wichtigen Infos zur Rauchmelder-Pflicht
Brandenburg Alle wichtigen Infos zur Rauchmelder-Pflicht
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09:44 20.01.2016
Rauchmelder sind künftig in jeder Wohnung Pflicht. Quelle: Brunata-Metrona
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Potsdam

Ab Sommer 2016 werden Rauchmelder zur Pflicht. Für Bestandsbauten gilt eine Übergangsregelung. Die MAZ klärt die wichtigsten Fragen.

Ab wann gilt die Rauchmelder-Pflicht und welche Übergangsregelung gibt es?

Die Rauchmelder-Pflicht soll nach Angaben des brandenburgischen Infrastrukturministeriums nach derzeitigem Stand am 1. Juli 2016 in Kraft treten. Für bestehende Wohnungen wird bis zum 31. Dezember 2020 eine Übergangsfrist gewährt. Die Regelung ist Teil einer umfassenden Novelle der Bauordnung. Brandenburg strebt gleiche Standards mit Berlin und den übrigen Nachbarbundesländern an.

Wer ist für den Einbau und die Betriebsbereitschaft der Rauchmelder verantwortlich?

Bei einem Neubau liegt die Verantwortung beim Bauherren. In bestehenden Wohnungen ist der Eigentümer – also der Vermieter – für den Einbau und die Betriebsbereitschaft verantwortlich, nicht der Mieter.

Wer installiert und wartet die Rauchmelder?

Wie Rauchmelder einzubauen sind, wird gesetzlich nicht geregelt. Allerdings gilt die Norm DIN 14676 als Orientierung. Darin wird empfohlen, einen zertifizierten Fachdienstleister mit der Montage und Wartung zu beauftragen. Eigentümer können Rauchmelder selbstverständlich auch selbst einbauen. Vorausgesetzt sind ausreichende handwerkliche und technische Kenntnisse, da es sich um Geräte handelt, die im Ernstfall Leben retten sollen. Wer Rauchmelder in der eigenen Wohnung selbst montiert, sollte den Einbau und die Wartung dokumentieren.

Wie teuer sind handelsübliche Rauchmelder?

Die Preise für Rauchmelder unterscheiden sich je nach Qualität, Batterielaufzeit und Wartungsanforderungen. Experten raten dazu, mindestens 20 Euro zu investieren – in einer mittelgroßen Wohnung oder einem kleinen Einfamilienhaus entstehen also Kosten zwischen 100 und 150 Euro. Intelligente Geräte, die per Funk mit dem Internet verbunden und Teil einer Smart-Home-Anlage sind, sind entsprechend teurer.

Welche Eigenschaften müssen die Rauchmelder haben?

Rauchmelder müssen der Europäischen Produktnorm DIN-EN 14604 entsprechen, die Anforderungen, Prüfverfahren und Leistungskriterien festlegt. Andere Geräte dürfen nicht auf den Markt gebracht werden. Verpflichtende Kennzeichnungen sind Name oder Handelszeichen des Herstellers oder Lieferanten, das Herstellungsdatum oder die Fertigungsnummer sowie Hinweise zu Wartung und Austausch von Gerät und Batterie. Zudem muss den Geräten eine Anleitung beiliegen.

In welchen Räumen müssen Rauchmelder installiert werden?

Rauchmelder müssen in Aufenthaltsräumen wie Wohn- und Schlafzimmer sowie in Fluren installiert werden, über die Rettungswege zu den Aufenthaltsräumen führen. Von der Pflicht ausgenommen sind Küchen.

Dürfen bereits installierte Rauchmelder weiter benutzt werden?

Ja. Bei Mietwohnungen sollte sich der Eigentümer von deren ordnungsgemäßer Ausstattung sowie deren fachgerechter Installation überzeugen.

Was passiert bei Verstößen gegen die Verpflichtung?

Grundsätzlich dürfen Baubehörden in Wohnungen kontrollieren, ob die Pflicht zum Einbau der Rauchmelder erfüllt wurde. Wird gegen die Pflicht verstoßen, ist das baurechtswidrig. Ein Bußgeld ist für diesen Fall allerdings nicht vorgesehen.

Dürfen Vermieter nach dem Einbau von Rauchmeldern die Miete erhöhen?

Die Montage von Rauchmeldern gilt als Modernisierungsmaßnahme und erlaubt es dem Vermieter, die Kaltmiete um elf Prozent der Kosten für Anschaffung und Installation zu erhöhen. Kostet etwa der Einbau von Rauchmeldern in einer Mietwohnung 100 Euro, so rechtfertigt das eine Mieterhöhung um jährlich elf Euro, also rund 92 Cent pro Monat. Das Infrastrukturministerium geht davon aus, dass die Mehrheit der Vermieter angesichts der geringen Kostenhöhe von Mieterhöhungen Abstand nimmt.

Wer kommt für die Kosten eines Fehlalarms auf?

Rauchmelder alarmieren nur in dem Raum, in dem sie installiert sind. Ruft eine Person nach Ausbruch des Alarms die Feuerwehr und kommt anschließend heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte, muss die Person nur dann für die Einsatzkosten aufkommen, wenn ihr Vorsatz oder grob fahrlässiges Handeln nachgewiesen werden kann.

Von Bastian Pauly

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