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Alte Probleme: BER in der Endlosschleife

Flughafen Berlin Brandenburg Alte Probleme: BER in der Endlosschleife

Vor fünf Jahren wurde die BER-Eröffnung abgesagt, weil Brandschutztüren nicht funktionierten. Jetzt wird die BER-Eröffnung abgesagt, weil Brandschutztüren nicht funktionieren. Flughafenchef Karsten Mühlenfeld steht unter Druck. Am Montag soll er in Blankenfelde Rede und Antwort stehen.

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Sieht nur von außen fertig aus: der Flughafen BER.

Quelle: dpa

Potsdam. Es ist wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“, wo Hauptdarsteller Bill Murray in einer Endlosschleife gefangen ist und ein und denselben Tag mit ein und denselben Problemen immer wieder durchleben muss. Auch das Drama um den Phantomflughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) befindet sich in einer Endlosschleife. Im Frühjahr 2012 war die Eröffnung kurzfristig abgesagt worden, weil sich Türen nicht ansteuern ließen.

Damals hatten sich Airport-Management und der Aufsichtsrat auf die tollkühne Idee verständigt, die nicht folgsamen Türen durch Hunderte Hilfskräfte bedienen zu lassen, falls es mal brennen sollte. „Mensch-Maschine-Lösung“ hieß dies im BER-Jargon. Fünf Jahre und mehrere Milliarden Euro später funktionieren die Türen immer noch nicht. Oder schon wieder nicht mehr. So genau weiß man das nicht.

Sonderausschuss BER tagt, Müller sagt ab

Von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld wird am Montag Klartext erwartet. In Dahlewitz (Teltow-Fläming) trifft sich der Sonderausschuss BER, um sich den Ärger von Anwohnern mit dem Schallschutzprogramm anzuhören, das sich ebenfalls in einer Endlosschleife befindet und seit fünf Jahren kaum vorangekommen ist. CDU und Grüne haben jedoch beantragt, dass der Flughafenchef auch zu den neuerlichen Pannen Rede und Antwort stehen soll, die vergangene Woche bekannt geworden sind und am Wochenende zur Absage der BER-Eröffnung für dieses Jahr geführt haben. Auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wird erwartet. Aufsichtsratschef Michael Müller (SPD) hat die Einladung ins Märkische dagegen ausgeschlagen.

Wann wusste Mühlenfeld Bescheid?

Es wird auch um die Frage gehen, wann Mühlenfeld und sein Technikchef Jörg Marks wussten, dass der BER-Termin 2017 nicht mehr zu halten sein wird. Wie die „Bild am Sonntag“ berichtet, wusste Mühlenfeld bereits seit Monaten, dass die Inbetriebnahme abermals und damit zum fünften Mal verschoben werden muss. Das Blatt verweist außerdem auf eine Anforderung der Deutschen Flugsicherung. Die Behörde hält es für zwingend, dass ein Eröffnungstermin mindestens mit einem Vorlauf von 13 Monaten bekanntgegeben wird. Mühlenfeld hätte ein konkretes Eröffnungsdatum demnach spätestens im vergangenen Herbst nennen oder den Start eben absagen müssen, was er aber nicht tat – aus Rücksicht auf die Berliner Abgeordnetenhauswahlen?

Opposition vermutet wahltaktische Rücksichtnahme

Rücksichtnahme auf die Wiederwahl des Berliner Regierungs- und Aufsichtsratschefs Michael Müller (SPD) wurde offiziell immer wieder dementiert. Doch das hält man in der Opposition für wenig glaubwürdig. Christoph Schulze von den Freien Wählern glaubt den Verlautbarungen schon längst nicht mehr. „Wie glaubwürdig ist es, dass schwere Probleme mit 80 Prozent der Türen und Sprinklern in einem Abschnitt erst jetzt auffallen?“, sagte er. „Es war den Beteiligten seit Sommer 2016 klar, dass der Flughafen 2017 nicht eröffnen würde – aber aus wahltaktischen Überlegungen für Berlin hielt man das lieber geheim.“ Ähnlich schätzt das Axel Vogel, Fraktionschef der Grünen, ein. An die BER-Geschäftsführung appellierte er, künftig nie wieder Rücksicht auf die politische Agenda von Aufsichtsratsmitgliedern zu nehmen.

BER-Sprecher Lars Wagner wies den Vorwurf zurück, Mühlenfeld habe im Zusammenhang mit der BER-Eröffnung bewusst Fristen verstreichen lassen: „Bei der Bestimmung eines Eröffnungstermins werden die Anforderungen aller Projektbeteiligten abgewogen. Auch und insbesondere mit der DFS stehen wir in regelmäßigem Austausch zum jeweils aktuellem Sachstand.“

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Von Torsten Gellner

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