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Brandenburg Alte S-Bahnen gondeln weiter durch Berlin
Brandenburg Alte S-Bahnen gondeln weiter durch Berlin
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21:52 05.11.2013
Ein reaktivierter S-Bahn Viertelzug vom Typ 485. Quelle: dpa
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Berlin

Bahnexperten halten einen weiteren Einsatz alter S-Bahnzüge über das Jahr 2017 hinaus nicht nur für technisch möglich, sondern auch für wirtschaftlich vertretbar. Allerdings wird es je nach Laufzeit zusätzliche 100 bis 160 Millionen Euro kosten, diese Züge für den weiteren Betrieb technisch fit zu machen und instand zu halten. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Dienstag veröffentlichter Untersuchungsbericht, den die S-Bahn Berlin und der Berliner Senat bei einem Gutachterkreis unter Federführung des Berliner Instituts für Bahntechnik, einer
Ingenieurgesellschaft, in Auftrag gegeben hatte.

Hintergrund ist, dass die eigentlich vor der Ausmusterung stehenden 150 sogenannten Viertelzüge der alten Baureihen 480 und 485 weiter gebraucht werden, weil Ende 2017 und voraussichtlich zumindest auch 2018 noch keine neuen Züge zur Verfügung stehen werden. Ende 2017 läuft der aktuelle Verkehrsvertrag mit der Bahn-Tochter S-Bahn Berlin GmbH für das Gesamtnetz aus.

Die Teilstrecke auf dem Berliner Ring samt Zubringerlinien wird in einem internationalen Wettbewerb, an dem sich auch die Bahn beteiligt, bis dahin neu vergeben. Das Bahnunternehmen, das den Zuschlag erhält, muss etwa 190 neue Viertelzüge beschaffen. Diese werden aber nicht rechtzeitig fertig sein. Deshalb muss für eine Übergangszeit eine Lösung gefunden werden.

Der Expertenkreis weist zwar auf erhebliche Mehrkosten bei einem Weiterbetrieb der Baureihen 480 und 485 hin. Zugleich betonen die Gutachter aber auch, dass jeder künftige S-Bahnverkehr mit neuen Zügen aufgrund der hohen Anschaffungskosten für die Fahrzeuge deutlich teurer
sein werde als der Betrieb mit der jetzigen Fahrzeugflotte. Aus diesem Grund halten sie die höheren Instandhaltungsaufwendungen für die älteren Züge während einer Übergangszeit für vertretbar. Allerdings schließen sie auch nicht aus, dass es bei den alten Fahrzeugen eventuell technische Risiken gibt, die aktuell noch gar nicht zu erkennen sind. In jedem Fall muss das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) als Aufsichtsbehörde seinen Segen für einen Weiterbetrieb alter Züge geben.

Die Bahn hatte sich gegenüber dem EBA verpflichtet, die Baureihe 485 im Jahr 2018 vollständig stillzulegen. Wie die Mehrkosten berechnet werden und wer letztlich was bezahlt, müssten die Länder Berlin und Brandenburg mit der S-Bahn Berlin GmbH aushandeln. Nach Angaben ihres Chefs Peter Buchner schnürt die S-Bahn nun auf der Basis des Expertenberichts ein Maßnahmenpaket zur technischen Ertüchtigung der Züge. Es soll dann dem Senat als Grundlage für eine Übergangsvereinbarung mit den Altbaureihen vorgelegt werden. Wichtigstes Transportmittel der Berliner S-Bahn ist die Baureihe 481 mit rund 500 Viertelzügen zu jeweils zwei Wagen. Darüber hinaus hat das Unternehmen noch 80 Viertelzüge der Baureihe 485 aus DDR-Produktion und 70 Viertelzüge der einstigen West-Berliner Baureihe 480 in ihrem Fuhrpark. Nicht alle sind einsatzbereit. dpa

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