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Brandenburg Altkleider sollen in der Papiertonne landen
Brandenburg Altkleider sollen in der Papiertonne landen
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1200 Tonnen Altkleider landeten in Brandenburg in den Containern. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

In Brandenburg werden immer mehr Altkleider entsorgt. Das ergab eine dpa-Umfrage. Allein die öffentlich rechtlichen Entsorger transportierten im Jahr 2014 fast 1200 Tonnen Altkleider ab, wie aus der aktuellen Abfallbilanz der Entsorgungsträger hervorgeht. Im Jahr zuvor waren es 800 Tonnen, 2012 etwa 718 Tonnen. Im Jahr 2015 hatten nach Auskunft der brandenburgischen Landesregierung 71 gewerbliche 39 gemeinnützige Träger das Recht zur Sammlung von Altkleidern. Zudem mischen acht öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger auf diesem Markt mit. Zu den gemeinnützigen Trägern gehört auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Dessen Kreisverbände unterhalten in Brandenburg rund 1100 Kleidercontainer.

Nur zehn Prozent landet bei Bedürftigen

„Bei der Platzierung sind wir von der Bereitschaft und Standortzuweisungen der Kommunen abhängig“, sagte DRK-Landesverbandssprecherin Iris Möker. Über die Container hinaus gebe es in einigen Kreisen auch Kleiderstuben, in denen gebrauchte Kleidung direkt abgegeben werden kann. Was gut erhalten ist, wird in der Kleiderstube weitergegeben – und nicht brauchbare Kleidung werde entsorgt. Das DRK konnte 2015 gut 3300 Tonnen von den Brandenburgern einsammeln.

Aber nur zehn Prozent der Bekleidung gelangten an Bedürftige in der Region. Die Kleidungsstücke, die nicht den Anforderungen entsprechen, würden an einen Verwertungsbetrieb in Sachsen-Anhalt veräußert. So werde aus der Sachspende letztlich eine Geldspende.

Pilotprojekt in Märkisch-Oderland: Kleider in die Tonne

Ab April will der Landkreis Märkisch-Oderland über die blaue Papiertonne Altkleider der Bürger entsorgen. „Diese Art der Kleiderentsorgung gibt es im Land erstmalig“, sagte die Sprecherin des Entsorgungsbetriebs Märkisch-Oderland (EMO), Peggy Thräne. Über den Erlös will der Kreis die Entsorgungsgebühren für die Bürger auch künftig stabil halten. „Das Projekt wird sich finanziell selbst tragen“, kündigt Thräne an. Sollte der Modellversuch ein Erfolg werden, könnten die Gebühren sogar gesenkt werden. Die Kleider würden wenige Tage nach der letzten Papierentleerung abgeholt.

DRK-Sprecherin Iris Möker befürchtet Probleme: „Sollte sich dieses Modellvorhaben etablieren, könnten uns insbesondere für die Kleiderkammern und damit für die sozial schwachen Bürger die notwendigen Angebote an Kleidung nicht mehr in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen.“

Von Christian Bark

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