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Brandenburg Nach Versteigerung: Ungewisse Zukunft für Mini-Dorf Alwine
Brandenburg Nach Versteigerung: Ungewisse Zukunft für Mini-Dorf Alwine
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14:07 22.03.2018
Das Dorf Alwine wurde Mitte Dezember 2017 versteigert. Quelle: dpa
Potsdam

Das südbrandenburgische Dorf Alwine im Landkreis Elbe-Elster wurde vor wenigen Wochen versteigert. Den Zuschlag erhielt ein Berliner Unternehmer. Doch der hat nach einem Bericht der Lausitzer Rundschau (LR) angeblich das Interesse verloren.

Der Käufer selbst habe mitgeteilt, dass er „nicht geschäftsfähig“ sei, zitiert die Zeitung den Unternehmer. Matthias Knake, Vorstand des Auktionshauses, bestätigte den Rückzieher des Käufers, machte gegenüber der LR aber auch klar, dass dies nicht einfach so möglich ist. Zurzeit werde geprüft, ob der Käufer gesundheitlich beeinträchtigt und daher „nicht geschäftsfähig“ sei.

In dem Mini-Dorf Alwine leben nur 15 Menschen. Am Samstag sollen mehrere zum Teil sehr stark renovierungsbedürftige Wohnhäuser unter den Hammer kommen.

Ein kleines Dorf im Süden Brandenburgs

Die abgelegene Waldsiedlung im Süden des Bundeslandes mit etwa 15 Mietern führte jahrelang ein eher beschauliches Dasein. Die Siedlung Alwine gehört zur Stadt Uebigau-Wahrenbrück und liegt mehr als 100 Kilometer südlich von Berlin. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in dem kleinen Dorf nicht. Die einzige Buslinie in der näheren Umgebung fährt ohne Halt vorbei. Die Siedlung gehörte zu DDR-Zeiten zu einer benachbarten Brikett-Fabrik, die Anfang der 90er Jahre geschlossen wurde. 2001 hatte die Treuhand das kleine Dorf Alwine für eine D-Mark an zwei Brüder verkauft.

Viele Wohnungen standen leer, Die maroden Häuser müssten nach Schätzung des Bürgermeisters für mindestens zwei Millionen Euro saniert werden. Dann starb jedoch einer der Brüder - daher die Versteigerung.

Globales Interesse

Bei der Auktion in Berlin-Mitte ging dann alles sehr schnell. In weniger als fünf Minuten wurde das Paket aus neun grauen Wohnhäusern, einer löchrigen Dorfstraße und einem Waldstück an den einzigen Bieter abgegeben. Der unbekannter Telefonbieter aus Berlin bot 140.000 Euro und erhielt den Zuschlag für das gesamte Dorf. „Er hatte sich erst am Samstagmorgen bei uns gemeldet und die Unterlagen per Fax geschickt“, sagte Matthias Knake vom Auktionshaus Karhausen nach der Auktion. „Wir hatten weltweite Anfragen, sogar aus Indien“, fügte Knake hinzu.

Kurzzeitige Hoffnung für Alwine

„Der Höchstbieter möchte mit dem Kauf etwas Gutes tun“, sagte Knake nach der Auktion und verwies auf das Bestätigungsfax. Dort hatte der Käufer vermerkt: „Zum Wohle der Einwohner.“

Darauf hoffte auch Ortsvorsteher Peter Kroll, der bei der Auktion in Berlin dabei war. „Unser Wunsch ist es, dass wenigstens die bewohnten Bereiche der Häuser instandgesetzt werden.“ Die Häuser seien vom Dach bis zum Keller stark sanierungsbedürftig.

Bis sich die Angelegenheit um des möglichen Rückzugs des Käufers geklärt hat, stehen jetzt wieder die Vorbesitzer in der Pflicht.

Von MAZonline

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