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Am Nachthimmel hält der Sommer Einzug

Sternenhimmel über Brandenburg im Juni 2017 Am Nachthimmel hält der Sommer Einzug

Im Juni erleben wir den sechsten Vollmond des Jahres – den Brachmond. Von Osten her erobern die Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler den Nachthimmel, und auch Herkules, eines der ältesten bekannten Sternbilder, zeigt sich. Und auf dem Jupiter gibt es zwei kleine Sonnenfinsternisse.

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Quelle: Uwe Schierhorn, erstellt mit Stellarium

Königs Wusterhausen. Der Juni ist der Monat des Sommeranfangs. Am 21. Juni erreicht die Sonne ihre größte Mittagshöhe und läutet somit den Beginn der wärmsten Jahreszeit ein.

Im Sommer sind die Nächte bekanntermaßen sehr kurz. Die Sonne geht nach 21.00 Uhr unter und bereits vor 5.00 Uhr wieder auf. So richtig finster wird es erst kurz vor Mitternacht.

Im Juni bewegen sich die Sternbilder des Frühlings weiter nach Westen und verabschieden sich langsam vom Abendhimmel. Dabei nehmen sie den Planeten Jupiter mit, der immer noch sehr hell im Sternbild Jungfrau prangt.

Saturn erreicht am 15. Juni seine Oppositionsstellung und somit den erdnächsten Punkt mit nur 9,03 AE (1 AE = mittlerer Abstand Erde – Sonnen ca. 150 Mio. Kilometer). Er steht der Sonne von uns aus gesehen genau gegenüber. Da die Sonne im Sommer um Mitternacht relativ flach unter dem Horizont im Norden steht, ist der Saturn dann entsprechend flach (15,5° Höhe) über dem Horizont zu sehen. Auf dem Jupiter kann man am 5. Juni gegen 23 Uhr mit einem Teleskop gleich zwei Sonnenfinsternisse beobachten: Die Monde Europa und Io schieben sich so zwischen den Planeten und die Sonne, dass ihre Schatten von der Erde sichtbar auf die Atmosphäre des Jupiters fallen.

Neben den Planeten Jupiter und Saturn in der ersten Nachthälfte geht der Planet Uranus gegen 3.00 Uhr im Osten auf. Mit einem Teleskop oder Fernglas kann man bei genauer Ortskenntnis das blassblaue Scheibchen in den Morgenstunden vor Sonnenaufgang erkennen. Im Morgengrauen geht kurz nach Uranus auch die Venus vor der Sonne im Osten auf und leuchtet hell im Sternbild Widder.

Im Osten leuchten die Sommersternbilder

Im Osten erscheinen die typischen Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler , deren Hauptsterne Deneb, Wega und Atair (auch Altair) das bekannte Sommerdreieck bilden. Wega hat schon fast den Meridian erreicht und Atair steht am südlichsten. Das Sternbild Schwan, auch Kreuz des Nordens genannt, markiert in seiner Längsachse den Verlauf der Milchstraße. Den Sternhimmel beherrscht gegen 22.00 Uhr hoch im Süden der Bärenhüter oder Bootes mit dem hell leuchtenden Arktur. Man findet diesen hellen Stern, welcher nach Sirius der zweithellste Stern des Brandenburger Nachthimmels ist, indem man die Deichsel des Großen Wagens in ihrer Krümmung verlängert.

Weiter im Südosten befindet sich das Sternbild des Herkules . Obwohl dieses Sternbild keine besonders hellen Sterne enthält und damit relativ schwierig aufzufinden ist, gehört es dennoch zu den ältesten bekannten Sternbildern. Viele Völker sahen darin eine in die Knie gesunkene Heldenfigur. Die bekannteste davon bildet sicherlich Herakles oder eben Herkules in der griechischen Mythologie. Mit übermenschlichen Kräften ausgestattet gelang es ihm schließlich, die berühmten zwölf Taten zur Erlangung der Unsterblichkeit zu meistern. So besiegte er unter anderem die Lernäische Wasserschlange (Sternbild Wasserschlange) und erlegte den Nemeischen Löwen (Sternbild Löwe). Die Phönizier erkannten darin ihren großen Meeresgott Melkarth, die Chinesen sahen einst in diesem Sternbild den Thron ihres Kaisers. Die Babylonier wiederum fassten Herkules und Drachen zu einem Abbild ihres Sonnengottes Izhdubar zusammen.

Südlich vom Herkules steht der Schlangenträger mit der Schlange , die inzwischen vollständig aufgegangen ist. In der östlichen Himmelshälfte kündigt sich auch am Nachthimmel der Beginn der heißen Jahreszeit an: Mit der Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler ist das Sommerdreieck inzwischen vollständig aufgegangen. Auf der Verbindungslinie Deneb - Arktur findet man auch das Sternbild der nördlichen Krone.

Am 9. Juni haben wir den Mond zum 6. Mal in diesem Jahr als Vollmond am Himmel (Brachmond). Bis zum Neumond am 24. Juni erleuchtet er vornehmlich die zweite Nachthälfte. Dabei erreicht er einen Tag vor Neumond den erdnächsten Punkt seiner Bahn und ist somit der 2. erdnächste Neumond in diesem Jahr. Bei seinem Weg durch die Sternbilder der Ekliptik besucht der Mond im Juni alle sichtbaren Planeten. Am 4. Juni steht er nahe bei Jupiter, am 10. Juni bei Saturn, am 20. Juni bei Uranus und 21. Juni bei Venus. Der Mond beginnt seinen Zyklus mit dem Neumond am 5. Juni. Ab 26. Juni ist er wieder als schmale Sichel am Abendhimmel zu sehen.

Die Sonne im Juni:

01.06.2017: SA 4.50Uhr SU 21.18 Uhr (16 Stunden 28 Minuten)
30.06.2011: SA 4.48Uhr SU 21.31 Uhr(16 Stunden 43 Minuten)

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Keller, Hans-Ulrich (Hrsg.), Kosmos Himmelsjahr 2016; Kosmos-Verlag; Stuttgart, 2015
Daten: www.calsky.com und www.heavens-above.com
Abbildungen erstellt u.a. mit Stellarium 0.14.1 durch den Autor

Von Uwe Schierhorn

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