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Brandenburg Silvio S. schweigt – Bagger graben Kleingarten um
Brandenburg Silvio S. schweigt – Bagger graben Kleingarten um
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14:00 01.11.2015
Auch am Sonntag durchsuchten Ermittler den Kleingarten von Silvio S. Das Gebiet wurde daher weiträumig abgesperrt. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Die weiteren Ermittlungen im Fall Elias gestalten sich als schwierig. Silvio S., der in einer ersten Vernehmung gestanden hatte, die Jungen Mohamed (4) und Elias (6) entführt und getötet zu haben, schweigt seit Sonnabend wie die MAZ aus Ermittlerkreisen erfuhr. Bislang habe keine weitere Vernehmung durchgeführt werden können, Silvio S. hat Anwälte eingeschaltet. Offenbar erhärten sich aber die Indizien, dass es sich bei der am Freitag auf dem Grundstück von Silvio S. gefundenen Leiche tatsächlich um Elias handelt. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ist aber noch nicht ganz abgeschlossen. Das Ergebnis wird am Sonntag erwartet.

Ermittler wollen S. mit diesen Ergebnissen konfrontieren. Dadurch erhoffen sie sich, dass sich der 32-Jährige zum Mordfall Elias einlässt. Bisher hatte er in einer Vernehmung nur gestanden, den Jungen entführt und getötet zu haben. Genaueres sagte er bisher nicht. Im Fall Mohamed äußerte S. sich ausführlich und beschrieb etwa, dass er den Jungen erdrosselt habe. Diese Aussage deckt sich mit den Ergebnissen eines Obduktionsberichts.

Durchsuchungen laufen weiter

Nachdem Ermittler am Freitag bei einer Durchsuchung des Kleingartens von Silvio S. eine Leiche gefunden haben, sind die Ermittlungen und Durchsuchungen am Sonnabend und Sonntag weitergegangen. Ein Bagger grub S.s Gartengrundstück um. Weitere Leichen sind nicht gefunden worden. Der mutmaßliche Mörder von Elias (6) und Mohamed (4) hat am Freitag gestanden, beiden Jungen getötet zu haben. In beiden Fällen vermutet die Polizei Sexualmorde. Den sexuellen Missbrauch von Mohamed hat Silvio S. bereits gestanden. In der Vernehmung durch die Polizei sagte er außerdem aus, Elias getötet und seine Leiche in seinem Kleingarten in Luckenwalde vergraben zu haben. Die Kleingärtner der Anlage zeigten sich von Erkenntnissen geschockt.

Alle wichtigen Texte zu den Fällen Elias und Mohamed im Überblick

Am Donnerstag ist der mutmaßliche Täter Silvio S. in Niedergörsdorf festgenommen worden.

Am Freitag hat er den Mord an Mohamed und Elias gestanden. Wir haben den Tag im Liveticker verfolgt.

Hier haben wir alle wichtigen Fakten zu den Mordfällen zusammengetragen.

In Kaltenborn, dem Ort in dem Silvio S. lebte, ist die Betroffenheit groß. Wir haben uns umgehört.

Silvio S. hat die Leiche von Elias in einem Kleingarten in Luckenwalde vergraben. Die Kleingärtner dort sind von den Ereignissen geschockt.

Am Freitag haben in Potsdam im Schlaatz, dort hat der kleine Elias gelebt, viele Menschen um den 6-Jährigen getrauert.

Hier finden Sie eine Chronologie zum Fall Elias.

Am Sonnabend schweigt Silvio S. und macht keine weiteren Angaben, unterdessen wird der Kleingarten in Luckenwalde weiter umgegraben.

Das sagen Psychologen über die Persönlichkeit von Silvio S.

Ergebnisse der Obduktion sollen Sonntag veröffentlicht werden

Am Freitagmittag ist schließlich die Leiche gefunden worden. Sie muss noch obduziert werden. So soll geklärt werden, ob es sich tatsächlich um Elias handelt. Außerdem soll herausgefunden werden, wie lange der Junge tot ist, wie ihn S. umbrachte und ob er sich an ihm vergangen hat. Ergebnisse sollen Sonntag, spätestens am Montag, vorliegen.

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30. Oktober 2015: Am Freitag hat die Polizei damit begonnen in Luckenwalde den Kleingarten von Silvio S. zu durchsuchen. Dort hat er nach eigenen Angaben die Leiche des kleinen Elias vergraben. Die Ermittler haben eine Leiche gefunden, die nun obduziert wird. Am Sonnabend gingen die Untersuchungen auf dem Grundstück weiter.

Am Sonnabend haben Ermittler weiter den Kleingarten durchsucht. Sie erhoffen sich weitere Spuren zu finden. Sie können nicht ausschließen, auf weitere grausige Spuren und Details zu stoßen.

Bezüge zum Fall Inga sollen überprüft werden

Die Polizei will mit einer gründlichen Untersuchung der Umgebung des Täters und Befragung der Umkreise auch klären, ob es nicht doch einen Bezug zu dem Verschwinden der fünfjährigen Inga Anfang Mai in Stendal in Sachsen-Anhalt gibt. Bisher gibt es darauf aber keine Hinweise.

Am Freitag transportierten Ermittler eine Leiche ab. Quelle: dpa

Der 32 Jahre alte mutmaßliche Doppelmörder hatte nach seiner Festnahme am Donnerstag beide Taten gestanden. Am Freitag wurde Haftbefehl wegen Mordes an Mohamed gegen ihn erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft will in den nächsten Tagen einen Haftbefehl wegen des Mordes an Elias beantragen.

Motiv für Mord an Mohamed: Der Junge „quengelte“

Der Wachmann hatte eingeräumt, den aus Berlin verschwundenen Mohamed sexuell missbraucht und getötet zu haben. Später gestand er den Mord an dem seit Juli vermissten Elias aus Potsdam. Bei einer Pressekonferenz am Freitag gab die Polizei grausige Details zum Mord an Mohamed bekannt.

Demnach soll Silvio S. am 3. Oktober zum Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) gefahren sein, um dort Kleidung und Kuscheltiere für Flüchtlinge abzugeben. Dabei sei ihm dann Mohamed über den Weg gelaufen. Er hab ihn schließlich an die Hand genommen und sei dann mit ihm in seine Wohnung nach Niedergörsdorf gefahren. Dort hat er laut den Jungen dann missbraucht. In der Nacht tötete er den Jungen, er erdrosselte ihn mit einem Gürtel. Als Motiv gab S. an, Mohamed habe „zuviel gequengelt“. Aussagen zum Mord an Elias machte er bislang noch nicht.

Im Laufe der kommenden Woche soll das gesamte Verfahren nach Brandenburg verlagert werden. Dort geschahen beide Morde und eine Entführung. Der Verdächtige wird dann auch von Berlin nach Brandenburg in die Untersuchungshaft gebracht.

Von MAZonline und Marion Kaufmann

Die Potsdamer Linke setzt sich wegen der zentralen Lage für den alten Landtag auf dem Brauhausberg als Flüchtlingsunterkunft ein. Bis zu 450 Asylsuchende könnten dort untergebracht werden – wahrscheinlich aber erst ab Frühjahr 2016.

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In Berlin sind rechtsextreme Fußball-Hooligans gegen Flüchtlinge aktiv. Sie beteiligen sich an Anti-Flüchtlingsdemos. Viele von ihnen gelten als extrem gewaltbereit. So ist es auch kein Wunder, dass die Hooligans sich nach Erkenntnissen der Behörden nicht nur an den Demos beteiligen. Berlins Innensenator ist besorgt über diese Entwicklung.

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