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Amazon macht Paketdiensten Konkurrenz

Blitzlieferungen binnen 2 Stunden Amazon macht Paketdiensten Konkurrenz

Der Versandhändler Amazon setzt mit Expresszustellungen und eigenen Stationen Paketdienste wie DHL, Hermes & Co unter Druck. Bereits ab Mai sollen Kunden ihre bestellten Waren über Kuriere binnen zwei Stunden ins Haus geliefert bekommen. Offenbar gibt es bereits Gespräche mit örtlichen Zustellern. Der Onlineriese selbst spielt seine Ambitionen aber herunter.

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Eine Mitarbeiterin im Amazon-Lager Brieselang (Havelland).

Quelle: dpa

Potsdam. Neue Konkurrenz für Post, Hermes und Co.: Der Online-Versandhändler Amazon will offenbar den Paketmarkt in der Region aufmischen – mit Blitzlieferungen und Paketstationen, wie man sie von DHL kennt. Das Unternehmen baut derzeit einen ehemaligen Elektronikmarkt am Berliner Ku’damm zu einem Lager um. Bereits ab Mai sollen Kunden dann ihre bestellten Waren über Kuriere binnen zwei Stunden ins Haus geliefert bekommen. Nach MAZ-Informationen gab es bereits Gespräche mit örtlichen Zustellern. Ein Amazon-Sprecher wollte die Pläne jedoch nicht bestätigen, dementierte sie aber auch nicht. „Amazon hat keine Ankündigung zum Start einer Lieferung innerhalb von zwei Stunden in Deutschland gemacht“, sagte Stephan Eichenseher auf Anfrage.

Lieferungen binnen zwei Stunden

Langsam mutiert Amazon damit auch in Deutschland zum Versanddienst. Ein Verteilzentrum in Olching bei München für schnelle Lieferungen existiert bereits. Mit Hilfe von angeheuerten Kurierdiensten könnte es der neuen Verteilstation in Berlin nun gelingen, Bestellungen zumindest innerhalb der Stadt schon binnen zwei Stunden zu liefern und herkömmliche Paketdienste auszubooten. In Großbritannien gibt es bereits solch einen Amazon-Zweig für Premiumkunden, die eine Jahresgebühr zahlen: „Prime Now“ heißt das Angebot auf der Insel für Drogeriewaren und Ähnliches.

Das Unternehmen selbst spielt seine Logistik-Ambitionen her­unter. Das Olchinger Verteilzen­trum liege rund 20 Kilometer außerhalb Münchens und verfüge über keine Kühlung, sagt Sprecher Stephan Eichenseher: „Damit ist es nicht mit den stadtnahen Stationen vergleichbar, wie es sie für Prime Now in anderen Ländern wie Großbritannien oder Städten wie in Mailand bereits gibt.“ Allerdings bestätigt er, dass das Unternehmen im „Wachstumsfeld“ Expresslieferungen „eigene Kapazitäten“ aufbaut.

Logistik-Offensive könnte Wettbewerb beflügeln

Bei dem Berliner Kurierdienst „Messenger“, der für Blitz-Lieferungen infrage käme, heißt es, dass die Amazon-Pläne schon einmal Thema gewesen seien. Einzelheiten seien aber derzeit nicht bekannt. Nicht unbekannt sind die Amazon-Bestrebungen jedoch dem Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK). „Amazons Logistik-Offensive kann den Wettbewerb sogar beflügeln“, sagt der BIEK-Vorsitzende Florian Gerster. Er prophezeit dem Händler allerdings Schwierigkeiten. Amazon komme nicht aus der Branche und könne „somit nicht auf das profunde Know-how in diesem Bereich zurückgreifen“. Er bezweifelt, dass Amazon die „gleiche hochwertige Dienstleistung“ erbringe wie bestehende Kurierdienste.

Laut BIEK plant Amazon seine Versandhandel-Versuche demnächst in elf deutschen Städten. Namen will der Verband aber nicht nennen. Er geht davon aus, dass es bei solchen punktuellen Vertriebsaktivitäten bleibe und Amazon keineswegs ein flächendeckendes Netz im Stile von DHL oder Hermes aufbauen will. „Das ist momentan nicht die Strategie von Amazon“, heißt es.

DHL fürchtet die Konkurrenz durch Amazon nicht

Der Platzhirsch DHL fürchtet sich offiziell nicht vor künftigen Amazon-Blitz-Kurieren. Das Unternehmen hat selbst Schnell-Lieferdienste in Städten wie Berlin, Hamburg, München oder Köln und schätzt den Markt als überschaubar ein. Angesichts der breiten Präsenz und guten Erreichbarkeit des Einzelhandels in deutschen Städten sei das Potenzial für die Zustellung innerhalb von ein oder zwei Stunden begrenzt, sagte DHL-Sprecherin Tina Birke.

Kurz angebunden zum Thema gibt sich Hermes-Sprecherin Claudia Schanz. „Aktivitäten von Wettbewerbern“ kommentiere Hermes grundsätzlich nicht. Tatsächlich könnte ein Amazon-Geschäftshaus in Berlin zumindest in der Hauptstadt den Paketdienst selbst empfindlich treffen. Hermes will sich gerade in Brieselang (Havelland) niederlassen – als Nachbar von Amazon. Zu den Gerüchten, dass Amazon demnächst auch eigene Paketstationen aufstellen will, wo man seine Lieferung abholen kann, gibt es von Firmensprecher Eichenseher auch kein echtes Dementi. Er sagt lediglich, hierzu habe Amazon „keine Ankündigung“ gemacht.

Von Rüdiger Braun

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