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Brandenburg Das ist Ludwigsfeldes neuer Bürgermeister
Brandenburg Das ist Ludwigsfeldes neuer Bürgermeister
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16:08 21.09.2015
Andreas Igel, der künftige Bürgermeister von Ludwigsfelde. Quelle: MAZ
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Ludwigsfelde

Überraschend deutlich hat sich am Sonntag der Favorit durchgesetzt. Andreas Igel (SPD) galt bereits vor der Wahl als Favorit für die Nachfolge des verstorbenen Frank Gerhard. Die SPD ist in Ludwigsfelde traditionell stark und hat mit Gerhard und dessen Vorgänger Heinrich Scholl bereits zwei Bürgermeister gestellt, die in der Stadt hohes Ansehen genossen.

Dass sich Igel aber gleich im ersten Wahlgang mit deutlicher Mehrheit durchsetzen könnte, war doch ein wenig überraschend. Er holte am Sonntag 57,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. CDU-Konkurrent Detlef Helgert kam auf etwa 18 Prozent. Igel ist bereits 2013 als Bürgermeister-Kandidat für Ludwigsfelde gehandelt worden. Damals kandidierte Frank Gerhard als Landrat für Teltow-Fläming. Er konnte sich aber nicht gegen Kornelia Wehlan (Linke) durchsetzen und blieb Bürgermeister.

Igel erinnert in erster Reaktion an politischen Ziehvater

Andreas Igel zeigte sich am Sonntag glücklich über die gewonnene Wahl. In seiner ersten Reaktion erinnerte er auch an seinen politischen Ziehvater und Vorgänger Frank Gerhard: „Ich sehe Frank Gerhard als meinen Ziehvater, will aber seine Politik nicht kopieren, sondern meinen eigenen Stil finden. Es war eine schwere Zeit, seit Frank von uns gegangen ist.“

Der kommende Bürgermeister von Ludwigsfelde arbeitet als IT-Manager im Mercedes-Werk. Diese Stelle wird er aufgeben, am Dienstag will er mit seinem Chef über den nötigen Aufhebungsvertrag sprechen, sagte Igel am Sonntagabend.

Darum will Igel sich unter anderem kümmern

Einer von Igels Schwerpunkten seiner künftigen Arbeit soll die Sanierung von Schulen und der Ausbau von Kitas sein. Außerdem will sich der 46-Jährige für ein Gewerbegebiet an der Eichspitze einsetzen. Zudem will Igel Wohnungen in der Stadt bauen lassen.

Um ein großes Thema wird sich der SPD-Politiker auch kümmern müssen. Ludwigsfelde, die Stadt an der Autobahn, ist enorm lärmbelastet. Igel will den Lärm deutlich reduzieren und die Verursacher stärker in die Verantwortung nehmen.

Andreas Igel mit seiner Familie: Frau Katrin, die Kinder Jakob, Lisa-Marie und Frederik. Quelle: MAZ

Biografisches

Der 45 Jahre alte Andreas Igel lebt mit seiner Frau und drei Kindern (fünf, 15, 19 Jahre) in Ludwigsfelde. Der IT-Manager arbeitet im Mercedes-Werk.


SPD-Mitglied ist Igel seit 1990. Im selben Jahr wurde er in die Stadtverordnetenversammlung gewählt und seither stets wiedergewählt. Unterbrochen ist seine Zeit als ehrenamtlicher Volksvertreter lediglich von drei Jahren während eines Fernstudiums.


Seit Oktober 2008 ist Igel Vorsitzender des Ludwigsfelder Stadtrats, außerdem ist er Kreistagsmitglied.

Igel im Wahlkampf – eine Beobachtung

Er ist unaufdringlich, aber energisch. Er ist Manager, empfindsam und Familienmensch. Und von den vier Kandidaten zur Bürgermeisterwahl ist Igel der bekannteste.

Igel ist nicht nur bekannt, weil er zur dominierenden Partei in der Stadt gehört. Vor allem ist er es, weil er seit 25 Jahren ehrenamtlich politisch aktiv ist – vor allem als Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung und Kreistagsabgeordneter.

Die anderen Kandidaten:

Cornelia Hafenmeyer: Verwaltungsspezialistin mit Gestaltungswillen

Detlef Helgert: Ein bodenständiger Zuhörer und Macher

Jens Wylegalla: Ein unabhängiger Kopf will ins Rathaus

Wahlkampf mit prominenter Unterstützung

Die Personalie Igel überraschte daher kaum, als die SPD ihren Kandidaten bekanntgab. Im Wahlkampf hatte Igel prominente Unterstützung. Landtags- Fraktionschef Klaus Ness und der örtliche SPD-Landtagsabgeordnete Helmuth Barthel nutzen ihre Sommertour, um Igel Schützenhilfe zu geben.

Zum Auftakt Besuch in der Kita „Regenbogen“: Zu den Kleinen findet Igel bei der Stippvisite schnell einen Draht  – als Vater dreier Kinder kennt er das kleine Geheimnis: hinhocken, auf Augenhöhe reden. Zum Beispiel über Papierflugzeuge. Von Nicole Böttner und Bettina Küter, dem Führungsduo der Kita, will Igel wissen: „Klappt das mit dem Englisch?“ Na klar, so die Frauen, es gehe ja nicht ums perfekte Sprechen, die Kinder sollen lernen, dass es auch fremde Sprachen gibt. In der Integrationskita gibt es ohnehin viele Arten, anders zu sein.

„Haben Sie Personal-Abwanderung nach Berlin? Brauchen Sie Unterstützung mit Fahrzeugen oder Technik?“, fragt Igel. Zweimal „Ja!“. Dann der nächste Termin: VW-Verteilzentrum im Preußenpark. Auch dort nimmt der Chef, Niederlassungsleiter Andreas Klemm, kein Blatt vor den Mund, spricht von Fachkräftemangel und Produktionsbedingungen. Igel fragt nach Mobilität und öffentlichem Nahverkehr, doch hauptsächlich notiert er.

Igel will, dass es einen permanenten Ansprechpartner im Rathaus gibt

Dann Waldhaus, das Sozialzentrum im Ort. Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer warten. Was sie leisten, geht ohne Hilfe nicht mehr lange. Igel weiß es. Sagt: „Ganz laut Dankeschön an Sie alle!“ Und er fragt, was die Helfer von Lokalpolitik erwarten. Er hört: Gespendete Dinge sollten einen Mini-Preis haben, den zahlten Flüchtlinge gern. Igel nimmt mit: Es muss im Rathaus einen permanenten Ansprechpartner geben, auch wenn die Stadt eine lange Erfahrung bei der Aufnahme von Menschen aus anderen Ländern hat. Igel nimmt mit: Raum für Kleiderkammer und andere Spenden finden, Instrumente für den Arbeitsmarkt abklopfen.

Von den vier Bürgermeister-Kandidaten ist Andreas Igel wahrscheinlich auch derjenige, der am schnellsten sprechen kann. Hört man genau hin, schafft er es, „Stadtverordnetenversammlung“ in einer Silbe zu sagen.

Von MAZonline

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