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Brandenburg Andreas Kalbitz besuchte rechtsextremen Verein
Brandenburg Andreas Kalbitz besuchte rechtsextremen Verein
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10:57 07.03.2018
Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg, Andreas Kalbitz. Quelle: dpa
Potsdam

Der Brandenburger AfD-Vorsitzende und Chef der Landtagsfraktion, Andreas Kalbitz, soll Verbindungen zur 2009 verbotenen rechtsextremistischen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) gehabt haben. Das meldet das ARD-Magazin Kontraste. Nach dessen Recherchen soll der Ex-Berufssoldat 2007 an einem Pfingstlager der Organisation im niedersächsischen Eschede teilgenommen haben.

Zu dem mehrtägigen Treffen liegen dem Sender nach eigenen Angaben Foto- und Filmaufnahmen vor. Sie zeigen den Ex-Fallschirmspringer in kurzer Lederhose mit Koppelschloss-Gürtel und in olivgrünem T-Shirt mit einem Kaffeebecher in der Hand zwischen Zelten. Kalbitz sagte auf Nachfrage, er sei in Eschede kurz als Gast zu einem Informationsbesuch gewesen.

Unwissenheit?

Ihm sei damals nicht klar gewesen, dass der Verein vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft war. Er habe die Veranstaltung eher als uninteressant empfunden und sei deshalb nicht dort aktiv geworden. Zugleich bekräftigte er, dass der Besuch nichts an seinem Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung ändere.

Die HDJ hatte laut Verfassungsschutz zum Ziel, Kinder und Jugendliche von nationalsozialistischen Ideen zu überzeugen. Dazu gehörte soldatischer Drill. Innenminister Wolfgang Schäuble verbot die HDJ 2009 wegen ihrer „aktiv-kämpferischen Grundhaltung“ und „dem Nationalsozialismus wesensverwandter Ideologie“.

Der Verfassungsschutzbericht zum Jahr 2009 berichtet von der Razzia gegen HDJ-Angehörige, die am 9. Oktober 2008 in 14 Bundesländern stattfand. In Brandenburg waren 18 Personen betroffen – von bundesweit 88. Die märkischen Sicherheitskräfte durchsuchten 14 Objekte. Zu den Brandenburgern gehörte HDJ-Bundesführer Sebastian Räbiger.

„Jugendliche an Nazi-Gedankentum herangeführt“

Auf „scheinbar unpolitischen Freizeitveranstaltungen“ wurden laut Verfassungsschutz Kinder und Jugendliche an Nazi-Gedankentum herangeführt. „Sogar Grundschüler wurden gezielt indoktriniert“, heißt es in dem Bericht. Ferien-Zeltlager, Tages-, Nacht- und Wochenendwanderungen, Sonnenwendfeiern, Heldengedenken, Singen, Volkstanz, Sportveranstaltungen sowie regelmäßige Heimatabende hätten zu den „Gemeinschaftserlebnissen“ gehört.

In diese aktivistische Tradition lässt sich auch das Pfingstlager einordnen, an dem Kalbitz teilnahm. Allerdings war der nicht als Jugendlicher zugegen – der heutige AfD-Chef war 2007 schon 34 Jahre alt. An klaren Feindbildern mangelte es nicht auf HDJ-Veranstaltungen. Laut Verfassungsschutz wurden die Jugendlichen zu „Blutreinheit“ angehalten, um sich für das „Fortbestehen des deutschen Volkes“ einzusetzen. Ausländer und Juden seien als Bedrohung dargestellt worden. Ziel des Vereins sei es gewesen, eine neonationalsozialistische Elite heranzuziehen.

Rechtsextremismus-Experte Markus Klein vom Mobilen Beratungsteam in Brandenburg sagt: „Die HDJ stand klar in einer Kontinuität von der Hitlerjugend bis zur Wikingjugend – das ist eine klare Sache.“

Von Ulrich Wangemann und Rochus Görgen

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